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Die US-Notenbank hat ihr Sitzungsprotokoll zur letzten Zinssitzung am 27. und 28. Juli veröffenlicht. Wichtigste Frage: Wann beginnt die US-Notenbank mit einer Reduzierung ("Tapering") ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe?

Alle Mitglieder des Offenmarktausschusses waren der Meinung, dass die Wirtschaft Fortschritte in Richtung der Ziele gemacht habe, die für das Tapering relevant seien, heißt es im Sitzungsprotokoll. Zugleich seien die "wesentlichen weiteren Fortschritte", die die Fed zur Bedingung für eine Straffung ihrer Geldpolitik gemacht hatte, noch nicht erreicht und man sei "vorsichtig" in Bezug auf ein baldiges Tapering.

Die meisten Mitglieder des Offenmarktausschusses waren der Meinung, dass ein Beginn des Taperings im laufenden Jahr angemessen sein könnte, sofern sich die Wirtschaft wie erwartet entwickelt. Mehrere Mitglieder erwarteten ein Beginn des Taperings in den kommenden Monaten. Einige Mitglieder waren auch der Meinung, dass es Anfang des kommenden Jahres beginnen würde. Zugleich heißt es, dass der Beginn des Taperings von der wirtschaftlichen Entwicklung abhänge.

Während die Fed weitere Fortschritte bei der Erholung der Wirtschaft sieht, heißt es auch im Sitzungsprotokoll, dass die Delta-Variante Abwärtsrisiken für den Ausblick bedeuten könnte. Eine stärkere Ausbreitung der Delta-Variante könnte den Ausblick verändern, heißt es.

Die Inflation in den USA war in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen. Zuletzt hatte die Inflationsrate bei 5,4 Prozent und damit deutlich über dem mittelfristigen Notenbankziel von zwei Prozent gelegen. Die meisten Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses betrachten den jüngsten Inflationsschub allerdings als vorübergehend, wie das Sitzungsprotokoll bestätigt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Notenbank ihr Inflationsziel zudem flexibilisiert. So ist die Notenbank auch bereit, vorübergehend eine moderat erhöhte Inflation zu akzeptieren.

Beim Zinsentscheid am 28. Juli hatte die US-Notenbank ihre Geldpolitik unverändert belassen, gleichzeitig aber eine mögliche Reduzierung ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe ("Tapering") in den kommenden Monaten angedeutet. Seit Dezember hatte die Fed betont, dass die Anleihenkäufe in einem Tempo von mindestens 120 Milliarden Dollar pro Monat fortgesetzt werden sollten, "bis wesentliche weitere Fortschritte bei der Erreichung der maximalen Beschäftigungs- und Preisstabilitätsziele (...) erzielt wurden". Seit Juli heißt es nun, dass die Wirtschaft "Fortschritte in dieser Richtung gemacht" habe und "der Ausschuss die Fortschritte in den kommenden Sitzungen weiterhin" bewerten werde. Dies könnte eine bevorstehende Reduzierung der Käufe in den kommenden Monaten bzw. Quartalen andeuten. Der Leitzins liegt weiter in einer Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent. Zinserhöhungen soll es erst nach dem Ende der Anleihenkäufe geben.

In einer weiteren Entscheidung hatte der Offenmarktausschuss im Juli die Einrichtung einer dauerhaften sogenannten Repo-Fazilität ab Oktober beschlossen. Über die Repo-Fazilität kann die US-Notenbank sogenannte Primary Dealer und andere Banken mit Liquidität auf dem Repo-Markt versorgen oder – wie zuletzt – dem Markt über Reverse-Repo-Geschäfte Liquidität entziehen. Die Banken parken derzeit Rekordsummen von mehr als einer Billion US-Dollar über Reverse-Repo-Geschäfte bei der Fed.

Marktreaktionen: Die wichtigsten Aktienindizes tendierten nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls in einer ersten Reaktion deutlich schwächer, ebenso der Dollar. Die Zinsen und der Goldpreis legten zunächst zu. Anschließend kam es aber zu einer deutlichen Korrektur der anfänglichen Bewegungen.

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