1. Die Industrieproduktion ist im Juli um 0,4 % gegenüber dem Vormonat schwächer als erwartet angestiegen (Bloomberg-Umfrage: 0,6 %, DekaBank: 0,3 %). Die Kapazitätsauslastung erhöhte sich von nach unten revidierten 82,3 % auf 82,4 % (Bloomberg-Umfrage: 82,7 %, DekaBank: 82,5 %).

2. Im verarbeitenden Gewerbe wurde die Produktion lediglich um 0,1 % mom ausgeweitet. Hintergrund hierfür war ein starker Produktionsrückgang im Sektor Automobile und –teile. Im Juni hatte es im Vorfeld der dann im Juli folgenden Rabattaktion der Autohersteller einen deutlichen Produktionsanstieg gegeben. Somit handelt es sich bei dem Produktionsrückgang im Juli nur um eine Normalisierung der Produktion. Wei-terhin erfreulich ist die Entwicklung in den Bereichen Maschinenbau, Computer & Elektronik sowie Trans-port. Die landesweit überdurchschnittlichen Temperaturen führten dazu, dass die Energienachfrage wegen stärkerer Nutzung von Klimaanlagen stärker als sonst angestiegen ist. Dies erklärt den kräftigen Produktions-anstieg der Versorger.

3. Für die Güterstatistik Business Equipment wurde ein monatlicher Anstieg von 1,1 % ausgewiesen. Die-se Teilstatistik ist interessant, weil sie Aufschluss über die aktuelle Investitionstätigkeit liefert. Somit dürfte die Investitionstätigkeit im dritten Quartal recht gut gestartet sein. Die Bekanntgabe des Senior Loan Officer Opi-nion Survey, einer Quartalsumfrage der Fed bei überwiegend inländischen Banken, für das dritte Quartal hatte zu Beginn der Woche angedeutet, dass sich die Investitionstätigkeit im dritten Quartal eher schwach entwi-ckeln könnte (siehe Volkswirtschaft Aktuell vom 15.08.06: Fed-Umfrage deutet Rückgang der Kreditnachfrage der Unternehmen im dritten Quartal an). Zusammen mit den heutigen Zahlen lässt sich zwar weiterhin auf eine eher unterdurchschnittliche Investitionstätigkeit im dritten Quartal schließen. Gleichwohl dürfte diese eine noch hinreichende Dynamik aufweisen, sodass eine deutliche Konjunkturdelle bzw. eine beginnende Rezession nach wie vor unwahrscheinlich ist.

4. Eine erneut negative Überraschung boten heute die Daten zum privaten Wohnungsbau. So sind die Bau-beginne im Juli auf 1,795 Millionen (annualisiert) gesunken (Bloomberg-Umfrage: 1,808 Millionen, De-kaBank: 1,840 Millionen). Seit ihrem Hoch im Januar dieses Jahres haben sich die Baubeginne um über 20 % verringert. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Baugenehmigungen. Diese verringerten sich überraschend auf 1,747 Millionen (Bloomberg-Umfrage und DekaBank: 1,840 Millionen). Auch hier liegt ein Rückgang seit Anfang des Jahres von über 20 % vor.

5. Die Produktionsentwicklung in der Industrie ist weiterhin erfreulich. Inzwischen wird mit 4,8 % die höchste Jahresveränderungsrate seit August 2004 erzielt. Dagegen ist die Entwicklung im privaten Woh-nungsbau erschreckend schwach und ein Ende der Abwärtsbewegung scheint bisher nicht erkennbar zu sein. Somit dürften die Wohnungsbauinvestitionen im dritten Quartal vermutlich zum vierten Mal in Fol-ge gegenüber dem Vorquartal sinken.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.