New York/ London/ Hamburg (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise sind am Freitag zwar gesunken. Im Verlauf der Handelswoche waren die Preise aber gestiegen und hatten den Aufwärtstrend seit Mitte des Monats fortgesetzt. Die Nordseesorte Brent notiert gegenwärtig bei gut 77 US-Dollar/Barrel.

    Maßgeblich verantwortlich für den Preissprung in den vergangenen Tagen sind die gestiegenen Sorgen, dass der Iran im Zuge der US-Sanktionen die wichtige Straße von Hormus blockieren könnte sowie die Annahme, dass der Ölmarkt auch im dritten Quartal ein Angebotsdefizit ausweisen dürfte. Der anhaltende Abbau der Öllagerbestände sowie eine starke Nachfrage sprachen ebenso für Rohöl. Entgegengesetzte Erwartungen sorgten zuletzt für einen Ausverkauf am Ölmarkt.

    In den vergangenen Jahren sind die US-Netto-Energieimporte sukzessive zurückgegangen. Ende 2017 lagen diese um 88 Prozent unter dem Niveau von 2008. Der Rückgang der Energieimporte wurde durch Öl erreicht. „Schieferöl war in den vergangenen fünf Jahren die größte Quelle für das weltweite Angebotswachstum und reduzierte gleichzeitig den Importbedarf der USA“, schreibt HSH Nordbank-Analyst Jan Edelmann in einer aktuellen Markteinschätzung. „Während die Unsicherheit bezüglich der Größe der letztlich förderbaren US-Schieferölvorkommen bleibt, dürfte das Schieferölwachstum in den nächsten fünf Jahren weiterhin hoch bleiben“, so der Experte. Analyst Edelmann erwartet, dass die Energieunabhängigkeit der USA Ende 2019 bzw. die Ölunabhängigkeit 2021 erreicht werden könnte.