Der Euro eröffnet heute bei 1.5655, nachdem am Freitag im europäischen Handel Tiefstkurse bei 1.5556 markiert wurden. Der USD notiert gegenüber dem JPY aktuell bei 104.60. „Carry-Trades“ bewegen sich uneinheitlich. EUR-JPY stellt sich aktuell auf 163.70 (Freitag 163.40), während EURCHF bei 1.6180 oszilliert (Freitag 1.6230).

Das Geldmengenwachstum der Eurozone schwächte sich per März stärker als erwartet ab. Der Anstieg stellte sich auf 10,3% nach zuvor 11,3%. Analysten hatten einen Rückgang auf 10,8% unterstellt. Damit wurde der geringste Zuwachs seit April 2007 (auch 10,3%) markiert. Fraglos bewegt sich das Geldmengenwachstum damit unverändert deutlich oberhalb der Komfortzone der EZB. Der beigefügte Chart impliziert jedoch, dass sich hier eine Trendwende in der Entwicklung abzeichnen kann.

© Moody’s Economy.com

Das US-Verbrauchervertrauen nach Lesart der Universität Michigan belastete den USD am Freitag mit einem nicht prognostizierten Rückgang zuvor 63,2 Punkten im vorläufigen Wert per April auf 62,6 Punkte im endgültigen Wert. Daraus erschließt sich eine weitere Fortsetzung der Eintrübung im Monatsverlauf April. Im Monatsvergleich zum März ergab sich schlussendlich ein Einbruch von zuvor 69,5 auf 62,6 Punkte.
Die Bewertung der aktuellen Lage stellte sich auf 77,0 nach zuvor 84,2 Zählern. Die Erwartungshaltung verlor von 60,1 auf 53,3 Punkte.
Damit markierte dieser Index den niedrigsten Stand seit März 1982. Dieses Niveau beschreibt keine leichte Rezession, sondern impliziert eine deutlich schärfere konjunkturelle Verwerfung.

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Die Divergenz zum dem deutschen Konsumklima ist auffällig. Das deutsche GfK Konsumklima nahm per Mai überraschend auf +5,9 nach zuvor +4,8 Punkten zu. Analysten hatten einen Wert von 4,4 Zählern erwartet. Konjunkturerwartungen (April) erhöhten sich von 15 auf 23,3 Punkte. Die Anschaffungsneigung verbesserte sich von -10,2 auf -4,7 Punkte. Die Einkommenserwartungen legten von 1,5 auf 10,5 Zähler zu. Unter fundamentalen Gesichtspunkten kann der USD gegenüber dem Euro unverändert nicht nachhaltig punkten.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überwinden des Widerstands bei 1.5850 – 80 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!

Folker Hellmeyer

Chefanalyst der Bremer Landesbank