1. Der nationale Einkaufsmanagerindex (ISM-Index) für das verarbeitende Gewerbe hat im Juli mit einem Anstieg von 53,8 auf 54,7 Punkte positiv überrascht. Die von Bloomberg befragten Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet, wir mit einem schwächeren Anstieg (Bloomberg-Median: 53,5 Punkte, DekaBank: 54,0 Punkte).

2. Vier der fünf Teilkomponenten verzeichneten Anstiege. Die Produktionskomponente stieg von 55,1 auf 57,6 Punkte und die Beschäftigungskomponente von 48,7 auf 50,7 Punkte, liegt also wieder knapp im expansiven Bereich. Den größten Sprung nach oben machte die Lagerkomponente von 46,9 auf 50,5 Punkte. Die Beurteilung der Lieferfristen legte nur geringfügig zu von 55,0 auf 55,4 Punkte. Lediglich die Auftragseingangskomponente sank von ihrem hohen Niveau von 57,9 Punkten aus auf nunmehr 56,1 Punkte.

Diese Zahlen bestätigen unsere Einschätzung, dass die Industrie derzeit immer noch in recht guter Verfassung ist. Dank der immer noch hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland expandiert die Produktion. Allerdings dürften auch im verarbeitenden Gewerbe in den nächsten Monaten die Auswirkungen der Zinssenkungen der Fed spürbar werden.

3. Die privaten Konsumausgaben stiegen im Juni wie erwartet um 0,4 % gegenüber dem Vormonat (Bloomberg-Median und DekaBank: 0,4 %). Die persönlichen Einkommen legten um 0,6 % gegenüber dem Vormonat zu und lieferten damit ebenfalls keine Überraschung (Bloomberg-Median und Deka- Bank: 0,6 %). Die Sparquote stieg leicht von -1,6 % und auf -1,5 %.

4. Dass die Einnahmen aus Löhnen und Gehältern mit 0,6 % mom deutlich steigen dürften, war nach dem kräftigen Plus der durchschnittlichen Stundenlöhne des Arbeitsmarktberichts vom Juni (0,5 % mom) zu erwarten. Auch alle anderen Komponenten, also Einnahmen aus Dividenden, Zinseinnahmen und Lohnzuzahlungen, boten kaum Überraschungen. Die Unternehmereinkommen waren nach dem starken Zuwachs des Vormonats um 0,7 % mom im Juni nun eher schwach mit 0,1 %. Enttäuschend war die Entwicklung der Einnahmen aus Mieten und Pachten, die seit 2004 fast ununterbrochen sinken. Sie schrumpften im Juni um 7,5 % gegenüber dem Vormonat.

5. Die Konsumausgaben stiegen über die drei Teilbereiche hinweg in ähnlichem Ausmaß. Die Zunahme bei den Gebrauchsgütern betrug 0,3 % mom, bei den Verbrauchsgütern 0,4 % und bei den Dienstleistungen ebenfalls 0,4 %.

6. Im Zuge der Jahresrevision der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen wurden auch die Daten zu den Einnahmen und Ausgaben der privaten Haushalte überarbeitet. Für das aktuelle Bild ergaben sich jedoch keine nennenswerten Veränderungen, lediglich für die Vorjahre wurden größere Anpassungen vorgenommen. Weiterhin gilt, dass die privaten Konsumausgaben in realer Rechnung, also inflationsbereinigt, schon seit März deutlich schwächer steigen als zuvor. Verantwortlich hierfür sind zum einen die hohen Inflationsraten infolge des Energiepreisanstiegs, zum anderen aber auch die Abkühlung am Immobilienmarkt. Diese Entwicklung dürfte auch in den kommenden Monaten noch anhalten. Mit einem schwächeren Wachstumsmotor „privater Konsum“ wird auch die US-Konjunktur eine Weile eine langsamere Gangart einschlagen. Erst im Jahr 2007 erwarten wir dann wieder eine höhere Konjunkturdynamik.

7. Der Deflator der privaten Konsumausgaben (PCE-Deflator) stieg sowohl in der Gesamt- als auch in der Kernrate um 0,2 % mom, wie wir es auf Basis des bereits vorliegenden Verbraucherpreisindex für den Monat Juni erwartet hatten. Dass die Kernrate des PCE-Deflators wie schon in den beiden Vormonaten hinter der des Verbraucherpreisindex (0,3 % mom) zurückgeblieben ist, lässt sich insbesondere auf die geringere Gewichtung der zurzeit relativ stark steigenden Wohnungsmieten im PCE-Deflator zurückführen. Die Jahresveränderungsraten fielen mit 3,5 % bei der Gesamtrate und 2,4 % bei der Kernrate jedoch jeweils einen Zehntelprozentpunkt höher aus als von uns erwartet. Ursächlich hierfür war, dass sich die Revisionen der nominalen und realen Konsumausgaben in den vorangegangenen Monaten auch in den dazugehörigen Deflatoren niedergeschlagen haben. Insbesondere die höhere Jahresrate des Kerndeflators ist insofern von Bedeutung, als die Mitglieder des FOMC im Rahmen des Monetary Policy Report mehrheitlich die Einschätzung abgegeben haben, dass sich der an diesem Index gemessene Preisanstieg im vierten Quartal dieses Jahres auf 2,25 % bis 2,5 % yoy belaufen wird. Infolge der heute bekannt gegebenen Revisionen ist es wahrscheinlicher geworden, dass der tatsächliche Wert am oberen Rand dieses Intervalls liegen wird. Da die Aufwärtsrevision der Jahresrate aber in erster Linie durch einen stärkeren Preisauftrieb zu Beginn des Jahres zustande kam – und nicht am aktuellen Rand –, gehen wir davon aus, dass sie keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Geldpolitik haben wird. Deshalb erwarten wir nach wie vor, dass die Fed beim nächsten FOMC-Meeting am 8. August ihren Leitzins auf dem Niveau von 5,25 % belassen wird.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.