1. Im Juni hat sich das Handelsbilanzdefizit faktisch seitwärts bewegt. Es betrug 64,8 Mrd. USDollar und fiel damit sogar etwas niedriger aus als im Vormonat (65,0 Mrd. US-Dollar, revidiert von 63,8 Mrd. US-Dollar). Dieser Wert lag im Rahmen der Erwartungen (Bloomberg-Umfrage für den Saldo: -64,5 Mrd. US-Dollar, DekaBank: -65,0 Mrd. US-Dollar). Die Importe stiegen um 1,2 % gegenüber dem Vormonat, die Exporte um 2,0 %.

2. Die positive Entwicklung bei den Exporten zog sich über die meisten Bereiche hinweg. So war bei den Automobilen ein kräftiger Zuwachs der Ausfuhren um 4,7 % gegenüber dem Vormonat zu verbuchen, bei Halbwaren und Rohstoffen um 3,2 % und bei Investitionsgütern um 2,6 %. Bei letzteren wirkten die Flugzeugexporte als Untergruppe sogar bremsend: Nach dem starken Vormonat (24,6 %) schrumpften sie im Juni um 8,6 %. Ebenfalls rückläufig waren – erstmals seit Februar wieder – die Dienstleistungsexporte mit -0,5 %. Bei den Importen stellte sich das Bild gemischt dar. Während die Einfuhren von Halbwaren und Rohstoffen (-1,2 %), von Nahrungsmitteln (-0,6 %) und von Investitionsgütern (-0,3 %) rückläufig waren, gab es deutliche Zuwächse bei den Konsumgütern (3,4 %) und bei Automobilen (5,8 %).

3. Seit September 2005 bewegt sich das Handelsbilanzdefizit im einem Bereich zwischen 60 Mrd. und 67 Mrd. US-Dollar, ohne einen erkennbaren Trend aufzuweisen. Die vergleichsweise starke Entwicklung der Exporte und die moderaten Zuwächse der Importe der letzten Monate – trotz des gestiegenen Rohölpreises – schüren die Hoffnung, dass es sich derzeit tatsächlich um eine Bodenbildung handelt. Angesichts der konjunkturellen Abkühlung der US-Wirtschaft dürfte das Importwachstum der nächsten Monate gedämpft bleiben. Sollte die Weltwirtschaft gleichzeitig ihre Nachfrage nach US-Gütern aufrecht erhalten, so steht einer Besserung in Sachen außenwirtschaftliches Ungleichgewicht eigentlich nichts mehr im Wege. Zu große Hoffnungen auf einen schnellen Abbau des Defizits sollte man sich aber nicht machen. Denn zum einen wird der Rohölpreis wohl auch in der näheren Zukunft die Importe eher treiben und zum anderen ist die Abkühlung der US-Konjunktur nicht stark genug, als dass es zu einem dauerhaften und spürbaren Abwärtstrend der Importe kommen sollte. Hinzu kommt, dass auch auf der Exportseite nicht gesichert ist, dass es über längere Zeit stabile Zuwächse gibt. Denn die konjunkturelle Abkühlung in den USA dürfte auch die Weltkonjunktur nicht gänzlich unberührt lassen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.