• Verheerende US-Arbeitsmarktdaten
  • Zahl der Arbeitslosen in Spanien explodiert
  • Folgen der Krise: Dividendenboom war einmal
  • ifo: Ökonomen warnen vor monatelangem Shutdown
  • EQS: Massenhafte Prognoseänderungen
  • WHO verlangt Schuldenerlass für arme Länder
  • USA: Neue Beschränkungen drohen
  • Coronavirus: Über 200.000 Fälle in den USA
  • Corona-Krise: EU-Staaten in Sorge um Demokratie
  • Vapiano stellt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
  • 'Wiwo': Commerzbank will 500 Mio. Euro einsparen
  • Salzgitter verringert Produktion

DAX

  • Nach den dramatisch schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA erhöhte sich auch hierzulande die Nervosität. Der Leitindex DAX, der bis zu der Datenbekanntgabe leicht im Plus notierte, drehte ab ins Minus, zeitweise recht deutlich. Mittlerweile haben sich die Anleger aber vom ersten Schrecken erholt, wohl auch, weil Meldungen über ein großes Konjunkturpaket der Bundesregierung über die Ticker liefen. Als dann auch noch US-Präsident Trump über eine mögliche Reduzierung der Erdölproduktion von Saudi-Arabien auf Twitter schrieb, zogen die Aktienmärkte weiter an. Am deutschen Aktienmarkt blieb es bei einem mageren Plus, während der Ölpreis zeitweise geradezu explodierte.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die italienische Großbank UniCredit hat sich mit Gewerkschaften auf den Abbau von 5.200 Arbeitsplätzen geeinigt.
  • Beim Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp verzichtet der Vorstand auf einen Teil seiner Bezüge. Damit wolle man „in dieser Krisensituation auch persönlich ein Zeichen setzen", sagte Personalvorstand Oliver Burkhard. Das gelte „ganz besonders, wenn wir jetzt Mitarbeitende in Kurzarbeit schicken müssen“.
  • Alstria Office nimmt seinen Dividendenvorschlag zurück. Die Unsicherheit, die der Coronavirus erzeuge, sei zu unsicher, um die Ausschüttung jetzt zu beziffern, teilte der Konzern mit. Für den Konzern sind die Folgen der Pandemie vor allem dadurch zu spüren, dass Mieter ihre monatlichen Überweisungen stoppten, so wie es ihnen seit vergangener Woche gesetzlich erlaubt ist.
  • Auch der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec muss wegen der Corona-Krise seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 streichen. Es werde wegen der sich weltweit ausbreitenden Lungenkrankheit Covid-19 eine "signifikante Beeinträchtigung" der Geschäftsentwicklung im zweiten Geschäftshalbjahr erwartet, hieß es. „Eine verlässliche Vorhersage der Geschäftsentwicklung ist derzeit nicht möglich." Im zweiten Geschäftsquartal sei es aber bereits zu einer deutlichen Abschwächung des Umsatzwachstums gekommen.
  • Beim Licht- und Elektronikspezialisten Hella hat sich die Corona-Krise im dritten Quartal bereits mit einem Rückgang bei Umsatz und Ergebnis bemerkbar gemacht. Während die Erlöse um 4 Prozent auf rund 1,54 Mrd. Euro zurückgingen, brach das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 21 Prozent auf 90 Mio. Euro ein. Der Überschuss reduzierte sich um fast ein Viertel auf 51 Mio. Euro.
  • Die US-Wettbewerbsbehörden haben ihre Bedenken gegenüber einem Einstieg des US-Tabakkonzerns Altria bei der E-Zigarettenfirma Juul geäußert. Altria und Juul hätten eine Zusammenarbeit gestartet, die den Wettbewerb aushebele, teilte die Behörde FTC mit. Altria war im Dezember 2018 für 12,8 Mrd. Dollar mit 35 Prozent bei Juul eingestiegen. Altria teilte unterdessen mit, man werde gegen die Entscheidung vorgehen.
  • Der Apotheken-Konzern Walgreens Boots Alliance wagt wegen der Covid-19-Pandemie keine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Mit dem nächsten Quartalsbericht, wenn positive und negative Effekte der Virus-Krise besser erkennbar sein sollten, werde es eine Abschätzung geben, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage seiner Zahlen für das zweite Geschäftsquartal mit. Im vergangenen Jahresviertel litt der Konzern unter anderem unter hohen Umbaukosten und niedrigeren Bruttomargen im US-Pharmageschäft. Das operative Ergebnis fiel um 18,7 % auf 1,2 Mrd. Dollar ab.
  • Der Autoeinzelhändler CarMax hat einen Quartalsgewinn von 1,30 Dollar je Aktie erzielt und übertraf damit den Marktkonsens um 17 Cent. Auch die Erlöse übertrafen die Prognosen. Laut dem Unternehmen hat sich die aktuelle Nachfrage angesichts der Corona-Krise aber dramatisch verringert.
    Stanley Black & Decker zog seinen Ausblick für 2020 zurück. Die Virus-Pandemie werde die Ergebnisse aufgrund eines Nachfrageeinbruchs beeinträchtigen, hieß es.
  • Boeing plant laut Medien einen Personalabbau. Demnach sollen Abfindungsangebote und Ausstiegsprämien die Mitarbeiter zum freiwilligen Ausscheiden locken. Der Umfang des geplanten Personalabbaus wurde noch nicht bekannt.
  • AMC Entertainment hat nach Angaben des Wall Street Journal Berater für eine Konzern-Umstrukturierung herangezogen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie sind aktuell sämtliche Standorte des Kinobetreibers geschlossen.
  • PVH meldete einen Quartalsgewinn von 1,88 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzung deutlich. Die Erlöse des Bekleidungsherstellers lagen ebenfalls über den Prognosen. Laut PVH hat die COVID-19-Pandemie erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft des Unternehmens.
  • Der Stahlkonzern Salzgitter muss virusbedingt seine Produktion herunterfahren. An einigen Standorten werde die Fertigung derzeit verringert, so das Unternehmen am Donnerstag. Außerdem werde geprüft, ob man Kurzarbeit einführen müsse. Neben der vorbeugenden Freistellung von Beschäftigten mit Vorerkrankungen setze man dort, wo es machbar sei, außerdem auf mehr mobile Arbeit.
  • Normalerweise muss eine Klage in dem Land eingereicht werden, in dem ein Beklagter seinen Sitz oder Wohnsitz hat. Im Falle von Volkswagen könnte nun im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre eine Ausnahme gemacht werden. Einem Gutachten des EU-Generalanwalts zufolge können Käufer eines Volkswagens mit manipulierter Abgas-Software im Land des Autokaufs auf Schadenersatz klagen. Der Generalanwalt äußerte sich am Donnerstag zu 574 VW-Kunden in Österreich, deren Sammelklage vor dem Landesgericht Klagenfurt anhängig ist. Gutachten des Generalanwalts sind eine wesentliche Grundlage einer späteren EuGH-Entscheidung.
  • Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur versuchen zahlreiche Unternehmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, Krankenhäuser und Apotheken im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit Desinfektionsmittel zu beliefern. Der Biokraftstoffhersteller Verbio aus Zörbig produziere derzeit 40.000 Liter Desinfektionsmittel pro Woche, hieß es. Auch Beiersdorf habe mit der Produktion von Hand-Desinfektionsmittel begonnen. Nach Konzernangaben wurden bereits 37.000 Flaschen aus der Produktion im sächsischen Waldheim an die Landesregierung übergeben.
  • Die Beratungsgesellschaft Bain & Company hat bei der Commerzbank ein zusätzliches Einsparpotenzial von 350 Mio. Euro ausgemacht, wie die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag unter Berufung auf Insider berichtet. Demnach könne die Bank ihre Ausgaben gerade im Immobilienbereich senken, etwa bei Mieten. Laut dem Bericht sollen die Kosten zusätzlich um weitere 500 Mio. Euro gesenkt werden. Bereits im Februar hat das Institut einen verschärften Sparkurs angemeldet, ohne aber eine Summe zu nennen. Auch die EZB-Aufsicht hatte bereits angemahnt, dass die Frankfurter Bank die Ausgaben stärker reduziert. Ein Sprecher der Commerzbank sagte zu Wiwo: „Unser angekündigtes Kostenmanagement-Projekt läuft.“ Das Projektteam mache Vorschläge für weitere Einsparpotenziale, die über die bereits kommunizierten hinausgingen. „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Hierzu werden wir spätestens mit unseren Zahlen zum zweiten Quartal ein Update geben“.
  • Die kriselnde Restaurantkette Vapiano hat beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Es soll dabei auch geprüft werden, ob Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Vapiano-Gruppe eingereicht werden müssen. Das Unternehmen hatte bereits am 20. März seine Insolvenz mitgeteilt und erklärt, der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit sei aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs in der Corona-Krise eingetreten.
  • Der Finanzierungsdienstleister Grenke hat seine Jahresziele gestrichen. „Inwieweit und in welchem Umfang die Covid-19-Pandemie Einfluss auf die weitere Geschäfts- und Ergebnisentwicklung haben wird, ist aktuell nicht verbindlich abschätzbar und nicht in der am 11. Februar veröffentlichten Prognose enthalten", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Vorstand werde seine Prognose aktualisieren, sobald sich die Auswirkungen der Pandemie hinreichend bestimmen lassen.

Konjunktur & Politik

  • Hans-Walter Peters, der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, fordert von der EZB die sofortige Aussetzung der Negativzinsen um angesichts der wirtschaftlichen Lage die Banken nicht zusätzlich zu belasten.
  • US-Präsident Trump rechnet damit, dass Saudi-Arabien und Russland ihre Erdölproduktion um 10 bis 15 Millionen Barrel senken werden, wie Trump in einem Tweet schrieb. "Ich habe gerade mit meinem Freund MBS (Kronprinz) aus Saudi-Arabien gesprochen, der mit Präsident Putin aus Russland gesprochen hat, und ich erwarte und hoffe, dass sie [die Erdölproduktion] um ungefähr 10 Millionen Barrel, und vielleicht wesentlich mehr, kürzen werden und wenn das passieren wird, wird es großartig für die Öl- und Gasindustrie sein!", schrieb Trump auf Twitter. In einem separaten Tweet schrieb Trump, dass sich die Förderkürzungen auf bis 15 Millionen Barrel belaufen könnten. Der Rohölpreis stieg auf den höchsten Stand seit Mitte März als Reaktion auf Trumps Tweet.
  • Trotz Coronakrise wird Deutschland die Einreise von bis zu 80.000 Erntehelfern unter strengen Auflagen erlauben, wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag mitteilten. Im April und im Mai sollen nun jeweils bis zu 40.000 Saisonarbeiter einreisen dürfen.
  • Soforthilfen jetzt, und was passiert nach der Krise? Die Bundesregierung will offenbar mit einem weiteren Konjunkturprogramm den Wiederaufschwung anheizen. „Wir wollen sicherstellen, dass - wenn wir die Gesundheitskrise bewältigt haben, wenn wir die Arbeitsplätze, die Unternehmen gesichert haben, wenn es wieder aufwärts geht - das auch unterstützt wird mit konjunkturellen Maßnahmen", sagte Finanzminister Olaf Scholz am Donnerstag. Auch die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr mit einem Einbruch der Konjunktur. Die Einschnitte würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als im Krisenjahr 2009, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Damals war das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent gesunken. Schon jetzt verzeichnen Bund und Ländern einen Ansturm auf Soforthilfen. Es sei davon auszugehen, dass die Wirtschaft in einzelnen Monaten mehr als 8 Prozent einbrechen könne.
  • Für die Vorwoche wurden in den USA 6,648 Mio. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet. Experten gingen zuvor von einem Wert von 3,5 Mio. aus, nachdem zuvor 3,283 Mio. Erstanträge bei den Behörden gestellt worden waren. Bevor das Coronavirus große Teile der US-Wirtschaft lahmlegte, lagen die höchsten wöchentlichen Anträge im Jahr 1982 bei 695.000. Der Höchststand der Großen Finanzkrise 2008/2009 lag im März 2009 bei 665.000.
  • Das Defizit in der Handelsbilanz der USA hat sich im Februar wie erwartet verringert. Es betrug nach vorläufigen Berechnungen 39,93 Mrd. Dollar nach revidiert 45,48 Mrd. im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Passivsaldo in dieser Größenordnung gerechnet.
  • Die Fed wird eine wichtige Verschuldungsregel für große US-Banken übergangsweise lockern. Demnach zählen US-Staatsanleihen nicht mehr zu den Vermögensgegenständen, die die großen Banken mit Kapital unterlegen müssen. Die Lockerung soll ein Jahr gelten und werde den Kapitalbedarf der Banken um rechnerisch zwei Prozent verringern, hieß es.
  • Der bekannte US-Virologe und Regierungsberater Anthony Fauci ist laut Medienberichten zunehmend Morddrohungen ausgesetzt und erhält daher stärkeren Personenschutz. Der 79-Jährige werde nun rund um die Uhr und auch zu Hause bewacht, berichtete der Sender CNN am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf Sicherheitskreise.
  • EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat milliardenschwere Hilfen gegen die Wirtschaftskrise angekündigt. „Wir müssen jedes zur Verfügung stehende Mittel nutzen,“ erklärte von der Leyen am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer Initiativen in Brüssel. So müsse jeder verfügbare Euro im EU-Budget gegen die Krise aktiviert werden. Alle EU-Regeln würden gelockert, damit das Geld schnell und wirksam fließen könne. Mit einem neuen "Solidaritäts-Instrument" würden zudem 100 Milliarden Euro für Jobs und Unternehmen aktiviert. „Damit bündeln wir die Kräfte mit den Mitgliedsstaaten, um Leben zu retten und Einkommen zu schützen", erklärte von der Leyen.
  • Die Corona-Pandemie hat viele Auswirkungen, u. a. sorgt sie für Liquiditätsenpässe bei zahlreichen Unternehmen. Damit diese die Krise besser meistern können, suchen die Unternehmenslenker nach Einsparmöglichkeiten, u. a. auch bei den Anteilseignern in Form niedrigerer Dividenden. Jetzt kommt eine Studie zu dem Schluss, dass im Best Case-Szenario die 160 Firmen der Börsenindizes DAX, MDAX und SDAX für 2019 insgesamt gut 44 Mrd. Euro an ihre Anteilseigner überweisen werden. Das sind rund 14 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Zugleich ist es der erste Rückgang nach fünf Rekorden in Folge. Mehr als ein Viertel der Unternehmen plant demnach keine Ausschüttung (Stand 31. März). „Je nachdem, wie lange der virusbedingte Schockfrost der Wirtschaft anhält, könnte das Ausschüttungsvolumen aber auch noch deutlich niedriger ausfallen", heißt es in der von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und der FOM Hochschule in Essen veröffentlichten Studie.
  • Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist im März rasant gestiegen. Der Zuwachs von 302.265 Anträgen im Berichtsmonat war die größte monatliche Steigerung überhaupt, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Prognostiziert wurde im Schnitt eine Steigerung um lediglich 30.000 Neuanträge. Im Februar war die Zahl zuletzt noch um 7.800 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote in Spanien liegt bei 13,8 Prozent. Die seit Mitte März geltenden, weitreichenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten besonders den Tourismus lahm gelegt. Dieser trägt rund 10 Prozent zur spanischen Wirtschaftsleistung bei. Die offizielle Statistik des Arbeitsministeriums erfasst nur registrierte Erwerbslose. Aus aktuellen Daten der Sozialversicherung vom Donnerstag geht hervor, dass fast 900.000 Arbeitnehmer seit dem 12. März ihren Job verloren haben – weit über die Hälfte Zeitarbeitskräfte.
  • Viele Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland halten nicht viel davon, die Schließung von Geschäften und Gaststätten bis in den Frühsommer aufrechtzuerhalten, selbst wenn es in der zweiten Maihälfte noch keine ausreichenden medizinischen Behandlungsmöglichkeiten gegen das Coronavirus gibt. Das ist das Ergebnis des neuesten ifo-Ökonomenpanels, einer Umfrage vom Münchener ifo-Institut und der FAZ unter Finanzexperten an deutschsprachigen Universitäten. So sind 77 der befragten Ökonomen der Ansicht, dass der gegenwärtige „Shutdown“ wegen zu hoher volkswirtschaftlicher Kosten nach einigen Wochen beendet werden sollte. Im Durchschnitt werden acht Wochen als Obergrenze genannt. Der Mittelwert, wie lange Deutschland den „Shutdown“ maximal durchhalten könnte, ist etwas höher. Elf Wochen werden dabei genannt. So lange könnte Deutschland nach Ansicht der Ökonomen durchhalten, bevor das Risiko einer wirtschaftlichen Destabilisierung zu groß wird.
  • Eine Auswirkung der Corona-Krise ist auch, dass die Unternehmen reihenweise ihre Prognosen über den Haufen schmeißen müssen. Der Münchner Dienstleister für Finanzkommunikation EQS hat gezählt: Seit Jahresbeginn haben demnach unter den 160 Unternehmen in DAX, MDAX und SDAX bereits 59 ihre Prognosen geändert - die meisten nach Beginn der Corona-Krise. Mit 51 Unternehme hat der überwiegende Teil in der Zeit nach dem 16. Februar die Ziele gestrichen, also zu dem Zeitpunkt, zu dem die Krise Fahrt aufnahm. „Die Rahmenbedingungen haben sich inzwischen drastisch verändert, und mit jedem weiteren Tag des Shutdowns wächst die Unsicherheit", sagte Stephan Däschler von EQS. Vielen Unternehmen fehle mittlerweile die Grundlage für einen seriösen Ausblick - „deshalb ist vor allem seit der Zuspitzung der Krise die Zahl der Ad-hoc-Meldungen mit Corona-Bezug rapide angestiegen."
  • US-Präsident Donald Trump hat seine Landsleute angesichts dramatisch steigender Infektions- und Todeszahlen in der Coronavirus-Krise zum Zusammenhalt aufgerufen. „Wir greifen das Virus an jeder Front an", sagte er. Seine Regierung erwäge auch Reiseeinschränkungen innerhalb der USA, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. In den USA sind mehr als 200.000 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie hat die Marke von 5.000 überschritten.
  • Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Ghebreyesus, hat einen Schuldenerlass für ärmere Länder gefordert, damit sie die Folgen der Coronavirus-Pandemie abfedern können. „Wir müssen zusammenstehen, um dieses unbekannte und gefährliche Virus zu bekämpfen", sagte Ghebreyesus. Covid-19 könnte ernstzunehmende soziale, wirtschaftliche und politische Konsequenzen für viele Regionen haben.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich aus ihrer häuslichen Quarantäne mit einer Audiobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Eine Lockerung der Kontaktsperre sei nicht angemessen, sagte sie. Die Bürger sollen während der Osterfeiertage zu Hause bleiben, auf Verwandtschaftsbesuche verzichten, sowie überhaupt alle menschlichen Kontakte auf ein Minimum reduzieren: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage.“ In Deutschland ist die Zahl der Infizierten und auch der Toten innerhalb von 24 Stunden weiter gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind 73.522 bestätigte Infektionsfälle gemeldet - 6.156 mehr als am Vortag. 872 Menschen seien in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, ein Anstieg um 140.
  • Deutschland und zwölf weitere EU-Staaten haben ihre Sorge über Corona-Notmaßnahmen geäußert, die gegen Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Grundwerte verstoßen könnten. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die das niederländische Außenministerium im Namen der 13 Länder veröffentlichte. „Notmaßnahmen sollten auf das Nötigste begrenzt sein, sie sollten verhältnismäßig und befristet sein, regelmäßig überprüft werden und die genannten Grundsätze und internationalen Rechtsverpflichtungen respektieren. Sie sollten nicht die freie Meinungsäußerung oder die Pressefreiheit beschränken", heißt es in dem Schreiben.


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