Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Eines so ungewöhnlichen Ereignisses wie einem negativen Ölpreis in den USA hätte es nicht bedurft, um den Maispreis weiter unter Druck zu setzen. Schon in den letzten Wochen war der Maispreis massiv gefallen. Anfang März kostete ein Scheffel noch 385 US-Cent. Gestern ging Mais bei 314,25 US-Cent je Scheffel aus dem Handel (Mai-Kontrakt) und damit so günstig wie zuletzt im September 2009, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Der Preisverfall sei vor allem dadurch bedingt, dass die niedrigen Ölpreise auch den Preis für Ethanol nach unten zögen, das in den USA weitgehend aus Mais hergestellt werde und normalerweise für rund 40 Prozent der US-Maisverwendung stehe. Nach Angaben der Renewable Fuels Association RFA stünden von den landesweit 200 Ethanolfabriken derzeit 73 still, etwa ebenso viele liefen mit reduzierter Produktion, einige Fabriken stellten nun Ausgangsstoffe für Desinfektionsmittel her. Die zur Eindämmung der Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen hätten den Bedarf an Kraftstoffen einbrechen lassen, doch auch die Nachfrage nach Mais als Futtermittel leide unter der schwächeren Nachfrage nach Fleisch und Fabrikschließungen im Fleischgewerbe, heißt es weiter.

„Gleichzeitig läuft inzwischen die Aussaat für die Ernte 2020/21. Ende März hatte das US-Landwirtschaftsministerium basierend auf Umfragen berichtet, dass die Landwirte eine Ausdehnung der Maisfläche auf ein Achtjahreshoch planen. Ob es angesichts der Preise auf einem Zehneinhalbjahrestief dazu kommt, bleibt abzuwarten. Denn die Umfragen fanden vor dem Preiseinbruch statt. Inzwischen hat sich das Preisverhältnis deutlich zugunsten von Sojabohnen verschoben. Bisher wurden laut USDA sieben Prozent der für Mais vorgesehenen Felder eingesät, etwas weniger als im Fünfjahresdurchschnitt zu dieser Zeit des Jahres. Die Sojabohnenaussaat ist gerade erst angelaufen“, so Helbing-Kuhl.