• Koalition einigt sich auf Asyl-Paket
  • US-Botschaft: Streichung von Autozöllen nur "im Gesamtpaket" denkbar
  • Saudi-Aramco senkt Ölpreise
  • Rohöllagerbestände steigen überraschend
  • Merkel kann sich Senkung von Autozöllen vorstellen
  • Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen leicht
  • Merkel kann sich Streichung von Autozöllen vorstellen
  • Boeing erwirbt Mehrheit an Verkehrsflugzeuggeschäft von Embraer
  • Trump wollte in Venezuela einmarschieren
  • Fusion mit Linde: Praxair verkauft Großteil des Europa-Geschäfts
  • China: Werden uns "Erpressung" durch USA nicht beugen
  • Glencore kündigt Aktienrückkäufe an
  • Auftragseingang Industrie über den Erwartungen
  • US-Botschafter schlägt Lösung im Autostreit vor
  • Trump fordert erneut höhere Öl-Förderung
  • IWF senkt Wachstumsprognose für Deutschland leicht
  • Milliarden-Auftrag für IBM in Australien
  • Kaufhof und Karstadt stehen nun doch vor Fusion

DAX & US-Märkte

  • Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag kräftige Kursgewinne verzeichnet. Der DAX beendete den Handel mit einem Plus von 1,19 Prozent auf 12.464,29 Punkte, nachdem das Börsenbarometer zeitweise sogar über die Marke von 12.500 Punkten geklettert war. Besonders die die Aktien der Autobauer zogen den Aktienmarkt nach oben, nachdem der US-Botschafter in Deutschland einen Vorschlag zur Lösung des Streits um neue Autozölle vorgeschlagen hat. Demnach sollen sowohl in Europa als auch in den USA sämtliche Zölle im Autobereich abgeschafft werden. Bundeskanzlerin Merkel sagte am Mittag, dass sie sich eine solche Option vorstellen könne, allerdings nur im europäischen Rahmen. Stärkster Wert im DAX noch vor den Autobauern war aber Linde. Durch den Verkauf eines Großteils seines Europa-Geschäfts hat der der US-Konzern Praxair die Chancen dafür erhöht, dass die geplante Fusion mit Linde von den Wettbewerbshütern genehmigt wird und durchgeführt werden kann. Die Aktien von ThyssenKrupp legten nachbörslich deutlich zu, nachdem Vorstandschef Heinrich Hiesinger den Aufsichtsrat um Gespräche zur einvernehmlichen Auflösung seines Vertrags gebeten hat. Hiesinger kommt damit einer Aufforderung des Hedgefonds Elliott von US-Starinvestor Paul Singer nach.
  • Die US-Märkte beendeten einen recht volatilen aber dünnen Handel mit soliden Gewinnen. Als stärkster Sektor im S&P 500 (+0,86 %) präsentierte sich Technologie (+1,41 %), aber grundsätzlich waren die Gewinne sehr breit gestreut und einzig der Energie-Komplex (-0,11 %) hatte nach bärischen Lagerdaten einen kleinen Verlust zu verbuchen. Micron konnte den herben Einbruch von Dienstag wieder teilweise wettmachen und legte 2,64 % zu, nachdem das Unternehmen einen freundlichen Ausblick auf das vierte Quartal veröffentlichte. Die Kursgewinne der amerikanische Börsen fanden vor dem Hintergrund von neuen Zöllen auf chinesische Produkte mit einem Volumen von 34 Milliarden Dollar, die heute um Mitternacht aktiviert werden, und eine symmetrische Antwort von China provozieren, statt. Die am Nachmittag veröffentlichten FOMC Minutes wurden ohne Reaktion abgehakt und bargen nichts Neues, der ISM-Einkaufsmanagerindex für Juni lag in-line mit einem anziehenden Wachstum im zweiten Quartal.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die US-Botschaft in Berlin hat klargestellt, dass die gegenseitige Streichung der Autozölle in den USA und Europa, wie es vom US-Botschafter Richard Grenell mit den Chefs der deutschen Autokonzerne als mögliche Lösung des Zollstreits diskutiert wurde, nicht als formelles Angebot von Trump an Deutschland zu verstehen sei und dass eine solche Lösung nur im Rahmen eines größeren Zollabkommens zwischen der EU und den USA möglich sei. Aktuell gilt in Europa ein Einfuhrzoll von zehn Prozent auf US-Pkw, während in den USA nur ein Einfuhrzoll von 2,5 Prozent gilt. Trump hat allerdings mit einem Zoll von 20 Prozent gedroht.
  • ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat den Aufsichtsrat um Gespräche zur einvernehmlichen Auflösung seines Vertrags als Vorstandsvorsitzender gebeten. Hiesinger kommt damit einer Aufforderung des Hedgefonds Elliott von US-Starinvestor Paul Singer nach, der bei ThyssenKrupp eingestiegen ist. Die ThyssenKrupp-Aktien können nachbörslich deutlich zulegen und notieren zuletzt rund fünf Prozent höher als am Vorabend.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich eine Streichung sämtlicher Autozölle in Europa und in den USA vorstellen. Angesprochen auf den Vorschlag des US-Botschafters Grenell sagte Merkel, dass eine Zollsenkung "eine Option" sein könne, allerdings nur im europäischen Rahmen. Außerdem müssten die Zollsenkungen dann nach den WTO-Regeln für alle Handelspartner der EU gelten und nicht nur für die Amerikaner.
  • Der US-Flugzeugkonzern Boeing übernimmt einen Mehrheitsanteil am Verkehrsflugzeuggeschäft des brasilianischen Wettbewerbers Embraer. Embraer gehört zu den weltweit wichtigsten Anbietern von Regionalflugzeugen und wird diesen Geschäftsbereich in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen, an dem Boeing künftig 80 Prozent der Anteile halten soll. Zur Gründung des Joint Ventures wurde nun eine vorläufige Vereinbarung unterzeichnet. In dem Deal wird das Verkehrsflugzeuggeschäft von Embraer mit 4,75 Milliarden US-Dollar bewertet.
  • Der US-Konzern Praxair, der vor einer Fusion mit dem deutschen Industriegase-Anbieter Linde steht, verkauft ein fünf Milliarden Euro schweres Unternehmenspaket in Europa an den japanischen Wettbewerber Taiyo Nippon Sanso, um die EU-Wettbewerbshüter so zur Genehmigung der Fusion mit Linde zu bewegen. Praxair gibt damit einen Großteil seines europäischen Geschäfts ab.
  • Der Rohstoffhändler Glencore hat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar angekündigt. Das Programm soll bis 7. August abgeschlossen sein.
  • Bei seinem Treffen mit den Chefs der deutschen Autokonzerne hat US-Botschafter Richard Grenell offenbar eine Lösung im Streit um mögliche neue US-Einfuhrzölle auf Autos und Autoteile vorgeschlagen. Die USA seien zu einer Einigung bereit, bei der sowohl Europa als auch die USA komplett auf Autozölle verzichten, wie das "Handelsblatt" berichtet. Bisher erhebt Europa deutlich höhere Einfuhrzölle als die USA.
  • Das US-Unternehmen International Business Machines Corp (IBM) hat einen Auftrag der australischen Regierung zur Versorgung mit Hardware, Software und Cloud-basierten Dienstleistungen mit einer fünfjährigen Laufzeit erhalten. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf eine Milliarde australische Dollar (rund 631 Millionen Euro).
  • Die deutschen Kaufhausketten Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport stehen nun offenbar doch vor einer Fusion. Der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson´s Bay Company (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigner René Benko wollen die Ketten in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Konjunktur & Politik

  • Die Regierungskoalition in Berlin hat ein Asyl-Paket geschnürt, welches vorsieht die schnellere Zurückweisung von Migranten, die bereits in einem anderen EU-Land Asyl beantragt haben, nicht über neue Transitzentren abzuwickeln. Statt dessen soll die Bundespolizei für das Transitverfahren ihre bereits bestehenden Einrichtungen in unmittelbarer Grenznähe nutzen, heißt es in dem vorliegenden Einigungspapier. Innenminister Seehofer zeigt sich sehr zufrieden mit dem Kompromiss: "Das ist alles von A bis Z so, wie man sich das als zuständiger Minister wünscht."
  • Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi-Aramco hat seine Verkaufspreise für Leichtöl für Europa um 45 Cent, für Asien um 20 Cent und für Nordamerika um 10 Cent gesenkt. Zuvor hatte US-Präsident Trump von Saudi-Arabien in einem Tweet niedrigere Ölpreise gefordert.
  • In den USA sind die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Im Vergleich zur Vorwoche wurde ein Anstieg um 1,2 Millionen Barrel auf 417,9 Millionen Barrel verzeichnet. Die Volkswirte der Banken hatten hingegen mit einem Rückgang um 5,0 Millionen Barrel gerechnet.
  • Die Stimmung im US-Dienstleistungssektor hat sich im Juni überraschend aufgehellt. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor stieg von 58,6 Punkten im Vormonat auf 59,1 Zähler. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang auf 58,3 Punkte.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Die Zahl der Erstanträge erhöhte sich auf 231.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Erwartet wurden 225.000 Erstanträge, nach revidiert 228.000 (zunächst: 227.000) Anträgen in der Vorwoche.
  • ADP-Arbeitsmarktzahlen: Die Privatwirtschaft in den USA hat im Juni deutlich weniger neuen Stellen geschaffen als erwartet. Nach der Statistik des privaten Dienstleisters ADP wurden in der US-Privatwirtschaft im Juni 177.000 neue Stellen geschaffen, während die Volkswirte mit 190.000 neuen Stellen gerechnet hatten. Der Vormonatswert wurde von 178.000 auf 189.000 nach oben revidiert. Die ADP-Zahlen gelten als Indikator für die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden offiziellen US-Arbeitsmarktdaten, auch wenn es häufig starke Diskrepanzen zwischen den Statistiken gibt.
  • Die slowenische Notenbank teilt die Markterwartungen, dass die Leitzinsen in der Eurozone erstmals im späteren Jahresverlauf 2019 angehoben werden dürften. Dies sagte der Vize-Chef der Notenbank nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.
  • US-Präsident Donald Trump hat offenbar bereits im vergangenen Jahr erwogen, mit dem US-Militär im südamerikanischen Krisenstaat Venezuela einzumarschieren. "Warum können wir da nicht einfach einmarschieren?", fragte Trump laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP seine Berater im August 2017. Trump soll die Möglichkeit einer Invasion auch bei Treffen mit lateinamerikanischen Staatschefs angesprochen habe, obwohl sein Beraterstab ihm davon abgeraten habe.
  • Im Handelskonflikt mit den USA erhöht China den verbalen Druck. Die US-Regierung gefährde mit ihrer Politik die Weltwirtschaft, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums. Man werde aber "vor Drohungen und Erpressung" nicht in die Knie gehen. Sollten weitere US-Zölle auf chinesische Waren in Höhe von 34 Milliarden Dollar am Freitag wie geplant eingeführt werden, würden chinesische Zölle sofort in vergleichbarer Höhe aktiv.
  • Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im Mai stärker gestiegen als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Anstieg um 2,6 Prozent verzeichnet, während die Volkswirte nur mit einem Anstieg um 1,1 Prozent gerechnet hatten. Die Veränderung im April wurde zudem von minus 2,5 Prozent auf minus 1,6 Prozent nach oben revidiert.
  • Der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im Mai um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die Veränderung im April wurde von plus 0,3 auf minus 0,1 Prozent revidiert. Der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe ist ein vorlaufender Indikator für die Produktion im verarbeitenden Gewerbe, über die am Freitag berichtet wird.
  • US-Präsident Donald Trump hat die Förderländer-Vereinigung OPEC abermals dazu aufgefordert, mehr Erdöl zu fördern: „Das OPEC-Monopol muss sich daran erinnern, dass die Benzinpreise steigen und es wenig tut, um zu helfen [...] Wenn überhaupt, dann treiben sie die Preise in die Höhe, während die Vereinigten Staaten viele der Mitglieder für sehr wenige Dollar verteidigen. Das darf keine Einbahnstraße sein. JETZT PREISE REDUZIEREN!“, schrieb Trump via Twitter.
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland leicht gesenkt. Für das laufende Jahr rechnet der IWF nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,2 Prozent, nachdem bisher 2,5 Prozent erwartet wurden. Die Prognose für 2019 wurde hingegen von 2,0 auf 2,1 Prozent leicht angehoben. Der IWF rät Deutschland dazu, sein Wachstumspotenzial zu stärken. Mittel- bis längerfristig erwartet der IWF ein deutlich geringeres Wachstum der deutschen Wirtschaft.

Hier geht es zu den Terminen des Tages!

Weitere Informationen zu den im Newsflash genannten Themen und noch mehr aktuelle Nachrichten finden Sie in Echtzeit auf Guidants News. In Spitzenzeiten veröffentlicht Guidants News mehr als 100 Nachrichten pro Stunde. Damit Sie trotzdem den Überblick behalten, stehen Ihnen zahlreiche Filtermöglichkeiten zur Verfügung.