1. Eine hohe Teuerungsrate und der erste leichte Rückpralleffekt auf das Konjunkturpaket haben die Julizahlen bezüglich der Einnahmen und Ausgaben der privaten Haushalte getrübt. Die Ausgaben der privaten Haushalte legten im Juli gemäß den Erwartungen um 0,2 % gegenüber dem Vormonat zu (Bloomberg- Median und DekaBank: 0,2 %). Die Einnahmen enttäuschten mit einem Minus von 0,7 % mom (Bloomberg-Umfrage: -0,2 %; DekaBank: -0,1 %).

2. Wie erwartet, waren die Einnahmen erneut geprägt vom Konjunkturpaket. Allerdings erfolgte der Rückprall bei den Transfers mit einem Minus von 6,9 % gegenüber dem Vormonat in stärkerem Ausmaß als gedacht. Das war denn auch der Grund für den enttäuschenden Juliwert. Die weiteren Teilkomponenten verzeichneten nämlich völlig erwartungsgemäß moderate bis starke Zuwächse. So legten die Löhne und Gehälter angesichts des schwachen Arbeitsmarktes lediglich um 0,3 % zu, die Unternehmereinkommen immer hin um 0,4 %. Der Zuwachs bei den Mieten und Pachten um 7,2 % fiel etwas schwächer aus als in den drei Vormonaten, war aber immer noch recht hoch. Sogar die Zinseinnahmen stiegen erstmals seit zehn Monaten wieder an (1,1 %).

3. Der leichte Anstieg der nominalen Konsumausgaben um 0,2 % gegenüber dem Vormonat setzte sich zusammen aus Zuwächsen bei den Verbrauchsgütern (0,3 %) und bei den Dienstleistungen (0,5 %) sowie einem deutlichen Rückgang um 1,5 % bei den Gebrauchsgütern, der von rückläufigen Autokäufen verursacht worden sein dürfte. In realer Rechnung schrumpften die Ausgaben um 0,4 % gegenüber dem Vormonat. Der Rückgang der verfügbaren Einkommen um 1,1 % führte dazu, dass die Sparquote auf 1,2 % fiel (Juni: 2,5 %). Sie sollte sich nun recht schnell wieder in die Region von etwas mehr als 0 % bewegen, nachdem die letzten Steuerschecks im Juli verschickt wurden. Rechnet man die Zahlungen im Rahmen des Konjunkturpakets aus den Daten heraus, so resultierte im Juli ein Anstieg der verfügbaren Einkommen um immerhin 0,5 %.

4. Jetzt ist also mit dem Juli der letzte Monat vorbei, in dem das Konjunkturprogramm noch aktiv geschoben hat. Wie geht es weiter? Die Zeichen mehren sich, dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen an Dynamik gewinnt. Damit sollte in den nächsten Monaten die Arbeitsmarktampel langsam wieder auf grün schalten, d.h. die Beschäftigung dürfte gegen Jahresende anfangen zu steigen. Dies hieße für die Einkommen und demzufolge für den Konsum stärkere Anstiege als zuletzt. Überbordend wird das Wachstum nicht, dafür hat die Kreditkrise zuviel Sand ins Getriebe gestreut. Doch von einer Rezession ist die derzeitige Entwicklung weit entfernt.

5. Vor allem aufgrund einer starken Verteuerung von Energie (+4,0 % mom) und Lebensmitteln (+1,0% mom) ist der Deflator der privaten Konsumausgaben (PCE-Deflator) im Juli um 0,6 % mom angestiegen. In der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie, dem von der Fed präferierten Maß der Kerninflation, legte der PCE-Deflator zum zweiten Mal in Folge um 0,3 % mom zu. Ähnlich wie auch in der Kernrate der Verbraucherpreise macht sich hier allmählich eine stärkere Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten und Importpreise bemerkbar. Zu erkennen ist dies z.B. am Preisanstieg bei langlebigen Konsumgütern. Dieser betrug in den Monaten Juni und Juli zwar nur jeweils 0,1 % mom, in den vergangenen Jahren waren in diesem Bereich jedoch Preisrückgänge vorherrschend. Die Jahresrate des PCE-Kerndeflators, derzeit bei 2,4 %, dürfte in den kommenden Monaten daher noch etwas weiter ansteigen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.