1. Die Situation am Arbeitsmarkt scheint sich weiter aufzuhellen. Im Juli stieg die Anzahl der Beschäftigten um 207.000 Personen, erwartet worden waren 180.000 Personen und wir hatten sogar nur mit 160.000 zusätzliche Stellen gerechnet. Zudem wurden die beiden Vormonate um insgesamt 42.000 Stellen nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote konnte wie von den Märkten erwartet bei 5,0 % stagnieren, wir hatten einen leichten Anstieg auf 5,1 % prognostiziert. Die eigentliche Überraschung bot jedoch der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,4 % (Bloomberg-Umfrage: 0,2 %, DekaBank: 0,3 %). Dies ist der stärkste monatliche Anstieg seit zwölf Monaten.

2. Der erste Blick in die Beschäftigungsstatistik verleitet zu der Annahme, dass der Stellenaufbau durch die derzeitigen Rabattaktionen der drei großen Autohersteller mitverursacht wurde. Denn im Bereich der Einzelhändler (ein Teilsektor vom Bereich Handel-, Transport-, und Versorgungsunternehmen) gab es einen monatlichen Zuwachs von 50.000 Personen. Eine genauere Überprüfung der weiteren Detailstatistiken zeigt aber, dass der Anstieg im Bereich der Autohändler bei 6.000 Personen lag – damit also keine hinreichende Erklärung für diesen ungewöhnlich starken Anstieg im Einzelhandel liefert. Vielmehr scheint es die allgemein starke private Konsumnachfrage zu sein, die fast im gesamten Bereich des Einzelhandels Beschäftigungszuwächse erlaubte.

Die weiteren Entwicklungen in den Teilstatistiken lieferten nur wenig Spektakuläres. Der Beschäftigungsabbau im verarbeitenden Gewerbe setzte sich auch im Juli fort, während im Dienstleistungssektor die Bereiche Informationsdienste und die Restgröße „Andere Dienstleistungsunternehmen“ nur geringe Zuwächse aufweisen konnten. Solide Beschäftigungszuwächse gab es dagegen in den anderen Dienstleistungsbereichen.

3. Fazit: Die Beschäftigungsentwicklung im Juli lädt wenig zu Pessimismus ein – der Zuwachs war schließlich höher als in den beiden Vormonaten. Optimismus kann dieser Zuwachs aber auch nicht verbreiten, da er gemessen an früheren Konjunkturzyklen immer noch recht gering ist. Für die kommenden Monate erwarten wir, dass sich diese (vergleichsweise) moderate Beschäftigungsentwicklung fortsetzen wird. Dass die Lohnentwicklung insgesamt aber weiterhin positiv überraschen kann, darauf deutet der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne im Juli. Dies ist die eigentliche positive Nachricht dieses Arbeitsmarktberichtes.

4. Finanzmarktreaktion: Der Arbeitsmarktbericht erwies sich wieder einmal als ein wichtiger Marketmover. Die postive Überraschung hat für kräftig steigende Renditen in den USA, aber auch in Euroland gesorgt. Auch der US-Dollar konnte profitieren, hat allerdings die Verluste der Vortage, an denen sich Marktteilnehmer auf eine negative Überraschung eingestellt und dementsprechend positioniert hatten, nicht wettmachen können. Dagegen tendierten die Aktienmärkte eher seitwärts. Hintergrund ist möglicherweise die Überlegung, dass die Fed angesichts des unerwartet starken Anstiegs der durchschnittlichen Stundenlöhne den Zinserhöhungszyklus länger fortsetzen könnte, als es teilweise bislang erwartet worden war. Wir erwarten für Dienstag eine Anhebung der Fed Funds Target Rate auf 3,50 % und eine Beibehaltung der Aussage, dass die Zinserhöhungen in einem maßvollen Tempo fortgeführt werden. Ein Ende des Zinserhöhungzyklus erwarten wir frühestens im ersten Quartal 2006 mit einer Fed Funds Rate von dann 4,25 %.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.