• Nikkei225 - Kürzel: N225 - ISIN: XC0009692440
    Börse: Deutsche Bank Indikation / Kursstand: 19.625,00 Pkt

Tokio (Godmode-Trader.de) - Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren extrem lockeren geldpolitischen Kurs bestätigt und setzte sich damit in Gegensatz zur US-Notenbank Fed, die am Vorabend die Zinsen erneut angehoben hatte. Der Zinssatz, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen, steigt um 0,25 Punkte auf ein Niveau von 0,75 bis 1,0 Prozent. In Japan gilt seit Februar 2016 ein negativer Zinssatz von minus 0,1 Prozent. Die Bank of Japan hat nun auch vorerst keinen konkreten Handlungsbedarf. Die Fed nimmt Druck von den Japanern. Die robuste Verfassung der japanischen Wirtschaft und der anhaltend günstige Yen machen Änderungen nicht unbedingt nötig.

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BoJ-Chef Haruhiko Kuroda will an der lockeren Geldpolitik festhalten, bis das Inflationsziel der Notenbank stabil erreicht ist. Dieses liegt aber noch in weiter Ferne. Die Inflationsrate lag im Februar mit minus 0,3 Prozent sogar wieder im negativen Bereich. Die BoJ versucht seit Jahren, die zähe Deflation dauerhaft zu überwinden und den Wachstumsmotor anzukurbeln. Ihr Ziel ist eine Inflationsrate von zwei Prozent, das sie jedoch wiederholt nach hinten schieben musste. Die Tokioter Preise für den März ebenso wie die Produzentenpreise signalisieren aber einen höheren Preisdruck für die kommende Zeit. Im Jahresverlauf kommen dann begünstigende Basiseffekte hinzu.

Nach Ansicht der NordLB ist die kritischere Frage die Erreichung der Zielrendite für die zehnjährigen Staatsanleihen, welche die Notenbank im September 2016 zusammen mit der Zinsstrukturkurvensteuerung eingeführt hat. Seit einiger Zeit liegt die Rendite darüber. Daher dürfte der nächste Schritt der BoJ wohl sein, die Zielrendite den Marktgegebenheiten anzupassen. „Die BoJ könnte die Zielrendite anheben oder einen Zielkorridor einführen. Letzteres würde der Bank mehr Flexibilität verschaffen. Im April wird dies wahrscheinlich noch nicht passieren, aber im Juni sähen wir schon einen möglichen Termin für die Anpassung“, so die Experten.

Ein Ende der offenen Geldschleusen ist nicht in Sicht, noch nicht einmal die Diskussion über ein allmähliches Zurückfahren der Wertpapierkäufe ist bis auf weiteres Thema. Dafür sind die Notenbankziele noch zu weit entfernt.