Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni etwas schwächer entwickelt als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft wurden 223.000 neue Stellen geschaffen, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit wurden die Erwartungen der Volkswirte leicht verfehlt. Im Schnitt hatten die Volkswirte mit 231.000 neuen Stellen gerechnet.

    Die Zahl der neugeschaffenen Stellen in den beiden Vormonaten wurde deutlich um insgesamt 60.000 nach unten revidiert. Den aktualisierten Angaben zufolge wurden im April 254.000 und im März 187.000 zusätzliche Stellen geschaffen.

    Weil auch weniger US-Bürger eine Stelle suchten, ging die Arbeitslosenquote im Juni überraschend deutlich um 0,2 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent zurück. Damit wurde der niedrigste Stand seit April 2008 erreicht. Die Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gerechnet. Die Erwerbsquote, die den Anteil der Erwerbstätigen und Arbeitslosen an der Gesamtbevölkerung abbildet, sank von 62,9 auf 62,6 Prozent.

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    Die durchschnittlichen Stundenlöhne stagnierten im Juni gegenüber dem Vormonat, während die Volkswirte mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet hatten. Das Plus im Vormonat wurde von 0,3 Prozent auf 0,2 Prozent revidiert.

    Besonders wegen des stagnierenden Lohnwachstums könnte sich die US-Notenbank mit Zinserhöhungen noch Zeit lassen. Ein schwaches Lohnwachstum führt in der Regel zu einer gedämpften Inflation. Dies dürfte den Befürwortern einer nur langsamen geldpolitischen Straffung Rückenwind geben. Beobachter gehen davon aus, dass die Fed im September oder Dezember zum ersten Mal seit der Finanzkrise den Leitzins wieder anheben dürfte.