• Johnson & Johnson, Coca-Cola und Verizon übertreffen die Erwartungen
    • CTS Eventim expandiert nach Asien
    • Hochwasserkatastrophe: Bund beschließt Soforthilfe
    • Britische Regierung will Brexit-Regeln für Nordirland neu verhandeln
    • Sartorius wächst kräftig
    • Daimler verbucht kräftigen Umsatz- und Ergebnisanstieg
    • SAP hebt Prognose an
    • Netflix verbucht schwaches Nutzerwachstum
    • EU plant umfangreiches Maßnahmenpaket gegen Geldwäsche
    • USA geben Widerstand gegen Nord Stream 2 auf

    Markt

    • Der deutsche Aktienmarkt ist auch am Mittwoch auf Erholungskurs geblieben. Der DAX legte im Xetra-Handel um 1,36 Prozent auf 15.422,50 Punkte zu. Abebbende Corona-Sorgen und gute Quartalszahlen beflügelten die Stimmung. Auch an der Wall Street ging es aufwärts, nachdem unter anderem Coca-Cola, Johnson & Johnson sowie Verizon unerwartet starke Quartalszahlen vorgelegt hatten. In Deutschland konnte Daimler mit seinen ausführlichen Quartalsergebnissen überzeugen, während SAP nach Zahlen abgestraft wurde. Zu Wochenbeginn war der DAX wegen neuer Corona-Sorgen deutlich eingebrochen, allerdings bei relativ geringen Handelsumsätzen. Am Dienstag hatte vor allem eine Erholung an der Wall Street auch den deutschen Aktienmarkt beflügelt. Im Fokus steht die Berichtssaison, die inzwischen auch mit Zahlen von SAP und Daimler etwas an Fahrt aufgenommen hat. Viele Börsianer schielen außerdem bereits auf den morgigen Donnerstag und den dann anstehenden EZB-Zinsentscheid. Die EZB dürfte an ihrer ultralockeren Geldpolitik zwar festhalten, allerdings wird die EZB ihre Kommunikation nach dem jüngsten Strategie-Update überarbeiten, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde bereits angekündigt hat.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Die US-Großbank JPMorgan Chase möchte ihren Chef Jamie Dimon für möglichst "viele weitere Jahre" an das Unternehmen binden, so das Board. Dimon erhält deshalb 1,5 Millionen Aktienoptionen als Prämie, wie der Verwaltngsrat beschloss.
    • Der Konsumgüter- und Medizinkonzern Johnson & Johnson hat im zweiten Quartal einen kräftigen Gewinnanstieg verbucht und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 48,5 Prozent auf 2,48 Dollar zu, was deutlich über den Erwartungen von 2,29 Dollar lag. Der Umsatz stieg um 27,1 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar, womit die Erwartungen von 22,5 Milliarden Dollar ebenfalls deutlich übertroffen wurden. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern jetzt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 9,50 bis 9,60 Dollar, nachdem zuvor 9,42 bis 9,57 Dollar in Aussicht gestellt wurden.
    • Der Getränkekonzern Coca-Cola hat im zweiten Quartal einen kräftigen Gewinnanstieg verbucht und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 61 Prozent auf 0,68 Dollar zu, womit die Erwartungen von 0,56 Dollar deutlich übertroffen wurden. Der Umsatz stieg um 42 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar, was ebenfalls deutlich über den Erwartungen von 9,3 Milliarden Dollar lag. Für das Gesamtjahr hob Coca-Cola den Ausblick an und stellt nun ein organisches Umsatzwachstum von 12 bis 14 Prozent und einen Anstieg des vergleichbaren Gewinns je Aktie um 13 bis 15 Prozent in Aussicht.
    • Der Telekommunikationsanbieter Verizon hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte von 1,18 Dollar im Vorjahresquartal auf 1,37 Dollar zu, womit die Erwartungen von 1,30 Dollar übertroffen wurden. Der Umsatz stieg um 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 33,8 Milliarden Dollar, was ebenfalls deutlich über den Erwartungen von 32,1 Milliarden Dollar lag.
    • Der Konzertveranstalter und Ticketvermarkter CTS Eventim expandiert nach Asien. In Singapur hat das Unternehmen nun die Tochtergesellschaft Eventim Live Asia gegründet, mit dem die dynamisch wachsenden Live Entertainment-Märkte von China, Japan, Südkorea, Singapur, Hongkong, Taiwan, Indonesien, Thailand, Vietnam, Malaysia und den Phillippinen bedient werden sollen, wie CTS Eventim am Mittwoch mitteilte.
    • Der Chipausrüster ASML hat im zweiten Quartal vom Halbleiterboom profitiert und einen Auftragseingang auf Rekordniveau verbucht. Die Umsatzprognose wurde erneut angehoben, so rechnet der Konzern im Gesamtjahr jetzt mit einem Umsatzplus von rund 35 Prozent, nachdem zuvor ein Anstieg um rund 30 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 20,1 Prozent auf vier Milliarden Euro, womit die Analystenschätzungen aber leicht verfehlt wurden. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,52 Euro um 0,03 Euro höher als erwartet.
    • Der Laborausrüster Sartorius hat im ersten Halbjahr einen kräftigen Umsatz und Gewinnanstieg verbucht. Der Umsatz legte von 1,06 Milliarden Euro auf 1,63 Milliarden Euro zu, während das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) von 293,5 Millionen Euro auf 555,3 Millionen Euro stieg. Der Nettogewinn konnte sich von 124,3 Millionen Euro auf 259,4 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Auftragseingang legte von 1,24 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro zu.
    • Die Software AG hat im zweiten Quartal von einem starken Wachstum bei der Datenbanklösung Adabas profitiert. Der Konzernumsatz wuchs währungsbereinigt um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 218,2 Millionen Euro, während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 65 Prozent auf 50,1 Millionen Euro zulegte. Unter dem Strich konnte der Gewinn von 28,2 Millionen Euro auf 40,4 Millionen Euro zulegen. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt.
    • Der Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal einen kräftigen Umsatz- und Ergebnisanstieg verbucht, wobei die Zuwächse wegen des coronabedingt schwachen Vorjahresquartals sehr stark ausfielen. So legte der Umsatz von 30,1 Milliarden Euro auf 43,5 Milliarden Euro zu, während die Analysten nur mit 41,8 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) verbesserte sich (wie bereits bekannt) von minus 708 Millionen Euro auf plus 5,42 Milliarden Euro. Der Nettogewinn nach Minderheitsanteilen belief sich auf 3,6 Milliarden Euro, nach einem Verlust von 2 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Daimler revidierte seine Ziele für die einzelnen Sparten und ist beim Geschäft mit Trucks und Bussen etwas optimistischer als bisher, während beim Autoabsatz von Mercedes-Benz wegen der Lieferschwierigkeiten bei Halbleiterbauteilen jetzt nicht mehr mit einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr gerechnet wird.
    • Der Softwarekonzern SAP hat seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr erneut leicht angehoben und rechnet nun mit einem Cloud-/Softwareumsatz von 23,6 bis 24,0 Milliarden Euro (zuvor: 23,4 bis 23,8 Milliarden Euro) und einem Betriebsergebnis (bereinigtes EBIT) von 7,95 bis 8,25 Milliarden Euro (zuvor: 7,8 bis 8,2 Milliarden Euro). Im zweiten Quartal verbuchte SAP einen leichten Rückgang bei Umsatz und operativem Gewinn. Der Umsatz sank auf 6,67 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,74 Milliarden Euro), während sich das bereinigte EBIT von 1,96 Milliarden Euro auf 1,92 Milliarden Euro verringerte. Der Nettogewinn verbesserte sich aber von 885 Millionen Euro auf 1,45 Milliarden Euro. Verantwortlich für den Gewinnanstieg unter dem Strich war vor allem ein Beitrag von 900 Millionen Euro der Venture-Capital-Tochter Sapphire Ventures zum Finanzergebnis.
    • Der Streaminganbieter Netflix ist im zweiten Quartal weiter kräftig gewachsen, hat aber nur ein relativ geringes Nutzerwachstum verbucht. Die Zahl der weltweiten Abonnenten wuchs in den drei Monaten bis Ende Juni um 1,5 Millionen auf 209,18 Millionen. Für das dritte Quartal stellt Netflix 3,5 Millionen neue Abonnenten in Aussicht, während der Markt bisher mit 5,9 Millionen neuen Abonnenten gerechnet hatte. Die Umsätze konnten im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 7,34 Milliarden Dollar zulegen, während der Nettogewinn um fast 90 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar kletterte. Während der Umsatz über den Analystenschätzungen lag, verfehlte der Gewinn je Aktie mit 2,97 Dollar die Analystenschätzungen von 3,14 Dollar.

    Konjunktur & Politik

    • Die US-Rohöllagerbestände sind in der vergangenen Woche um 2,1 Millionen Barrel auf 439,7 Millionen Barrel gestiegen. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang um 4,5 Millionen Barrel. Die inoffiziellen API-Daten vom Vorabend hatten bereits einen Anstieg um 3,3 Millionen Barrel gezeigt.
    • Der Bund stellt im Zuge der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Deutschland eine Soforthilfe von 200 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 200 Millionen Euro sollen die betroffenen Länder beisteuern, so dass insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Bei Bedarf zeigte sich der Bund bereit, das Volumen auch noch einmal aufzustocken. Außerdem haben die Länder teilweise bereits Hilfen geplant, die über das beschlossene Niveau hinausgehen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kündigte außerdem an, mit den Ländern über die Einrichtung eines dauerhaften Hilfsfonds, mit dem die Folgen des Klimawandels bekämpft werden sollen, zu beraten.
    • Großbritannien will die Brexit-Regeln für Nordirland neu verhandeln und geht damit erneut auf Konfrontationskurs zur EU. Die bisherigen Regeln seien nicht geeignet, den Frieden in der ehemaligen Bürgerkriegsregion zu sichern, sagte der Brexit-Beauftragte David Frost im Oberhaus des Parlaments. Es brauche "erhebliche Änderungen", um das Leben in Nordirland nicht zu stark zu beeinträchtigen, so Frost. Das sogenannte Nordirland-Protokoll sorgt dafür, dass es zwischen Nordirland und der Republik Irland weiterhin keine Grenzkontrollen gibt und der freie Güterverkehr möglich ist. Zugleich wird aber der Handel mit anderen britischen Landesteilen durch die Vorschriften erschwert, was die britische Regierung kritisiert.
    • Die USA haben ihren Widerstand gegen die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 offenbar aufgegeben. Wie unter anderem das "Wall Street Journal" berichtet, haben die USA und Deutschland eine Vereinbarung geschlossen, die die Fertigstellung von Nord Stream 2 erlaubt. Im Gegenzug sind konkrete finanzielle Hilfen für die Ukraine geplant. Die Ukraine ist bisher stark von Zahlungen Russlands für Gastransite abhängig. Die USA waren besorgt, dass eine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 die Position der Ukraine gegenüber Russland schwächen könnte.
    • Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die EU Geldwäsche stärker bekämpfen. So soll für die Bezahlung von Rechnungen etwa ein Bargeldlimit von 10.000 Euro eingeführt werden. Ausnahmen sind für Geschäfte zwischen Privatpersonen sowie für Menschen ohne Bankkonto geplant. Kryptowährungen wie der Bitcoin sollen u.a. durch ein Verbot anonymer Wallets stärker reguliert werden. Außerdem soll eine neue Anti-Geldwäsche-Behörde namens Alma (Anti-Money Laundering Authority) gegründet werden.
    • Die japanische Notenbank Bank of Japan will klimafreundliche Investitionen mit einem speziellen Kreditprogramm für Banken fördern. So sollen japanische Banken etwa Kredite zu Nullzinsen erhalten, wenn sie damit "grüne Projekte" finanzieren oder grüne Anleihen aus anderen Währungsgebieten kaufen.

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