Peking (Godmode-Trader.de) - Die Führung in Peking macht ihre Drohung wahr und revanchiert sich für die aus ihrer Sicht provozierende US-Politik beim Thema Taiwan. So habe die Regierung Sanktionen gegen US-Beamte verhängt, "die sich böse verhalten haben und größere Verantwortung tragen“, teilte das Außenministerium in Peking mit. Sprecherin Hua Chunying sprach von einer „Antwort auf das Fehlverhalten der US-Seite".

Der amtierende US-Außenminister Mike Pompeo hatte jüngst angekündigt, dass die USA künftig offizielle Beziehungen zur Regierung in Taipeh pflegen wollen und sämtliche Beschränkungen in ihren Beziehungen aufheben werden. China hatte diesen Schritt scharf kritisiert und angekündigt, dagegen vorgehen zu wollen.

China sieht Taiwan - eine demokratische und selbstverwaltete Insel - als eigenes Territorium an, das eines Tages mit dem Festland wiedervereinigt wird, und spricht Taipeh deshalb auch das Recht ab, sich an der internationalen Diplomatie zu beteiligen.

Experten warnten davor, dass Taiwan ein hoch brisantes Thema in den bilateralen Beziehungen zwischen den USA und China bleiben wird. Kevin Rudd, ein langjähriger China-Beobachter, sagte im Gespräch mit CNBC, dass Pompeos Schritt ein wichtiges Fundament der Beziehungen zwischen den USA und China ins Wanken bringen könnte. Rudd bezog sich dabei auf die „Ein-China-Politik", das Prinzip, in dem die USA und die internationale Gemeinschaft anerkennen, dass es nur eine zentrale chinesische Regierung gibt - unter der Kommunistischen Partei Chinas in Peking.

Der Streit um den Status Taiwans geht auf den chinesischen Bürgerkrieg zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten unter Mao Tsetung nach Taiwan flüchteten. In Peking wurde 1949 die kommunistische Volksrepublik gegründet, während Taiwan als „Republik China“ regiert wurde.