• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.341,600 $/Unze
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Der Markt reagierte auf das Statement der Fed nach Veröffentlichung überraschend ruhig. Normalerweise zucken Indizes, Währungen und Rohstoffe ziemlich wild hin und her. Oftmals entscheiden sie sich erst vor Handelsschluss oder am nächsten Tag für eine Richtung. Dieses Mal scheint das etwas schneller zu gehen, denn die Erstreaktion bleibt fast aus.

Betrachtet man den Tagesverlauf von Gold, Dax, SP 500 und EUR/USD, dann erkennt man den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Statements sehr wohl, doch richtungsentscheidend kann man die Bewegung nicht nennen. Im Vergleich zu den letzten Entscheiden ist das überhaupt kein Vergleich. Zudem korrigiert sich die Erstreaktion, die ohnehin klein ausfiel, sehr schnell wieder. Unterm Strich scheint sich überhaupt nichts verändert zu haben.

Gold

Die klare Unentschlossenheit der Anleger ist gut nachvollziehbar, denn die Notenbank hat einen Geniestreich vollzogen. Sie hat nämlich überhaupt nichts gesagt. Neben den einleitenden Worten, die sich immer an die neuesten Daten anpassen, ist das Statement unverändert. Es gibt nicht einmal den Hauch einer Andeutung dazu, wie es weitergehen wird. Lesen Sie dazu auch: US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Mit viel Fantasie kann man hineininterpretieren, dass die Notenbank etwas weniger Risiken als im Juni sieht. Einerseits liegt das an dem guten Arbeitsmarktbericht des vergangenen Monats, andererseits daran, dass auch der Brexit nicht zur Katastrophe ausarten wird.

Wer nun aber aufgrund der geringer ausfallenden Risiken gedacht hat, dass es einen Hinweis auf eine Zinserhöhung geben wird, hat sich getäuscht. Es ist wirklich absolut nichts herauszulesen. Damit bleibt die Fed der Linie der anderen Notenbanken treu (erst einmal abwarten), doch sie tut es auf besonders geschickte Art und Weise. Sie sagt nicht einmal, dass sie erst abwarten wird. Während alle anderen dies inbrünstig taten, sagt die Fed einfach nichts.

Mir fehlt es für gewöhnlich nicht an Fantasie, um Interpretationsspielräume zu finden, doch in diesem Fall bin ich sprachlos. Das spricht übrigens dafür, dass der Markt weiter steigen kann. Die US-Notenbank hat derzeit nur eine Möglichkeit ihre Politik anzupassen und das ist eine Straffung der Geldpolitik. Nichts tun und nichts sagen bedeutet also: die Welt ist in bester Ordnung, doch die Zinsen heben wir trotzdem nicht an. Mehr hat der Markt auch in den vergangenen Jahren nicht gebraucht, um durchzustarten.

Clemens Schmale

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