Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie waren auf den globalen Finanzmärkten zu spüren, da der wirtschaftliche Abschwung die Rentabilität der Unternehmen belastete, was für eine Rekordzahl von Rating-Herabstufungen und einen Anstieg der Zahlungsausfälle im Jahr 2020 sorgte.

Im Jahr 2021, als sich die globalen Volkswirtschaften von den schlimmsten Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs erholten, wurden die Unternehmen wieder rentabel. Dies hat bei vielen High Yield-Unternehmen zu einer Trendwende bei den Ratings geführt.

Wir haben in diesem Jahr kaum Fallen Angels und zugleich Rising Stars mit einem Volumen von rund 25 Mrd. US-Dollar gesehen - ein Trend, der sich in Verbindung mit der erwarteten anhaltend positiven globalen makroökonomischen Dynamik fortsetzen dürfte.

Wie viele Rising Stars in den nächsten 12 bis 18 Monaten aus dem High Yield-Universum hervorgehen könnten, variiert, wobei die Schätzungen hinsichtlich des Volumens von 80 Mrd. US-Dollar bis über 200 Mrd. US-Dollar reichen.

Dieser Trend ist in seinem Ausmaß überraschend, aber angesichts der Anzahl der Unternehmen, die von einer pandemiebedingten Herabstufung betroffen waren, vielleicht zu erwarten.

Für High Yield-Investoren erscheinen die derzeitigen Spreads eng. Wir sind jedoch der Meinung, dass sie die positive Wirtschaftslage angemessen widerspiegeln und daher entsprechend dem ökonomischen Umfeld wahrscheinlich noch einige Zeit eng bleiben werden.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Zahl an Fallen Angels zunehmen wird. Gleichzeitig wird das Nettoangebot wahrscheinlich sinken. Für das Jahr 2022 wird ein Volumen von etwa 5 Mrd. US-Dollar prognostiziert und somit 90 % weniger als 2021.

Da die High Yield-Manager ihre Anleihen nach der Heraufstufung auf Investment Grade-Niveau veräußern, könnte ihnen eine große Menge an Kapital verbleiben, das sie wahrscheinlich in den High Yield-Markt umschichten müssen.

Wir gehen davon aus, dass dies zu einer sehr starken technischen Nachfrage von über 100 Mrd. US-Dollar führen wird, die in die Anlageklasse zurückfließen wird. Eine erhöhte Nachfrage, die auf ein rückläufiges Angebot trifft, treibt normalerweise die Preise in die Höhe.

Für Anleger, die in US-amerikanische High Yield-Anleihen investieren, könnte dies weiteres Aufwärtspotenzial bedeuten, selbst wenn die Spreads eng bleiben, wie es in Zeiten des Wirtschaftswachstums häufig der Fall ist.