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Washington (Godmode-Trader.de) - Die Trump-Regierung erwägt ein Verbot einiger oder aller Produkte, die mit Baumwolle aus der chinesischen Region Xinjiang hergestellt werden. Dies berichtet die „New York Times“ am Dienstag. Der Plan könnte schon heute angekündigt werden, da die Vereinigten Staaten Peking wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen sanktionieren wollen, wie drei Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, der Zeitung sagten.

Der Umfang eines entsprechenden Verbots, das eine breite Palette von Bekleidung und anderen Produkten betreffen könnte, bleibt unklar - auch die Frage, ob die Maßnahme sich auf alle Baumwollprodukte erstreckt, die aus Xinjiang oder China versandt werden, oder ob sie sich möglicherweise auch auf Produkte erstreckt, die Baumwolle aus Xinjiang enthalten und aus Drittländern versandt werden. Es gibt eine weit verbreitete Besorgnis über den Einsatz von Zwangsarbeit in Xinjiang, wo die chinesische Führung ein hartes Durchgreifen gegen überwiegend muslimische Minderheiten an den Tag legt, auch Massenverhaftungen wurden bereits durchgeführt.

Studien und Nachrichtenberichte haben dokumentiert, wie Gruppen von Menschen in Xinjiang, vor allem die größtenteils muslimischen uigurischen und kasachischen Minderheiten, für Zwangsprogramme rekrutiert wurden, die ihnen Arbeit in Fabriken, Baumwollfarmen, Textilfabriken und niedere Tätigkeiten in den Städten zuweisen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in den vergangenen Jahren mehr als eine Million Uiguren in der Provinz Xinjiang in Lagern festgehalten. Das Regime in Peking bestreitet das und betrachtet die Vorgänge in der Provinz ohnehin als innenpolitische Angelegenheit.

Potenzielle Einschränkungen von Baumwoll-Lieferungen könnten die globalen Bekleidungshersteller schwer treffen und ihre Lieferketten durcheinanderbringen. Die Region ist bekannt für den Anbau von Baumwolle und das Textilgewerbe: Große Hersteller lassen dort produzieren oder beziehen Baumwolle, Garn oder Stoffe aus dem autonomen Gebiet im Nordwesten Chinas.

Präsident Trump hat im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen eine noch härtere Haltung gegenüber China eingenommen. Washington hat den Druck auf China in den letzten Monaten stetig erhöht und bereits Dutzende von Unternehmen und Einzelpersonen wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang mit Sanktionen belegt. Im Juli setzte die Trump-Administration mehrere Bekleidungsfirmen unter Berufung auf ihren Einsatz von Zwangsarbeit in Xinjiang auf eine schwarze Liste, die sie am Kauf amerikanischer Produkte hindert. Diese „Black List" enthielt viele aktuelle oder ehemalige Lieferanten für große internationale Bekleidungsmarken wie Ralph Lauren oder Hugo Boss.

Das neue Verbot könnte nun zu einer noch stärkeren Massenflucht großer Bekleidungsmarken aus China führen. Als Folge des Handelskonflikts und steigender Spannungen zwischen den USA und China haben viele Unternehmen bereits Produktionsstandorte aus China heraus in Länder wie Vietnam, Bangladesch und Indonesien verlagert. Einige Hersteller haben jedoch festgestellt, dass Chinas Qualitätsproduktion schwer zu replizieren ist, oder sahen sich einem harten Wettbewerb um Fabrikflächen ausgesetzt.

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