• MTU sieht sich erst in Jahren wieder über dem Berg
    • Philly-Fed-Index sinkt nur leicht
    • EZB signalisiert zusätzliche Lockerung
    • USA melden mehr als 250.000 Corona-Tote
    • Nach Haushaltsveto: EU-Kommission fordert rasche Lösung
    • US-Wahl: Neuauszählung in Wisconsin
    • BMW zieht Verbrenner-Motorenbau aus Deutschland ab
    • Thyssenkrupp fährt Milliardenverlust ein
    • AstraZenecas Covid-19-Impfstoff zeigt Immunantwort

    DAX

    • Die Corona-Infektionszahlen steigen und noch ist nicht klar, wie sich die bereits beschlossenen und vielleicht noch eintretenden Einschränkungen im öffentlichen Leben auf die Realwirtschaft auswirken werden. Außerdem erkennen viele Anleger, dass die Kurse schnell schon weit gelaufen sind, was sich als voreilig erwiesen könnte. Deshalb bewegt sich der Deutsche Leitindex seit Tagen nur in einer engen Spanne. Dass die EZB-Chefin heute eine weitere Lockerung der Geldpolitik angedeutet hat, kann niemanden positiv stimmen, denn zugleich hat Frau Lagarde ein düsteres Bild der Konjunktur gezeichnet. Auf der nächsten Zinssitzung im Dezember werde die Notenbank ihre Instrumente auf Basis aktueller Informationen anpassen, bestätigte Lagarde vor einem Ausschuss des EU-Parlaments. Grundsätzlich stünden alle Optionen zur Verfügung. Der DAX beendete den Xetra-Handel mit einem Minus von 0,88 Prozent bei 13.086,16 Punkten.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen

    • Deutsche Börse: Kristina Jeromin, bisher zuständig für das gruppenweite Nachhaltigkeitsmanagement, verlässt zum Jahresende das Unternehmen.
    • Der Triebwerksbauer MTU rechnet erst in einigen Jahren wieder mit stärkerem Wachstum. „Wir sehen die nächsten Jahre als eine Phase des Neustarts, in der wir unsere Technologieführerschaft, Innovationskraft und Flexibilität zum Ausbau unserer guten Ausgangsposition nutzen, um ab 2024 wieder überproportional am Wachstum der Branche teilzuhaben", sagte Vorstandschef Reiner Winkler bei einer Analystenveranstaltung am Donnerstag. Allerdings erwartet er auch für das kommende Jahr wieder steigende Erlöse.
    • Die kriselnde Kaufhauskette Macy’s leidet weiter stark unter der Corona-Pandemie. In den drei Monaten bis Ende Oktober machte das Unternehmen einen Verlust von 91 Mio. Dollar. Die Umsätze um ein Viertel auf 4,0 Mrd. Dollar, der flächenbereinigte Absatz ging um über 20 Prozent zurück.
    • Der Börsenbetreiber Nasdaq OMX will die US-Firma Verafin kaufen. Verafin ist unter anderem spezialisiert auf die softwaregestützte Überwachung von Finanzdienstleistungen mit Blick auf kriminelle Aktivitäten und die Einhaltung von regulatorischen Auflagen. Der Kaufpreis über 2,75 Mrd. Dollar werde in bar bezahlt, teilte Nasdaq OMX mit.
    • Der Grafikkartenspezialist Nvidia profitierte im dritten Quartal vom boomenden Geschäft mit Rechenzentren und neuen Grafikkarten. Die Erlöse stiegen um 57 Prozent auf 4,73 Mrd. Dollar. Der Gewinn im Zeitraum August bis Ende Oktober legte um fast 49 Prozent auf 1,34 Mrd. Dollar zu. Im vergangenen Quartal brachte Nvidia neue RTX-Karten heraus. Der Umsatz in dem Geschäft stieg um 37 Prozent auf 2,27 Milliarden Dollar.
    • Coca-Cola hat in der langjährigen Auseinandersetzung mit der US-Bundessteuerbehörde eine juristische Niederlage erlitten und sieht sich mit einer möglichen Steuernachzahlung konfrontiert. Ein Richter des US-Steuergerichts folgte der Argumentation des Internal Revenue Service und entschied, dass Coca-Cola zu viel der Gewinne auf ausländische Tochtergesellschaften verlagert hat, anstatt sie dem Mutterkonzern zuzurechnen. Der Internal Revenue Service hatte für die Steuerjahre 2007 bis 2009 mehr als 3,3 Mrd. Dollar von Coca-Cola gefordert.
    • Apple will im Streit um gedrosselte iPhones 113 Mio. Dollar mehr zahlen, um auch Klagen von US-Bundesstaaten beizulegen. Im März hatte der Konzern bereits der Zahlung von bis zu 0,5 Mrd. Dollar nach Verbraucherklagen in den USA zugestimmt. Die am Mittwoch vom Justizminister von Arizona veröffentlichte neue Vereinbarung soll das Verfahren beenden, das mehr als 30 Bundesstaaten gegen Apple angestrengt hatten.
    • Der vom Pharmakonzern AstraZeneca und der Universität Oxford zusammen entwickelte Impfstoff gegen das Corona-Virus hat in einer Phase-II-Studie eine Immunantwort bei Teilnehmern sowohl unter als auch über 56 Jahren gezeigt und sich bei den älteren Erwachsenen zudem als sicher in der Anwendung erwiesen. Das geht aus den Studienergebnissen hervor, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurden.
    • Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat nach positiven Ergebnissen mit einem Corona-Antikörpertest eine Notfallgenehmigung für das Produkt bei der US-Gesundheitsbehörde FDA beantragt. Antikörper-Tests, die im Nachhinein eine durchgestandene Infektion zeigen, seien aktuell noch kaum gefragt, sagte Healthinees-Finanzchef Jochen Schmitz. Das werde sich aber ändern, sobald es einen Corona-Impfstoff gebe. Dann lässt sich mit den Tests nachweisen, ob die Impfung wirkt.
    • Der Anbieter von Kochboxen, HelloFresh, will in weitere Länder expandieren. Geplant sei, im kommenden Jahr ein bis zwei neue Märkte in Europa zu erschließen, kündigte Vorstandschef Dominik Richter auf einer Konferenz von Morgan Stanley an. In drei bis fünf Jahren könne dann der Gang nach Asien erfolgen. Dort gebe es viele „attraktive" Länder.
    • Bei dem Baumaschinenhersteller Wacker Neuson sorgt der gleichzeitig angekündigte Abschied sowohl von Konzernchef Martin Lehner als auch Finanzchef Wilfried Trepels für Unruhe. Damit verliert das Unternehmen in Kürze die Hälfte des Vorstands. Lehner soll zum 31. Dezember ausscheiden, während Trepels sein Vorstandsmandat schon zum 30. November niederlegt. Beide Positionen sollen vorübergehend vom jetzigen Aufsichtsrat Kurt Helletzgruber übernommen werden.
    • Der Event-Veranstalter und Ticket-Anbieter CTS Eventim leidet auch im dritten Quartal unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Einen Gewinn konnte das Unternehmen nicht erzielen. „Seit Beginn der Pandemie stand für uns fest, dass wir die Belastungen für unser Unternehmen als Bewährungsprobe unserer Leistungsfähigkeit sehen. Danach handeln wir. Stillstand gibt es nicht", sagte CEO Klaus-Peter Schulenberg. So seien strategische Kooperationen mit der Europäischen Handballföderation sowie Traditionsclubs aus Erster und Zweiter Bundesliga vereinbart worden. Im dritten Quartal wies CTS einen Periodenverlust von 23,39 Mio. Euro aus, nachdem im Vorjahr ein Gewinn von 28,3 Mio. Euro erzielt worden war. Der Umsatz brach auf 30,24 Mio. Euro von 378 Mio. Euro weg.
    • Die UBS schüttet nun die vollständige Dividende für das vergangene Geschäftsjahr aus. 99,5 Prozent der Aktionäre sprachen sich auf einer außerordentlichen Generalversammlung für die Auszahlung der zweiten Hälfte für 2019 aus, wie das Geldhaus mitteilte. Auf Druck der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hatte die UBS beschlossen, zunächst nur eine Teilzahlung vorzunehmen.
    • Der Industriekonzern Thyssenkrupp ist im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 (per 30. September) tief in die roten Zahlen gerutscht. Dabei liefen vor allem das Stahl- sowie das Zuliefergeschäft schwach. Ohne das mittlerweile verkaufte Aufzugsgeschäft musste der Konzern einen bereinigten operativen Verlust (Ebit) im fortgeführten Geschäft von 1,6 Mrd. Euro hinnehmen. Vorstandschefin Martina Merz hatte Mitarbeiter und Anleger bereits auf hohe Verluste eingestimmt. Bis zum Geschäftsjahresende mussten die Essener demnach rund drei Mrd. Euro auf das Stahl- sowie das Automobilzuliefergeschäft abschreiben. Im fortgeführten Geschäft verbuchte der Konzern damit einen Nettoverlust von 5,5 Mrd. Euro, nach einem Minus von 1,2 Mrd. im Vorjahr. Nach dem Milliardenverlust setzt der Vorstand nun den Rotstift an. So sollen zusätzlich 5.000 Arbeitsplätze in den kommenden drei Jahren wegfallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei nicht ausgeschlossen. Für das kommende Jahr strebt Thyssen-Krupp eine „erhebliche Verbesserung“ des bereinigten Ebit an. Dennoch werde der Konzern weiter rote Zahlen schreiben, hieß es.
    • Der Bremsenspezialist Knorr-Bremse hat seine Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen sieht sich gut gerüstet in der Corona-Krise. Im dritten Quartal konnten in den Sparten Schiene und Nutzfahrzeuge die Umsätze gesteigert werden. Insgesamt liegen operatives Ergebnis und Umsatz noch unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum, der Auftragseingang ist allerdings bereits wieder im Plus. Angesichts der „guten Entwicklung" bestätigte der Vorstand den Ausblick für das laufende Jahr. Knorr Bremse peilt weiterhin einen Jahresumsatz von rund 6 Mrd. Euro an.
    • Der frühere Chef des SkandalunternehmensWirecard, Markus Braun, muss auf gerichtliche Anordnung hin heute im Untersuchungsausschuss des Bundestags zu dem Bilanzbetrug Rede und Antwort stehen. Die Abgeordneten wollen den Ex-Manager aber vor allem zu seinen Kontakten zu Politik und Behörden befragen. Dass er sich zu konkreten Betrugsvorwürfen der Staatsanwaltschaft äußert, gilt als unwahrscheinlich. Der als Hauptverantwortlicher für den Betrugsskandal geltende Braun sitzt seit Sommer in Untersuchungshaft. Der Bundesgerichtshof hatte den Antrag seiner Anwälte abgewiesen, nur per Videoübertragung aus der Haft in Augsburg aufzutreten.
    • Der Autohersteller BMW gibt den Verbrennermotorenbau in München auf. Das Stammwerk soll mit rund 400 Mio. Euro für eine neue Fahrzeugmontage, sprich Elektromobilität, aufgerüstet werden. „Wir entwickeln das Werk München kontinuierlich weiter in Richtung Elektromobilität und schaffen dafür effiziente und wettbewerbsfähige Produktionsstrukturen“, sagte Produktionsvorstand Milan Nedeljković am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Um in dem engen Werk neue Batterieautos bauen zu können, muss der Motorenbau weichen. Betroffen sind 1.400 Mitarbeite. Die Verlagerung erfolgt Nedeljković zufolge schrittweise bis spätestens zum Jahr 2024. Die in München gefertigten Verbrennungsmotoren werden dann an den Standorten im österreichischen Steyr und im britischen Hams Hall produziert.
    • Im Stammwerk von Opel in Rüsselsheim steht die Autoproduktion still. Die PSA-Tochter hat erste Produktionsmitarbeiter in vorgezogene Werksferien geschickt. Wie der Autohersteller bestätigte, wird die Fertigung in dem Werk voraussichtlich am 7. Januar wiederaufgenommen. Hintergrund ist zum einen die momentane wirtschaftliche Lage.
    • Der Gabelstapler-Hersteller Kion plant eine Kapitalerhöhung. Insgesamt sollten rund 13,1 Mio. neue Aktien ausgegeben werden, teilte das Unternehmen mit. Das entspreche einer Kapitalerhöhung von etwa elf Prozent. Dabei hätten die bisherigen Aktionäre ein Bezugsrecht im Verhältnis 9:1. Die Papiere sollten zwischen dem 20. November und 3. Dezember angeboten werden. Der Bezugspreis solle voraussichtlich am 30. November festgelegt werden. Das einegesammelte Geld dient dem Schuldenabbau und der Stärkung der Geschäfte.

    Politik & Konjunktur

    • EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann hat in einem Gastbeitrag für die "Financial Times" Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde widersprochen, wonach es auch Aufgabe der EZB sein könnte, eine "falsche" Bepreisung von Klimarisiken zu korrigieren. Zwar müsse geprüft werden, ob die EZB bei ihren Käufen "unabsichtlich eine bestimmte Ausrichtung" ihres Wertpapierportfolios zugelassen habe, schrieb Weidmann. Es sei aber nicht Aufgabe der EZB, Marktstörungen oder politische Versäumnisse zu korrigieren, schrieb Weidmann. EZB-Präsidentin Lagarde hatte zuvor angedeutet, dass die EZB ihrer Ansicht nach falsch bepreiste Klimarisiken bei der Ausrichtung ihrer Käufe womöglich berücksichtigen müsse.
    • Die Verkäufe von bestehenden Immobilien sind in den USA im Oktober auf den höchsten Stand seit November 2005 gestiegen. Auf annualisierte Basis wurden 6,85 Millionen bestehende Häuser verkauft. Erwartet wurden 6,45 Millionen, nach revidiert 6,57 Millionen (zunächst gemeldet: 6,54 Millionen) im Vormonat. Getrieben wurde der Anstieg im Oktober von rekordniedrigen Hypotheken-Zinsen. Der mittlere Hauspreis stieg zum Vorjahr um 15,5 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 313.000 Dollar.
    • Der Index der Frühindikatoren in den USA ist im Oktober wie erwartet um 0,7 Prozent gestiegen, nach einem Anstieg um ebenfalls 0,7 Prozent im Vormonat.
    • Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren in den USA stieg im Oktober um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Der Sammelindex setzt sich aus zehn Indikatoren zusammen. Dazu zählen unter anderem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie, das Verbrauchervertrauen und die Baugenehmigungen.
    • Der Indikator der regionalen Notenbank von Philadelphia für das Geschäftsklima in der Region (Philly-Fed-Index) fiel im November von 32,3 Punkten im Vormonat auf 26,3 Punkte, wie die regionale Zentralbank mitteilte. Volkswirte hatten mit einem stärkeren Rückgang auf 22,5 Punkte gerechnet. Ein Wert über null Punkten des Indikators deutet auf einen Anstieg der Wirtschaftsaktivität hin, ein Wert unter null Punkten signalisiert einen Rückgang.
    • Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 14. November um 31.000 auf 742.000 zugelegt, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 707.000 erwartet. In der Woche zum 7. November erhielten 6,372 mio. Personen Arbeitslosenunterstützung. Dies war eine Abnahme gegenüber der Vorwoche um 429.000.
    • Ein führendes Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, Admiral Brett Giroir, sieht die USA in der Pandemie an einem "gefährlichen Punkt". „Im Moment verzeichnen wir den stärksten Anstieg der Fallzahlen, unsere Krankenhausaufnahmen nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu, unsere Todesfälle nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu - und das bewegt sich nicht in die richtige Richtung", sagte Giroir dem Sender MSNBC.
    • Im Kampf gegen die Inflation und den Verfall der Landeswährung erhöht die Zentralbank der Türkei die Zinsen kräftig. Sie hob den Schlüsselsatz am Donnerstag auf 15,0 von bislang 10,25 Prozent an.
    • EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die geldpolitische Wirksamkeit des negativen Einlagenzinses der Europäischen Zentralbank hervorgehoben. Lagarde sagte in einer Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments: „Aus Sicht der EZB haben wir generell positive Erfahrungen mit Negativzinsen. Ich glaube, die Art, in der wir unser Mandat unter Nutzung dieser Negativzinsen erfüllt haben, hat ihre Effektivität gezeigt." Auch die im September vergangenen Jahres eingeführte Staffelung des Einlagenzinses habe sich als effektiv erwiesen. Lagarde bestätigte, dass die EZB auf der nächsten Zinssitzung im Dezember ihre Instrumente auf Basis aktueller Informationen anpassen werde. Grundsätzlich stünden alle Optionen zur Verfügung. Allerdings seien die milliardenschweren Corona-Wertpapierkäufe (PEPP) und die langfristigen Billigkredite für die Banken (TLTRO) im aktuellen Umfeld wirksam gewesen. Sie könnten "dynamisch" angepasst werden, sagte Lagarde. "Sie dürften daher die wichtigsten Instrumente zur Anpassung unserer Geldpolitik bleiben."
    • Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr 250.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. In keinem anderen Land der Welt ist eine so hohe Zahl an Todesfällen bekannt. Seit Ende September starben allein 50.000 Menschen.
    • Nach dem Veto des EU-Haushaltspakets durch Ungarn und Polen suchen die EU-Staats- und Regierungschefs nach einer Kompromisslösung. Die EU-Kommission dringend einen Ausweg, damit die geplanten Corona-Hilfen 2021 fließen können. Das Problem soll heute Abend Thema einer Schaltkonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs werden. Polen und Ungarn hatten aus Protest gegen eine neue Regel zur Kürzung von Geldern bei bestimmten Rechtsstaatsverstößen einen entscheidenden Haushaltsbeschluss blockiert.
    • Das Gastgewerbe in Deutschland konnte im September seine allmähliche Erholung der vergangenen Monate nicht fortsetzen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Daten mitteilt, fiel der Umsatz im Gastgewerbe nach preisbereinigt um 3,9 Prozent und nominal um 4,4 Prozent gegenüber August. Der Umsatz lag real 24,9 Prozent unter dem Niveau vom Februar, dem Monat vor Ausbruch der Corona- Pandemie in Deutschland.
    • Der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, warnt schon jetzt vor einer dritten Corona-Welle. „Wir werden einen Jojo-Effekt sehen, wenn die Zahlen jetzt runtergehen und es nach und nach Lockerungen gibt. Ich befürchte, dass die Menschen dann wieder leichtsinniger werden", sagte der Mediziner im Interview des "Hamburger Abendblatts". Im Sommer habe es lange gedauert, bis die Zahlen wieder angestiegen seien. „Aber im Winter halten sich die Menschen angesichts der Temperaturen viel mehr drinnen auf. Ich habe die Sorge, dass dann die dritte Welle kommt - davon müssen wir eigentlich ausgehen." Es sei deshalb nun wichtig, dass sich alle über Monate disziplinieren, auch wenn es schwer falle.
    • Geldhäuser in der Eurozone müssen laut EZB-Bankenaufsicht schon bald Risiken aus dem Klimawandel für ihre Geschäfte stärker berücksichtigen. Anfang 2021 werde die Aufsicht mit den Instituten besprechen, ob ihre Praxis den Erwartungen entspricht und Verbesserungsmaßnahmen aufzeigen, teilten die Kontrolleure mit. Zwar werde dies noch nicht allgemein in die Kapitalanforderungen für die Banken einfließen. „Allerdings können in bestimmten Einzelfällen nachfolgende aufsichtliche Schritte nicht ausgeschlossen werden,“ hieß es. Ab 2022 werde die Europäische Zentralbank dann eingehend die Vorgehensweise der Banken prüfen.
    • Der amtierende US-Präsident Donald Trump will auch einen Teil der Stimmen im Bundesstaat Wisconsin neu auszählen lassen. Das Wahlkampfteam habe einen Betrag von 3 Mio. Dollar für eine teilweise Neuauszählung überwiesen, teilte die Wahlkommission des Bundesstaates mit. Trump behauptet nach wie vor, dass ihm der Wahlsieg durch Wahlfälschungen zu Gunsten des Herausforderers Joe Biden „gestohlen“ worden sei.

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