• Deutschland: Neuer Höchststand an Corona-Infizierten
    • Bank of England erhöht Anleihekäufe
    • USA: Biden verbucht Erfolge, Trump will Neuauszählung
    • Großbritannien: 500 Corona-Tote binnen eines Tages
    • Munich Re: Naturkatastrophen und Corona zehren am Gewinn
    • Commerzbank meldet Quartalsverlust
    • Lufthansa stürzt ab

    DAX

    • Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Erholungskurs ungeachtet der Hängepartie bei den US-Präsidentschaftswahlen fort. Der DAX legte um 1,98 Prozent auf 12.568,09 Punkte zu. Einige Marktteilnehmer sind erstaunt, wie gelassen die Anleger sind, obwohl noch immer nicht klar ist, wer US-Präsident wird. Andere haben eine Erklärung zur Hand: “Grundsätzlich können die Börsen sowohl mit Donald Trump als auch mit Joe Biden leben, so unterschiedlich die Charaktere und die Wahlprogramme der beiden auch sind", erklärte ein Marktbeobachter. Derzeit sieht es ja so aus, als würde der Demokrat Biden das Rennen machen. Der Senat bleibt aber wohl in republikanischer Hand. Bei solchen Machtverhältnissen erwarten Analysten, dass ein weiteres Hilfspaket angesichts der Corona-Krise möglicherweise kleiner ausfällt. Andererseits dürften Steuererhöhungen und eine stärkere Regulierung der Wirtschaft schwierig durchzusetzen sein.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen

    • Der weltgrößte Industriegasekonzern Linde hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr erneut nach oben geschraubt. Statt einem Gewinn je Aktie von bis zu 7,80 Dollar rechnet Linde nun mit bis zu 8,10 Dollar. Das wären rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Im zurückliegenden dritten Quartal hat der Konzern 9 Prozent mehr verdient. Einen Umsatzrückgang mit Gasen in Amerika haben das Geschäft in Asien und die Anlagenbau-Sparte teilweise wettgemacht.
    • Der US-Autobauer General Motors machte im dritten Quartal dank des Booms bei SUVs ein gutes Geschäft. Der Nettogewinn sprang um 74 Prozent auf 4,0 Mrd. Dollar und der Umsatz lag minimal leicht höher bei 35,5 Mrd. Dollar. Im Vorquartal hatten Absatzprobleme und Produktionsausfälle durch die Pandemie für rote Zahlen gesorgt.
    • T-Mobile US muss nach einer Entscheidung der US-Telekomaufsicht FCC für einen Verstoß des übernommenen Mobilfunkers Sprint eine Strafe von 200 Mio. Dollar zahlen. Sprint habe monatliche Subventionen für 885.000 Lifeline-Teilnehmer erhalten, obwohl diese für das Programm nicht berechtigt waren. Mit dem Lifeline-Programm subventioniert die FCC US-Bürger mit niedrigem Einkommen einen Telekomanschluss.
    • Qualcomm profitiert von dem aufkommenden Geschäft mit dem 5G-Mobilfunk. Im vergangenen Quartal steigerte die Chipfirma den Umsatz um gut 73 Prozent auf 8,35 Mrd. Dollar. Der Gewinn sprang von 506 Mio. vor Jahresfrist auf 3 Mrd. Dollar. Für das laufende Quartal rechnet Qualcomm mit einem Umsatz zwischen 7,8 und 8,6 Mrd. Dollar.
    • Amazon-CEO Jeff Bezos hat in dieser Woche Aktien seines Unternehmens im Wert von mehr als 3,0 Mrd. Dollar abgestoßen. Das ging aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Bezos hat in diesem Jahr SEC-Daten zufolge damit bereits Amazon-Anteile im Wert von über 10,2 Mrd. Dollar verkauft. Seit Jahresbeginn ist der Amazon-Kurs um über 75 Prozent gestiegen.
    • Tesla-CEO Elon Musk wird am Freitag seine Autofabrik in Grünheide bei Berlin besuchen. Er kündigte auf Twitter an, selbst Vorstellungsgespräche zu übernehmen, und teilte eine Mail-Adresse für Bewerbungen mit. Der Arbeitsagentur-Chef verriet derweil den Tesla-Einstiegslohn.
    • Nintendo erwartet wegen der Corona-Pandemie eine stark steigende Nachfrage nach seiner Spielkonsole Switch. In laufenden Geschäftsjahr per Ende März 2021 werde der Konzern voraussichtlich 24 Mio. Stück verkaufen statt der bislang geplanten 19 Mio. Geräte.
    • Positive Aussagen aus Kreisen der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Wirkung eines Alzheimer-Mittels von Biogen haben die Aktien gestern um 44 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Februar nach oben katapultiert. Während zwei Studien mit dem Wirkstoff Aducanumab zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt hatten, sagten FDA-Mitarbeiter am Mittwoch, dass die Wirkung in einer Studie „robust und außerordentlich überzeugend" ausgefallen sei. Die Behörde dürfte dem Mittel nun eine Zulassung aussprechen.
    • Der US-Pharmakonzern Merck & Co stärkt seine Onkologie-Pipeline mit einem Zukauf und übernimmt für 2,75 Mrd. US-Dollar in bar das Biopharma-Unternehmen VelosBio.
    • Der chinesische Amazon-Konkurrent Alibaba konnte sich im dritten Quartal deutlich von den zeitweisen Folgen der Corona-Krise erholen. Der Umsatz lag mit gut 155 Mrd. chinesischen Yuan 30 Prozent über dem Vorjahreswert.
    • Der Rückversicherer Munich Re traut sich wegen der Corona-Krise weiterhin keine Prognose zu. Im abgelaufenen Quartal sackte der Gewinn der wie bereits per Eckdaten bekannt um 77 Prozent auf 202 Mio. Euro ab. Nach den ersten neun Monaten hat der Konzern damit rund eine Mrd. Euro verdient und damit rund 60 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Nach den ersten neun Monaten summieren sich die Belastungen durch die Pandemie bei dem Konzern auf 2,3 Mrd. Euro. Im dritten Quartal kamen hohe Schäden durch Stürme und Waldbrände in den USA und die Explosion im Hafen hinzu.
    • Der Baustoffkonzern HeidelbergCement zeigt sich zuversichtlicher und gibt wieder ein Gewinnziel aus. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll über dem Vorjahreswert liegen, teilte der DAX-Konzern mit. Im 2019 hatte HeidelbergCement hier knapp 3,6 Mrd. Euro erzielt.
    • Die Commerzbank hat im dritten Quartal einen Verlust 69 Mio. Euro verzeichnet nach einem Nettogewinn von 297 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Unter anderem belasteten die deutlich höhere Vorsorge für mögliche Kreditausfälle in der Corona-Krise und Kosten für den Konzernumbau. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet der Vorstand weiterhin mit Verlusten. Analysten gehen davon aus, dass die Commerzbank erst 2022 wieder die Gewinnzone erreichen wird.
    • Der Geschäftseinbruch in der Corona-Krise setzt der Lufthansa weiter schwer zu. Im dritten Quartal musste die Airline einen erneuten Verlust von fast zwei Mrd. Euro wegstecken. Im operativen Geschäft gab es wie bereits bekannt einen Verlust (bereinigtes Ebit) von knapp 1,3 Mrd. Euro, Abschreibungen auf stillgelegte Passagierjets und Finanzgeschäfte zur Absicherung der Treibstoffpreise belasteten das Nettoergebnis zusätzlich. Angesichts der schwachen Nachfrage wegen der Corona-Pandemie will der Konzern im vierten Quartal weiterhin höchstens ein Viertel der Vorjahreskapazität anbieten.
    • Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat im dritten Quartal nach einem guten Werbegeschäft wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (adjusted Ebitda) stieg um 13 Prozent auf 149 Mio. Euro, der Gewinn verdoppelte sich auf 69 Mio. Euro. Der Umsatz sank leicht um ein Prozent auf 921 Mio. Euro. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Entwicklung im dritten Quartal“, sagte Finanzchef und Vorstandssprecher Rainer Beaujean.
    • Der Windanlagenbauer Siemens Gamesa will im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September) seinen Umsatz auf 10,2 bis 11,2 Mrd. Euro heben, nachdem im gerade abgelaufenen Fiskaljahr 9,48 Mrd. Euro erreicht wurden. Die Marge des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebit) erwartet der Konzern wieder im positiven Bereich. Sie soll 3,0 bis 5,0 Prozent betragen, nach minus 2,5 Prozent in 2019/20.
    • Der Chemiekonzern Lanxess muss wegen der Corona-Krise bei seiner Jahresgewinnprognose nachbessern. Konzernchef Matthias Zachert rechnet nun mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen zwischen 820 und 880 Mio. Euro, nach bislang angepeilten 800 bis 900 Mio. Euro. Im dritten Quartal fiel der Umsatz um 14,3 Prozent auf 1,46 Mrd. Euro. Das Ebitda blieb mit 193 Mio. Euro um 28,3 Prozent unter dem Vorjahreswert hängen-
    • Dialog Semiconductor rechnet für das laufende Quartal mit weiterem Wachstum. Demnach soll der Umsatz zwischen 380 und 430 Mio. US-Dollar liegen. Im dritten Quartal lagen die Erlöse bei rund 386 Mio. Dollar und damit höher als ein Quartal zuvor, als rund 302 Mio. Dollar erwirtschaftet wurden. Die bereinigte Bruttomarge soll im vierten Quartal etwa auf dem Niveau der ersten neun Monate 2020 liegen. Operativ fuhr Dialog Semiconductor einen Verlust in Höhe von 7 Mio. US-Dollar ein, nach einem operativen Gewinn von 83,9 Mio. ein Jahr zuvor.
    • Der Spezialanlagenbauer Gea hat im dritten Quartal unter einer sinkenden Nachfrage gelitten. Der Auftragseingang sank um 16 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro und der Umsatz um 7,2 Prozent auf 1,145 Mrd. Euro. Das Ebitda vor Restrukturierungsaufwendungen legte um 1,6 Prozent auf 145,3 Mio. Euro zu. Für das Gesamtjahr ist der Vorstand daher zuversichtlicher und rechnet nun mit einem Ebitda vor Restrukturierungsaufwand von mehr als 500 Mio. Euro statt bisher mindestens 480 Mio.
    • Das Medizinsoftwareunternehmen Compugroup profitiert vom jüngsten Digitalisierungsschub im Gesundheitswesen. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 30 Prozent auf noch nie in einem Quartal erreichte 231 Mio. Euro.
    • Die niederländische Großbank ING die Kosten weiter drücken und deshalb bis Ende 2021 rund 1.000 Stellen streichen. Gespart werden soll unter anderem bei der Entwicklung von Produkten und der digitalen Integration sowie durch die Schließung von Filialen, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Die ING beschäftigte zuletzt rund 53.000 Mitarbeiter.

    Politik & Konjunktur

    • Die Produktivität in den USA (ex Agrar) ist im dritten Quartal um annualisiert 4,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen, wie das US-Arbeitsministerium auf vorläufiger Basis mitteilte. Für das zweite Quartal wurde ein revidierter Anstieg der Produktivität um Prozent, während im Vorquartal ein Anstieg um 8,5 Prozent gemeldet worden war.
    • Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ist in der Woche zum 31. Oktober auf saisonbereinigter Basis um 7.000 auf 751.000 gesunken, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Für die Vorwoche wurde der Wert nach oben revidiert, auf 758.000 von zuvor 751.000. In der Woche zum 24. Oktober erhielten 7,285 Mio. Personen Arbeitslosenunterstützung (-538.000).

    • Der Ausgang bei der Präsidentenwahl in den USA ist zwar weiter offen, doch der demokratische Kandidat Joe Biden nähert sich der magischen Zahl von 270 Wahlleuten, die für einen Sieg bei der Präsidentschaftswahl erforderlich ist, mit großen Schritten. Biden gewann die Bundesstaaten Michigan und Wisconsin. Entscheidend ist nun, wem es gelingt, die letzten noch offenen Bundesstaaten zu holen. Amtsinhaber Trump hat ebenfalls noch Chancen. Er bemüht sich zudem, eine Niederlage auf juristischem Weg zu verhindern. So beantragte Trump eine Nachzählung der Stimmen in Wisconsin, in Michigan und Pennsylvania hatte sein Team auf ein vorläufiges Aussetzen der Stimmenauszählung geklagt.
    • Die Bank of England weitet inmitten der Corona-Krise ihre Konjunkturunterstützung aus. Die Notenbank will zusätzliche Staatsanleihen im Wert von 150 Mrd. Pfund erwerben, wie die Bank of England am Donnerstag mitteilte. Ihren Leitzins beließ die Zentralbank dagegen knapp über der Nulllinie bei 0,1 Prozent. Vor dem Zinsentscheid gab es Spekulationen, dass der Zins in den negativen Bereich abgesenkt werden könnte.
    • Das herstellende Gewerbe in Deutschland hat im September nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes saison- und kalenderbereinigt 0,5 Prozent mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2019 gab es kalenderbereinigt einen Rückgang um 1,9 Prozent. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen lag der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im September um 4,5 Prozent höher als im August. Im Vergleich zu Februar, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragseingang im September saison- und kalenderbereinigt noch im um 2,6 Prozent niedriger.
    • Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben US-Präsident Trump für seinen Versuch kritisiert, die Stimmenauszählung bei der Präsidentenwahl zu stören. Nach einem so hochdynamischen Wahlkampf sei es eine grundlegende Verpflichtung aller Teile der Regierung sicherzustellen, dass jede Stimme gezählt werde, sagte der deutsche Leiter der OSZE-Mission, Link. Unbegründete Vorwürfe systematischer Mängel, wie sie der amtierende Präsident in der Wahlnacht geäußert habe, schadeten dem Vertrauen der Öffentlichkeit
    • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 19.990 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das ist ein neuer Höchststand. Neu gemeldet wurden 118 Todesfälle. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 10.930. Die Reproduktionszahl lag in Deutschland laut RKI am Mittwoch bei 0,81.
    • Großbritannien hat den höchsten Stand an Todesfällen von Corona-Infizierten seit Mitte Mai erreicht. Die Statistikbehörde meldete 492 Fälle, in denen die Patienten innerhalb von vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf das Virus getestet worden waren. Heute tritt in England ein Teil-Lockdown in Kraft. Es müssen auch alle als nicht notwendig eingestuften Geschäfte für einen Monat schließen.

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