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Noch vor der Öffnung der Finanzmärkte in Asien zu Beginn der neuen Woche hat die US-Notenbank erneut außerplanmäßig ihre Geldpolitik gelockert, um so die Finanzmärkte angesichts der Coronavirus-Krise zu stabilieren.

Die Fed entschied am Sonntag, dass der Leitzins um einen ganzen Prozentpunkt reduziert wird. Die Fed Funds Target Rate liegt damit künftig nur noch bei 0 bis 0,25 Prozent. Eine drastische Leitzinssenkung war von den Finanzmärkten bereits erwartet worden, spätestens für den regulären Zinsentscheid am kommenden Mittwoch.

Zudem kündigte die Fed am Sonntagabend ein neues Anleihenkaufprogramm im Volumen von 700 Milliarden Dollar an. Die Fed hatte seit dem vergangenen Herbst bereits wieder Anleihen erworben, damit aber offiziell keine geldpolitischen Zwecke verfolgt (was von vielen Beobachtern allerdings bezweifelt wurde). Nun sollen in den kommenden Monaten mindestens 500 Milliarden Dollar an US-Staatsanleihen und 200 Milliarden Dollar an hypothekenbesicherten Wertpapieren (Mortgage-backed securities, MBS) gekauft werden. Erträge aus fälligen Anleihen sollen komplett reinvestiert werden.

"Die Auswirkungen des Coronavirus werden kurzfristig die Wirtschaftstätigkeit belasten und die wirtschaftlichen Aussichten gefährden", heißt es im Statement der Fed. Die Leitzinsen sollten in der neuen Zielspanne verbleiben, bis der Offenmarktausschuss der Fed zuversichtlich sei, "dass die Wirtschaft die jüngsten Ereignisse überstanden hat und auf dem richtigen Weg ist" um die Ziele maximaler Beschäftigung und Preisstabilität der Fed zu erreichen, heißt es im Statement zum Zinsentscheid.

Erst Anfang März hatte die US-Notenbank den Leitzins außerplanmäßig um einen halben Prozentpunkt gesenkt, damit die Märkte aber nicht stabilisieren können. Am vergangenen Donnerstag hatte die New York Fed als ausführende Stelle der US-Notenbank Fed angekündigt, innerhalb von zwei Tagen bis zu 1,5 Billionen Dollar an zusätzlichen Geldern dem sogenannten Repo-Markt zur Verfügung zu stellen. Auch in den kommenden Wochen wird es mehrere Repo-Geschäfte mit längerer Laufzeit im Volumen von jeweils bis zu 500 Milliarden Dollar geben.

Viele Beobachter bezweifeln, dass die Maßnahmen der Notenbanken in der aktuellen Situation eine große Wirkung erfolgen und setzen eher auf die Regierungen. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte die Regierungen auf der Pressekonferenz zum EZB-Zinsentscheid am vergangenen Donnerstag dazu aufgefordert, schnell "amitioniert" Konjunkturprogramme aufzulegen, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Die Bundesregierung hatte am Freitag "unbegrenzte" Kreditbürgschaften für die deutsche Wirtschaft angekündigt. US-Präsident Trump kündigte am Freitagabend Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus an und erklärte außerdem, dass die US-Regierung im großen Maße Rohöl kaufen werde.

Update: Auch die neuen außerplanmäßigen Entscheidungen der Fed drohen wirkungslos zu verpuffen. Die US-Futures werden fünf Prozent tiefer in Vergleich zu Freitag taxiert. Das entspricht dem außerhalb der regulären US-Handelszeiten maximal erlaubten Betrag ("Limit down").

Auf der Telefonkonferenz zum außerordentlichen Zinsentscheid sagte Powell, dass die reguläre Zinssitzung am kommenden Mittwoch nun nicht stattfinden werde. Negative Zinsen sähe man nicht als mögliches Instrument zur Bekämpfung der Krise.