• EU-Kommission: "Wir navigieren in stürmischer See"
    • Deutsche Industrie erholt sich nur schleppend
    • US-Immunologe Fauci in Sorge wegen Corona-Neuinfektionen
    • Hongkong: Sicherheitsgesetz soll rigoros angewendet werden
    • Mehrere neue Minister in Frankreich
    • ifo: Deutsche Industrie erwartet leichte Zunahme ihrer Produktion
    • Gegenwind für Bayer im Glyphosat-Streit
    • Deutsche Bank sieht „hohe Hürden“ für Kauf von Wirecard-Teilen
    • BMW: Erholung in China läuft an
    • Insiderhandel bei Osram?
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    DAX & Wall Street

    • Wieder aufgeflammte Konjunktursorgen haben die Anleger am Dienstag zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Ausgelöst wurden die jüngsten Konjunktursorgen durch tendenziell enttäuschende Daten zur deutschen Industrieproduktion. Diese hatte sich im Mai nicht so deutlich von dem scharfen Einbruch in der Corona-Krise erholt wie von Analysten erhofft. Dass die Konjunktur Probleme hat, sich von der Krise zu erholen, erwartet auch die EU-Kommission. Die Behörde geht davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 8,7 Prozent einbrechen wird. Im nächsten Jahr wird ein Plus von 6,1 Prozent vorhergesagt. Vor allem Frankreich, Spanien und Italien dürften sich sehr schwach entwickeln. Für die deutsche Wirtschaft wird für dieses Jahr davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt um 6,3 Prozent schrumpfen wird, um dann im nächsten Jahr um 5,3 Prozent anzuziehen. Die letzte Prognose im Mai fiel insgesamt noch merklich zuversichtlicher aus. Weiterer Belastungsfaktor für die Märkte sind die extrem hohen Corona-Neuinfektionszahlen in den USA. Zudem wirft die Berichtssaison ihren Schatten voraus. "Dass die Vorsicht aktuell wieder zugenommen hat, könnte auch mit der näher rückenden Berichtssaison in den USA in Zusammenhang stehen, denn die Ausblicke dürften mit Ausnahme weniger Branchen sehr mau sein", prognostizierte Stratege Martin Lück vom Vermögensverwalter Blackrock. Der DAX setzte seinen Höhenflug vor diesem Hintergrund nicht weiter fort, er verabschiedete sich am Dienstag mit 0,92 Prozent im Minus auf 12.616 Punkte.
    • An der Wall Street schlossen alle Indizes mit Verlusten. Der S&P 500 verlor 1,08 Prozent, der Dow Jones gab um 1,51 Prozent nach und selbst der zuletzt starke Nasdaq 100 schloss nach einem neuen Intraday-Rekordhoch mit einem Minus von 0,75 Prozent.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmensnachrichten

    • Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Michael Jaffé gibt es für Teile des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard eine hohe Nachfrage von Investoren. Für das Kerngeschäft mit der Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten sowie davon unabhängige Geschäftsbereiche des Konzerns hätten sich zwischenzeitlich bereits mehr als 100 Interessenten gemeldet, teilte der Rechtsanwalt am Dienstag im Anschluss an eine Sitzung des vorläufigen Gläubigerausschusses mit. Für die für die US-Gesellschaft Wirecard North America hat der Ausschuss bereits zugestimmt, die Investmentbank Moelis & Company für den Verkauf der Sparte zu mandatieren. Auch für weitere internationale Beteiligungen sowie das Kerngeschäft würden aktuell Investorenprozesse eingeleitet.
    • Tesla plant für seine Europa-Fabrik in Grünheide nahe Berlin mit Errichtungskosten von rund 1,065 Mrd. Euro, wie aus dem aktualisierten Antrag für die umweltrechtliche Genehmigung hervorgeht. Die Bauarbeiten sollen bis März 2021 andauern. In der Fabrik ist eine maximale Produktion von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant.
    • Der Autozulieferer ElringKlinger erwartet massive Einbußen. Zwar gehe man davon aus, besser abzuschneiden als der Markt insgesamt. Zugleich werde man neben großen Umsatzeinbußen aber auch „deutliche Ergebniseffekte" sehen, sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Dienstag bei der Hauptversammlung des Unternehmens. Vieles hänge von der erhofften Erholung im zweiten Halbjahr ab. „Dann wird sich zeigen, ob die massiven Auswirkungen des zweiten Quartals kompensiert werden können", betonte Wolf.
    • Der Impfstoffhersteller Novavax teilte mit, 1,6 Mrd. Dollar von der US-Regierung aus der "Operation Warp Speed", dem Regierungsprogramm zur Beschleunigung der Entwicklung und Lieferung eines Impfstoffs gegen Covid-19, zur Verfügung gestellt zu bekommen. Mit dem Geld soll die Entwicklung von 100 Mio. Dosen eines Coronavirus-Impfstoffs bis Ende des Jahres vorangetrieben werden. Ziel der Regierung sei es, im kommenden Jahr mit der Verabreichung von 300 Mio. Dosen eines Impfstoffs zu beginnen, erklärte das Gesundheitsministerium. Der Arzneimittelhersteller Regeneron war ebenfalls Empfänger der "Operation Warp Speed"-Finanzierung und erhielt 450 Mio. Dollar für die Entwicklung und Herstellung seines antiviralen Antikörper-Cocktails Covid-19. Das Unternehmen teilte mit, dass erste Dosen bereits Ende des Sommers fertig sein könnten.
    • Der Laborausrüster Quest Diagnostics teilte mit, dass die Bearbeitungszeit für Covid-19-Testergebnisse sich auf vier bis sechs Tage für nicht-prioritäre Patienten verlängert habe, da die Nachfrage nach seinen molekulardiagnostischen Tests weiter stark zugenommen habe.
    • Sunrun, ein Unternehmen, das auf die Installation von Solaranlagen auf Wohnhäusern spezialisiert ist, kauft für 3,2 Mrd. Dollar den Wettbewerber Vivint Solar. Die Aktionäre von Vivint Solar werden für jede Aktie, die sie jetzt halten, 0,55 Sunrun-Aktien erhalten, was einer Prämie von 10,4 % auf den letzten Schlusskurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne entspricht. Vivint befindet sich mehrheitlich im Besitz von Blackstone.
    • Der Bundesstaat Wyoming wird nach Genehmigung durch das State Loan and Investment Board von Wyoming ein Angebot für Land- und Mineraliengrundstücke im Besitz von Occidental Petroleum abgeben. Occidental verkauft Vermögenswerte, um die Schulden aus der letztjährigen Übernahme von Anadarko Petroleum in Höhe von 38 Mrd. US-Dollar zu verringern.
    • Sirius XM steht kurz davor, die Podcasting-Sparte Stitcher von E.W. Scripps zu erwerben, wie das Wall Street Journal berichtete. Der Satellitenradiobetreiber wolle angeblich rund 300 Mio. Dollar für Stitcher auf den Tisch legen.
    • Der Baukonzern HeidelbergCement setzt im Zuge der Corona-Pandemie seine Vermögenswerte um 3,4 Mrd. Euro herab. Das betreffe überwiegend Westeuropa. Das Unternehmen habe wegen der Coronakrise die Geschäftsaussichten aller lokalen Einheiten überprüft und dabei die Werthaltigkeit des Portfolios neu eingeschätzt. Weil die erwarteten Gewinne zurückgehen, sinkt auch der Wert der Anlagen.
    • Dank der soliden Chip-Nachfrage in der Coronakrise erwartet Samsung für das zweite Quartal 2020 einen deutlich höheren operativen Gewinn. Der Gewinn aus den Kerngeschäften werde im Jahresvergleich um 22,7 Prozent auf 8,1 Bio. Won (6 Mrd. Euro) zulegen, heißt es im Ergebnisausblick für die Monate April bis Juni.
    • Laut Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing wäre ein Kauf von Teilen des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard mit hohen Hürden verbunden. Natürlich sei Zahlungstechnologie interessant für die Deutsche Bank als eine der führenden Banken im Zahlungsverkehr weltweit, sagte Sewing in einer Videokonferenz. „Wenn es dann eine potenzielle Gelegenheit gibt, sich mit Technologie zu befassen, bewerten wir das natürlich." Sewing sagte jedoch, Zukäufe müssten stets Wert für die Aktionäre schaffen. Vor allem aber müssten die neuen Teile besser sein als das eigene Angebot. „Das ist eine hohe Hürde", sagte Sewing. Die Deutsche Bank hatte in der vergangenen Woche signalisiert, dass sie die Wirecard Bank nach dem Bilanzskandal des Mutterkonzerns möglicherweise finanziell stützen will.
    • BMW hat im zweiten Quartal ein Viertel weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum, und zwar insgesamt weniger als 500.000. Insgesamt sank der Absatz um 25,3 Prozent auf 485.701. Vor allem in Europa und Amerika sind die Verkäufe massiv eingebrochen, während sie in Asien bereits wieder anzogen, wie der Autohersteller mitteilte. Eine erfreuliche Entwicklung sehe man in China, wo der Absatz im zweiten Quartal bereits wieder über dem des Vorjahres gelegen habe, erklärte Vertriebsvorstand Pieter Nota. Auf Markenebene waren Mini mit einem Rückgang um 38,2 Prozent und Rolls Royce mit 46,8 Prozent besonders stark betroffen. Die Hauptmarke BMW gab um 23,2 Prozent nach.
    • Im Zuge der Übernahme des Münchener Leuchtkonzerns Osram untersucht die Bafin den Verdacht möglichen Insiderhandels mit Osram-Papieren aus dem Jahr 2019. Seinerzeit hatten die zwei US-Investoren Bain Capital und The Carlyle Group ein erstes Übernahmeangebot vorgelegt, das im Osram-Aufsichtsrat besprochen wurde. In diesem Zusammenhang ist die Osram-Aktie an den Börsen um 10 Prozent in die Höhe geschossen. Die Bafin hat nun angekündigt, diesen Kurssprung überprüfen zu wollen, wie sie gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigte. Die Untersuchung steht laut Bafin in keinerlei Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) wegen möglichen Insiderhandels im Zuge der Übernahme von Osram durch die österreichische AMS.
    • Unerwartete Probleme für Bayer: Der im Juni bekannt gegebene milliardenschwere Glyphosat-Vergleich beinhaltet neben bis zu 9,6 Mrd. Dollar für laufende Verfahren auch 1,25 Mrd. Dollar für eine separate Vereinbarung für mögliche künftige Fälle. Der Bundesrichter Vince Chhabria, der dem Vergleich zustimmen muss, beurteilt den diesbezüglichen Vorschlag der Streitparteien in einem Gerichtsdokument vom Montag als problematisch. Dabei geht es um die Bildung eines unabhängigen Wissenschaftsgremiums, das entscheiden soll, ob der Glyphosat-Unkrautvernichter Roundup Lymphdrüsenkrebs verursacht, und falls ja, ab welcher Dosis er gefährlich werden kann. Richter Chhabria tendiert demnach eher dazu, den Vorschlag des Konzerns abzulehnen. Er stellt unter anderem die Frage, ob eine Beauftragung eines solchen Gremiums, statt Richtern und Geschworenen, rechtlich möglich ist. Bayer teilte mit: „Wir nehmen die Bedenken des Richters ernst und werden auf sie bei der Anhörung zu einer vorläufigen Genehmigung am 24. Juli eingehen“.
    • Der Technologie-Investor Brockhaus Capital Management will bei seinem Börsengang einen dreistelligen Millionenbetrag erlösen. Inklusive Mehrzuteilungsoption sollen bis zu rund 3,6 Mio. Aktien zu jeweils 32 Euro platziert werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Papiere bietet das Unternehmen im Zuge einer Privatplatzierung ausschließlich institutionellen Investoren an. Insgesamt erhofft sich das Unternehmen einen Bruttoerlös von bis zu 115 Mio. Euro.
    • Novartis hat von der Europäischen Kommission die Genehmigung für seine Asthma-Therapie Enerzair Breezhaler erhalten. Die Erhaltungstherapie (QVM149; Indacaterolacetat, Glycopyrroniumbromid und Mometasonfuroat) soll bei Patienten eingesetzt werden, bei denen sich das Asthma verschlechtert hat und nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
    • Im Wirecard-Fall mehren sich Hinweise auf ein komplettes Versagen der Aufsichtsbehörden. Nach Informationen des „Handelsblatts" bemühte sich der Zahlungsdienstleister vor Jahren (2018, 2019) vergeblich um einen Kredit bei der BayernLB. Die Compliance-Abteilung der Landesbank hatte Wirecard zu dem Zeitpunkt bereits wegen Verdachts auf Geldwäsche bei der Financial Intelligence Unit des Zolls gemeldet. Für Wirecard blieb die Anzeige aber offenbar ohne Folgen. Nach Handelsblatt-Recherchen lehnte 2018 auch eine weitere Münchener Bank Wirecard als Kreditnehmer ab.
    • Gläubiger und Aktionäre können ins Fall Wirecard unter Umständen die normalerweise streng geheimen Abschlussberichte von Wirtschaftsprüfern einsehen. Der Wirtschaftsprofessor Kai-Uwe Marten von der Universität Ulm beruft sich im Gespräch mit der dpa in diesem Zusammenhang auf den infolge diverser Skandale eingeführten Paragraf 321a des Handelsgesetzbuches. „All jene, die Forderungen haben (Banken, Lieferanten, in bestimmten Fällen auch Aktionäre) können Einsicht in die Prüfungsberichte der vergangenen drei Jahre beantragen, sobald das Insolvenzverfahren eröffnet ist", sagte Marten. Bei Aktionären gelte, dass sie ein Prozent des Unternehmens oder Aktien im Wert von mindestens 100.000 Euro halten müssten, um Zugriff auf die Berichte zu erhalten. Seit Beginn des Skandals um Wirecard wird auch die Rolle der Wirtschaftsprüfer (hier: EY) geprüft. Fachmann Marten nimmt EY in Schutz. „Es ist ein großer Unterschied, ob man eine normale gesetzliche Abschlussprüfung durchführt oder gezielt nach Betrug sucht", erklärt er. EY habe lediglich den Auftrag gehabt zu prüfen, ob der Konzernabschluss von Wirecard mit den gesetzlichen internationalen Rechnungslegungsstandards übereinstimme.
    • Die Deutsche Telekom hat sich über Jahre immer abhängiger von dem umstrittenen chinesischen Technologielieferanten Huawei gemacht - trotz Warnungen von Sicherheitsbehörden, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Wie aus vertraulichen Unterlagen zu Vorstandstreffen beider Konzerne der vergangenen vier Jahre hervorgehe, sei Huawei nicht nur ein zentraler Lieferant für den Ausbau des Echtzeitmobilfunks 5G, sondern spiele auch in fast allen Zukunftsplänen (Clouddienst, Breitbandausbau9 der Telekom eine wichtige Rolle, so die Zeitung.
    • Die Commerzbank hat bei der Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef eine Absage bekommen. Der deutsch-britische Finanzprofi Nicholas Teller habe intern verkündet, dass er nicht neuer Chefkontrolleur werden wolle, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem „Handelsblatt“. Wer die Nachfolge von Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann antritt, der sein Amt zum 3. August niederlegt, ist damit weiterhin unklar. Die Commerzbank äußerte sich dazu nicht. Teller sitzt seit 2014 im Aufsichtsrat der Commerzbank und genieße intern und extern hohes Ansehen, hieß es.
    • Die Zahl der Passagiere am Frankfurter Flughafen bleibt wegen der Corona-Krise auf niedrigem Niveau. In der vergangenen Woche zählte der Flughafenbetreiber Fraport rund 250.000 Fluggäste, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Das sind 83,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl aber um 80.000. Viele Fluggesellschaften bieten seit Juni wieder mehr Flüge an.
    • Großbritannien steht laut „Handelsblatt“ kurz vor Abschluss eines Kaufvertrags für den Erwerb von 60 Mio. Einheiten eines Covid-19-Impfstoffs, an dem die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline arbeiten. Der Deal hat demnach ein Gesamtvolumen von 550 Mio. Euro.

    Konjunktur & Politik

    • Aus Angst vor dem neuen Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong gehen Internetkonzerne auf Abstand. Die internationale Videoplattform TikTok kündigte am Dienstag an, sich ganz vom Hongkonger Markt zurückzuziehen. Das chinesische Mutterhaus ByteDance bestätigte nach Medienberichten, dass der internationale TikTok-Dienst „angesichts der jüngsten Ereignisse" in Hongkong eingestellt werde. Die zensierte und in der kommunistischen Volksrepublik verfügbare chinesische Plattform-Version "Douyin" werde in der asiatischen Wirtschaftsmetropole aber weiter betrieben.
    • Nach einem Wochenende der Gewalt mit Todesschüssen auf eine Achtjährige in Atlanta hat Georgias Gouverneur Brian Kemp die Nationalgarde mobilisiert. Zudem rief er am Montag den Notstand aus.
    • Die Corona-Krise trifft die europäische Wirtschaft nach Einschätzung der EU-Kommission noch stärker als zuletzt angenommen. Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone könnte demnach 2020 um 8,7 Prozent einbrechen, in sämtlichen 27 EU-Ländern um 8,3 Prozent, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag prognostizierte. Im Mai war die Kommission noch von einem Minus von 7,7 Prozent für die Eurozone und 7,4 Prozent für die gesamte EU ausgegangen. Die Verschlechterung der Prognose begründete die Behörde damit, dass die Aufhebung der Corona-Auflagen in kleineren Schritten erfolge als damals vermutet. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdown sind ernster, als wir das ursprünglich erwartet haben“, erklärte Kommissionsvize Valdis Dombrovskis. „Wir navigieren immer noch in stürmischer See und stehen vor vielen Risiken, darunter eine weitere große Infektionswelle.“
    • Die deutsche Industrie erwartet in den kommenden drei Monaten eine Zunahme ihrer Produktion. Die Stimmung hat sich im Juni das zweite Mal in Folge verbessert. Der ifo-Produktionsindikator stieg auf plus 4,3 Punkte, nach minus 19,5 im Mai, wie die Münchner Ökonomen mitteilten. Das ist der zweitgrößte Anstieg dieses Indikators seit der Wiedervereinigung. Erstmals nach drei Monaten überwiegt laut ifo Institut demnach der Anteil an Unternehmen, die ihre Produktion ausweiten wollen. Allen voran herrsche in der Autoindustrie Aufbruchstimmung.
    • Die Union wirft beim Thema europäisches Asylsystem der EU-Kommission Untätigkeit vor. Die Kommission müsse endlich ihr Versprechen erfüllen und Vorschläge liefern „für ein gemeinsames europäisches Asylsystem, das diesen Namen auch verdient", sagte der innenpolitische Sprecher der Fraktion von CDU und CSU, Mathias Middelberg, zu Beginn einer informellen Videokonferenz der EU-Innenminister an diesem Dienstag. Dazu gehörten ein Außengrenzschutz, der diesen Namen auch verdient, eine gerechte Verteilung von Schutzbedürftigen sowie Asyl-„Vorprüfungen" und eine Zurückweisung von nicht-schutzbedürftigen Migranten schon an den Außengrenzen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
    • Die preisbereinigte Erzeugung im Produzierenden Gewerbe in Deutschland war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai saison- und kalenderbereinigt um 7,8 Prozent höher als im Vormonat April. Analysten hatten jedoch im Schnitt mit einem stärkeren Zuwachs um 11,1 Prozent gerechnet. Das Vorkrisenniveau wird immer noch klar unterschritten: Im Vorjahresvergleich war die Produktion im Mai kalenderbereinigt um 19,3 Prozent niedriger als im Mai 2019. Gegenüber Februar lag die Gesamtproduktion 19 Prozent tiefer. In diesem Monat waren die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland noch nicht in Kraft.
    • Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA zeigt sich angesichts des rasanten Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt. Die gegenwärtige Lage sei „wirklich nicht gut" und erfordere „sofortiges“ Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci in einem Live-Chat. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht, sagte Fauci.
    • Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hat eine rigorose Umsetzung des umstrittenen chinesischen Sicherheitsgesetzes angekündigt. Sie sagte, wer gegen das Gesetz verstoße, müsse mit sehr ernsthaften Konsequenzen rechnen. In den vergangenen Tagen wurden bereits hunderte Menschen festgenommen.
    • Die Gesundheitsbehörden haben dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Dienstagmorgen 390 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind damit hierzulande 196.944 Menschen positiv getestet worden. Die Zahl der Toten stieg um acht auf 9.024. Die Zahl der Genesenen wird auf 182.200 Personen geschätzt. Damit sind rechnerisch gut 5.700 Menschen akut erkrankt.
    • Der australische Bundesstaat Victoria setzt im Großraum Melbourne neue Corona-Beschränkungen in Kraft. Die Restriktionen gelten für sechs Wochen. Unter anderem gilt ab der kommenden Nacht de facto eine Ausgangssperre. Der Premierminister des Bundesstaats, Andrews, sagte zur Begründung, es gebe unhaltbar hohe Zahlen neuer Fälle. Victoria meldete zuletzt 191 nachgewiesene Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der Epidemie.
    • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich auf das Coronavirus testen lassen. Er erklärte vor Anhängern, eine erste Untersuchung seiner Lunge habe keine Hinweise auf Covid-19 gezeigt. Das Ergebnis des Abstriches steht demnach noch aus. Medien hatten berichtet, dass Bolsonaro Symptome der Atemwegserkrankung zeige.
    • Mit neuen Gesichtern in der Regierung will Präsident Emmanuel Macron Frankreich aus der Coronakrise führen. Neuer Innenminister sei Gérald Darmanin, teilte der Élyséepalast mit. Darmanin war zuvor Haushaltsminister. Der bisherige Innenminister Castaner war immer wieder kritisiert worden. Für Umwelt ist künftig Barbara Pompili zuständig. Sie kommt ursprünglich von den Grünen. Auch das Arbeitsministerium wurde ausgewechselt. Der einflussreiche Wirtschafts- und Finanzminister Le Maire bleibt auf seinem Posten.

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