1. Der nationale Einkaufsmanagerindex (ISM-Index) für das verarbeitende Gewerbe ist im November überraschend von 51,2 Punkten auf 49,5 Punkte gefallen (Bloomberg-Umfrage und DekaBank: 51,5 Punkte). Damit liegt der Index erstmals seit April 2003 wieder unterhalb der Expansionsgrenze von 50 Punkten.

2. Von den fünf in die Berechnung eingehenden Teilkomponenten blieb lediglich eine über 50 Punkten: die Lieferfristen mit 52,8 Punkten. Alle anderen, die Produktionskomponente, die Auftragseingangskomponente, die Beschäftigungskomponente und die Lagerkomponente, befinden sich nunmehr im Kontraktionsbereich.

3. Im Rahmen der aktuellen Konjunkturdelle war es durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen, dass der ISM-Index auch einmal unter die 50 Punkte-Marke rutschen kann. Dass er es tatsächlich getan hat, hat aber die Märkte doch erschreckt. Die Rezessionsängste dürften jetzt wieder verstärkt aufkeimen. Wir sind weiterhin der Meinung, dass diese Ängste unberechtigt sind. Denn in der Tat ist es völlig normal, dass die Industrie unter der aktuellen Konjunkturdelle leidet.

Und so gehen wir davon aus, dass der Index möglicherweise auch im Dezember noch unter 50 Punkten bleibt. Dass er jedoch deutlich tiefer in den „roten“ Bereich rutscht, was ein Signal für eine Rezession wäre, ist unserer Einschätzung zufolge unwahrscheinlich. Dafür profitiert die Industrie weiterhin zu stark von der weltwirtschaftlichen Dynamik. Der Novemberwert passt durchaus zu unserem Konjunkturbild, das erst ab Anfang 2007 wieder von einer stärkeren konjunkturellen Dynamik der US-Wirtschaft ausgeht. Also: kein Grund zur Panik, allenfalls etwas Vorsicht ist angemahnt. Solange die Fed ihre Zinsen bei 5,25 % belässt bzw. im ersten Halbjahr 2007 sogar wieder senkt, wie wir es erwarten, wird die Industrie sich wieder aus ihrem Tief berappeln – der Flexibilität der US-Wirtschaft sei Dank.

4. Die Bauausgaben sind im Oktober um 1,0 % gegenüber dem Vormonat gefallen. Zudem wurde der Vormonatswert auf -0,8 % nach unten revidiert. Dies deutet darauf hin, dass die Wohnungsbauinvestitionen auch im vierten Quartal deutlich gefallen sind. Wir gehen davon aus, dass das Tief im Wohnungsbau innerhalb der nächsten Monate durchschritten sein wird.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.