1. Das Leistungsbilanzdefizit hat sich im zweiten Quartal von revidierten 213,2 Mrd. US-Dollar auf 218,4 Mrd. US-Dollar ausgeweitet (Bloomberg-Median für den Saldo: -214,0 Mrd. US-Dollar DekaBank: -213 Mrd. US-Dollar). Damit verharrte das Defizit in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal bei 6,6 %.

2. Alle drei Teilbilanzen der Leistungsbilanz verbuchten im zweiten Quartal negative Salden. Den größten Batzen steuerte wie gewohnt die Handelsbilanz bei. Hier weitete sich das Defizit zwar von 191,1 Mrd. USDollar auf 193,8 Mrd. US-Dollar aus, war damit aber immer noch etwas geringer als bei seinem bisherigen Rekordstand im vierten Quartal 2005 (Saldo Q4: -194,8 Mrd. US-Dollar). Die Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die bis zum dritten Quartal 2005 noch Überschüsse ausgewiesen hatte, war auch im zweiten Quartal 2006 negativ (-4,1 Mrd. US-Dollar). Das Vorquartal war zunächst mit einem Überschuss gemeldet worden, dieser wurde nunmehr jedoch auf ein Defizit von 2,5 Mrd. US-Dollar nach unten revidiert. Der Saldo der laufenden Übertragungen lag im zweiten Quartal fast unverändert bei -20,4 Mrd. US-Dollar (Q1: -19,5 Mrd. US-Dollar).

3. Nachdem vergangene Woche für den Handelsbilanzsaldo im Juli mit -68,0 Mrd. US-Dollar ein neues Allzeittief gemeldet wurde, stehen die Chancen für eine deutliche Besserung beim Leistungsbilanzdefizit vorläufig nicht besonders gut. Solange die gewichtigste Teilbilanz stark negative Salden aufweist, ist eine Verringerung des außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts sehr unwahrscheinlich. Zwar wächst die USWirtschaft derzeit etwas langsamer als zuvor und entfaltet deshalb einen geringeren Importsog. Da jedoch gleichzeitig die weltwirtschaftliche Dynamik nachgibt, dürften die Exporte ebenfalls schwächer laufen, sodass insgesamt keine deutliche Besserung beim Handelsbilanzdefizit abzusehen ist. Einzig der deutliche Rückgang der Rohölpreise dürfte für die Monate August und September etwas Linderung bringen. Auf der Währungsseite rechnen wir in den nächsten Quartalen mit einer weiteren leichten Abwertung des US-Dollar. Dies bringt aber nur eine begrenzte Unterstützung beim Abbau des außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts mit sich. Insgesamt gehen wir davon aus, dass im vierten Quartal 2005 mit einem Leistungsbilanzdefizit von 7,0 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts die Spitze erreicht wurde. In den nächsten Quartalen ist aber bestenfalls mit einer leichten Verbesserung beim Leistungsbilanzdefizit zu rechnen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.