1. Der amerikanische Konsument lässt sich in seinem Ausgabenverhalten nicht so leicht erschüttern und kann sogar nach 17 Zinserhöhungen der Notenbank noch positiv überraschen. Nach einem absatzstarken Juli erhöhten sich die Einzelumsätze im August unerwartet um 0,2 % gegenüber dem Vormonat (Bloomberg- Umfrage: -0,2 %, DekaBank: -0,1 %). Aufgrund der rückläufigen Autoverkäufe im vergangenen Monat (Rückpralleffekt auf die vorangegangene Rabattaktion) hätten die Umsätze eigentlich zurückgehen sollen. Innerhalb der Einzelhandelsumsatzstatistik gab es bei der Komponente Autos und Autoteile indes einen überraschenden Anstieg um 0,4 %. Entsprechend wurde bei den Umsätzen ohne diese Komponente sogar ein marginal schwächerer Zuwachs von knapp 0,2 % gemeldet (Bloomberg-Umfrage: 0,3 %, DekaBank: 0,4 %).

2. Im Detail gibt es wenig Spektakuläres aus dem Einzelhandelsbericht herauszulesen. Angesichts spürbar gesunkener Benzinpreise sind die Umsätze an den Tankstellen um 1,0 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Die meisten anderen Komponenten konnten recht einheitliche moderate Zuwächse verzeichnen. Der Umsatzrückgang bei Möbeln um 0,3 % passt in das Bild der Schwäche beim privaten Wohnungsbau.

3. Die Konsumtätigkeit zeigt sich im dritten Quartal vor allem aufgrund des starken Konsums im Juli sehr ordentlich. Dies soll nicht über das grundsätzlich schwierigere Umfeld für den US-Verbraucher hinwegtäuschen. Die gestiegenen Zinsen und die weniger stark zunehmenden Preise von Wohnimmobilien sorgen dafür, dass den privaten Haushalten wichtige Impulse der vergangenen Jahre fehlen. Entscheidend für das Verhalten des Konsumenten ist die Arbeitsmarktentwicklung. Zwar bleibt der Beschäftigungsaufbau hinter dem der vergangenen Jahre zurück, aber die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem erfreulich geringen Niveau. Die heutigen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (308.0000 Personen) belegen, dass es um die Arbeitsplatzsicherheit in den Vereinigten Staaten immer noch gut bestellt ist. Diese Einflussfaktoren für den Konsum zusammengenommen lassen in den kommenden Quartalen zwar nur einen unterdurchschnittlichen Zuwachs der privaten Konsumausgaben erwarten, aber die privaten Haushalte als Säule der US-Konjunktur auch nicht weg brechen. Nach wie vor sind Einkommenszuwächse absehbar, die bei ordentlicher Verbraucherstimmung zeitnahe Ausgabeentscheidungen nahe legen. In diesem Umfeld wird die gesamtwirtschaftliche Expansion entsprechend unterhalb des Potenzialwachstums liegen, eine Rezession sieht freilich anders aus.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.