Nach schwachen Daten seitens der langlebigen Wirtschaftsgüter sowie den Frühindikatoren Chicago PMI und ISM, scheint die US-Wirtschaft nicht mehr ganz so robust zu sein. Die Weltaktienmärkte quittierten dieses in der vergangenen Woche mit einer Fortsetzung der Konsolidierung um –0,4%. Die Wachstumsdifferenziale machen sich am stärksten in der US-Dollar-Schwäche bemerkbar. Auch wenn die Wachstumsaussichten in Euroland wesentlich günstiger eingeschätzt werden und Euroland somit genügend Grund haben müsste, sich von den USA positiv abzukoppeln, reagierten die europäischen Aktienmärkte mit durchschnittlich etwa –2% weltweit am schwächsten auf die Eurostärke. Auf STOXX-Branchenebene bekamen die Autowerte mit –3,5% und die Technologiewerte mit –4,3% die Dollarabhängigkeit am deutlichsten zu spüren. Die Kurse in den USA gaben nach zwischenzeitlichen heftigen Rückschlägen im Wochenverlauf lediglich 0,3% ab. Positiver Ausreißer der vorigen Woche war der japanische Aktienmarkt mit einem Plus von 4,3%. Hier ziehen bessere Konjunkturindikatoren das Anlegerinteresse nach langer Zeit auf sich.

In dieser Woche hängt an den Aktienmärkten alles vom US-Arbeitsmarktbericht am Freitag ab. Dieser wird als wesentlicher Stützpfeiler der US-Konjunktur gesehen. Wir gehen von weniger als den im Konsens prognostizierten 105.000 freien Stellen aus. Bis zur Veröffentlichung wird der Handel voraussichtlich von Nervosität geprägt sein – denn die Diskussionen über den Zustand der US-Wirtschaft halten an. Wenig Unterstützung kommt vom Ölpreis, der seit seinem Tief bereits wieder 15% zugelegt hat. Mitverantwortlich dafür sind Äußerungen Saudi-Arabiens über eine weitere Kürzung der Fördermengen. Von den Unternehmen sind in dieser Woche kaum Berichte zu erwarten. Insofern dürfte der Übernahmepoker bei den DAX-Werten MAN, RWE und VW das größte Interesse auf sich ziehen. Bei der Neuordnung der deutschen Aktienindizes am Dienstag werden in dieser Woche keine bedeutenden Veränderungen erwartet. Lediglich der Börsenneuling Gagfah kommt als Aufnahmekandidat in den MDAX in Frage. Solange die europäischen Indizes EuroSTOXX 50 über 3900 und DAX über 6160 tendieren, ist die aktuelle Konsolidierung nach wie vor als normal anzusehen. Erst unterhalb dieser Unterstützungslinien muss mit einer Ausweitung der Konsolidierung gerechnet werden.

Im Fokus des Anlegerinteresses am Rentenmarkt dürften in dieser Woche vor allem die amerikanischen Arbeitsmarktdaten stehen. Diese sollten zu leichten Kurssteigerungen führen. In Euroland schauen die Anleger vor allem auf die am Donnerstag terminierte EZB-Sitzung. Hierbei geht es vor allem um die erwartete Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf dann 3,5%. Eine weitere Zinserhöhung erwarten wir für das erste Quartal 2007, da die EZB angesichts der starken Geldmengenentwicklung weiterhin Inflationspotenzial befürchtet. Bei einem derzeitigen Bund-Future von 118,70 erwarten wir im Wochenverlauf einen leichten Anstieg auf 118,80.

Quelle: cominvest

Die cominvest Asset Management GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main wurde im Jahr 2002 durch Zusammenlegung der inländischen Asset Management-Aktivitäten der Commerzbank AG gegründet und ist seitdem eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank. Aktuell verwaltet sie 55 Milliarden Euro, wovon 44% auf Privatkunden und 56% auf institutionelle Investoren entfallen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf europäischen Aktien- und Rentenfonds.