New York (GodmodeTrader.de) - Sowohl die Fed als auch die EZB befinden sich inzwischen auf dem Pfad der geldpolitischen Normalisierung, wobei dieser Prozess in den USA am weitesten fortgeschritten ist. Die Kombination aus stärkerem Wachstum, einer moderaten Inflation und niedrigen Zinsen hat dort ein positives Umfeld für die Unternehmensgewinne geschaffen, die deutlich gestiegen sind. Insbesondere auf dem Hochzinsmarkt hat dies die Bonität beflügelt, und die Ausfallquoten sind gesunken – was Anlegern attraktive Renditen beschert, wie Ulrich Gerhard, Manager des BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond Fund und Senior Manager bei Insight Investment – einer Boutique von BNY Mellon IM, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Allerdings hätten europäische Emittenten, allen voran solche mit BB-Rating, die Phase niedriger Renditen und starker Nachfrage genutzt, um ihr Fälligkeitsprofil zu verlängern. Und damit hätten sie zwar das Ausfallrisiko reduziert, gleichzeitig aber ein Durationsrisiko entstehen lassen. So sei die Duration des Bloomberg Barclays Euro BB Index aktuell fast ein Jahr länger als noch Anfang 2015. Die Kupons dieser Neuemissionen seien niedrig und lägen zum Teil zwischen zwei und drei Prozent – beispielsweise bei der französische Autovermietung Europcar, die eine Anleihe mit einer Laufzeit bis 2022 und einem Kupon von lediglich 2,375 Prozent begeben habe. Das bedeute: Zukünftig würden die Renditen dieser niedrig verzinsten Wertpapiere vom Zinsrisiko bestimmt, sofern sich die Fundamentaldaten des Unternehmens nicht dramatisch veränderten, heißt es weiter.

„In den USA geht der Trend dagegen in eine ganz andere Richtung: Die Duration des US-Dollar-Index ist gesunken. Deshalb können die höheren Erträge, die mit dem Kauf von US-Hochzinsanleihen einhergehen, den Inhabern europäischer Hochzinsanleihen einen größeren Schutz bieten, wenn die Renditen weltweit ansteigen. Außerdem hat sich der Preis bei vielen Emissionen auf dem US-Hochzinsmarkt bereits angepasst, um dem Risiko Rechnung zu tragen, dass diese Papiere möglicherweise erst nach ihrem ersten Kündigungstermin gekündigt werden. Flexibel zu sein und nicht nur den heimischen Markt im Auge zu haben ist also derzeit essentiell“, so Gerhard.

Sofern sich die Konjunktur weiter günstig entwickle, biete der Renditepuffer von Hochzinsanleihen im Vergleich zu Staatspapieren oder Anleihen mit Investmentstatus natürlich einen deutlich höheren Schutz vor steigenden Renditen. Im laufenden Jahr hätten Emittenten mit B-Rating jedenfalls sowohl in Europa als auch in den USA besser abgeschnitten als ihre Pendants mit BB-Rating, heißt es abschließend.