1. Die Verbraucherpreise sind im August um 0,2 % mom (3,8 % yoy) gestiegen. In der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie ergab sich zum zweiten Mal in Folge ein Anstieg um lediglich 0,2 % mom, nachdem in den Monaten März bis Juni jeweils ein Anstieg um 0,3 % zu verzeichnen gewesen war. Energiegüter verteuerten sich im August um 0,3 % mom, da die Preise von Benzin und Erdgas jeweils nur leicht zugelegt haben und die für Elektrizität geringfügig gesunken sind. Die Preise von Lebensmitteln legten mit 0,4 % mom relativ kräftig zu, dies beruht jedoch in erster Linie auf einer starken Verteuerung von Fleisch sowie frischem Obst und Gemüse. Die Preise anderer Lebensmittel veränderten sich dagegen meist nur geringfügig.

2. Die seit dem Jahresanfang zu beobachtende Zunahme der Kerninflation ist zum größten Teil auf einen starken Anstieg der Wohnungsmieten zurückzuführen. Dieser hatte sich auch im Juli fortgesetzt, jedoch wurde er von Sonderfaktoren überlagert, sodass sich im Monatsvergleich lediglich eine Veränderungsrate von 0,2 % mom in der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie ergeben hatte. Vor allem die Preise für Bekleidung und Schuhe sind im Juli deutlich gesunken. Im Vergleich dazu hat sich das Bild bei der Kerninflation im August erheblich verändert: Die Wohnungsmieten weisen mit 0,2 % mom den geringsten Anstieg seit Januar dieses Jahres auf. Insbesondere die wichtige Teilkomponente der Owners´ Equivalent Rent, die allein 30 % des Verbraucherpreisindex ohne Lebensmittel und Energie ausmacht, ist im August weniger stark angestiegen als in den Monaten zuvor. Unter Ausschluss der Wohnungsmieten ergibt sich bei der Kernrate zwar eine Zunahme um 0,3 % mom, diese beruht jedoch in erster Linie darauf, dass die Preise für Bekleidung und Schuhe mit 0,9 % mom ihren im Juli verzeichneten Rückgang fast vollständig wieder ausgeglichen haben. Die vergleichsweise moderate Entwicklung der Kerninflation im August ist somit, anders als im Juli, nicht auf Sonderfaktoren zurückzuführen.

3. Für die kommenden Monate ist bereits ein deutlicher Rückgang der Gesamtinflationsrate abzusehen. Zum einen fällt der starke Anstieg der Energiepreise, der im Herbst vergangenen Jahres infolge der Hurricanes aufgetreten war, nun aus der Jahresveränderungsrate heraus. Zum anderen ist seit Mitte August ein erheblicher Rückgang der Benzinpreise zu verzeichnen. Infolge dieser beiden Faktoren dürfte die Jahresrate des Verbraucherpreisindex in den Monaten September und Oktober vorübergehend auf das Niveau von 2,5 % fallen. Die Jahresrate der Kerninflation dürfte dagegen vorerst noch nach oben tendieren, einen nachhaltigen Rückgang erwarten wir erst im Frühjahr 2007. Dennoch dürften die heute veröffentlichten Daten die Fed in ihrer Auffassung bestätigen, dass ein Pausieren bei den Leitzinserhöhungen derzeit angebracht ist.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.