1. Der private Konsument meldet sich zurück. Nach einer schwachen Konsumtätigkeit im vergangenen zweiten Quartal erhöhten sich die Einzelumsätze im Juli um starke 1,4 % gegenüber dem Vormonat (Bloomberg-Umfrage: 0,9 %, DekaBank: 0,8 %). Hintergrund für diesen kräftigen Anstieg waren unter anderem spürbare Preisnachlässe der US-Autohersteller, die zu mehr Autoverkäufen führten. Rechnet man die Umsätze der Autohändler heraus, verbleibt allerdings immer noch ein Monatsplus von 1,0 % (Bloomberg- Umfrage und DekaBank: 0,5 %). Die positive Marktüberraschung wurde allerdings durch die Abwärtsrevision des Vormonats von -0,1 % auf -0,4 % etwas getrübt.

2. Neben den Autohändlern konnten sich auch die Tankstellenbetreiber über eine Umsatzsteigerung freuen. Dieses Umsatzplus geht allerdings auf erhöhte Benzinpreise zurück. Nach Angaben des Energieministeriums erhöhten sich im Juli landesweit im Durchschnitt die Benzinpreise um 10 Cent auf 2,98 US-Dollar pro Gallone gegenüber dem Vormonat. Dies ist der höchste Monatsdurchschnittswert der jemals ermittelt wurde.

Aber es waren nicht nur höhere Benzinpreise und Rabattaktionen der Autohersteller, die für eine rege Konsumtätigkeit im Juli gesorgt haben. Die Baumärkte konnten nach drei Rückgängen in Folge erstmals wieder einen Umsatzzuwachs vermelden. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass sich die Bautätigkeit nicht noch weiter abschwächt. Der Elektrohandel sowie der Versandhandel weiteten ebenfalls ihre Umsätze stark aus. Für ersteren haben die überdurchschnittlich hohen Temperaturen eine Rolle gespielt, da diese zu einer höheren Nachfrage nach Klimaanlagen führten. Der Versandhandel weist aufgrund des zunehmenden Internetgeschäfts häufig hohe Zuwächse auf und hatte auch im Juli mit 15,6 % nach den Tankstellenbetreibern die höchste Jahresveränderungsrate im Einzelhandel.

3. Die Konsumtätigkeit hat zu Beginn des dritten Quartals wieder an Schwung gewonnen. Sicherlich kann im August bzw. spätestens im September mit dem Auslaufen der Rabattaktionen der Autohersteller ein starker Rückprall erwartet werden. Zudem bedeutet der kräftige Umsatzzuwachs der Tankstellenbetreiber, dass benzinpreisbedingt von dem nominalen Konsumplus in realer Rechnung deutlich weniger übrig bleiben wird. Somit sollten die Erwartungen bezüglich der Konsumtätigkeit im dritten Quartal nicht zu hoch geschraubt werden. Gleichwohl sind die heutigen Daten ein Hinweis dafür, dass die US-Konsumenten nach wie vor willens sind, zeitnah auch ihre Einkommenszuwächse in Konsumzuwächse umzuwandeln. Solange die Einkommen der privaten Haushalte weiterhin stabile Zuwächse aufweisen, mag sich zwar die US-Wirtschaft belastet durch die restriktive Geldpolitik im zweiten Halbjahr 2006 abschwächen. Eine ausgeprägtere Konjunkturdelle im zweiten Halbjahr 2006 als wir es derzeit erwarten ist damit eher unwahrscheinlich.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.