1. Das Konsumklima der Universität von Michigan stieg im Juni von 79,1 Punkten auf 82,4 Punkte an. Dies war sowohl für die Märkte als auch für uns eine positive Überraschung (Bloomberg-Umfrage: 79,0 Punkte, DekaBank: 78,0 Punkte). Die Stimmungsaufhellung fand am stärksten bei der Lagekomponente statt, die sich von 96,1 auf 103,1 Punkte verbesserte. Die Erwartungskomponente stagnierte dagegen nahezu auf tiefem Niveau bei 69,2 Punkten. Die Stimmungsverbesserung ist insgesamt erfreulich, da vor allem die Entwicklungen an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen nicht viel Freude für die US-Haushalte gebracht haben dürfte. Das Konsumklima ist nach dem gestern gemeldeten Philly-Fed-Index (leichter Rückgang von 14,4 Punkten auf 13,1 Punkte im Juni) der zweite prominente Stimmungsindikator, der andeutet, dass die wirtschaftliche Entwicklung nach einem äußerst schwachen Mai im Juni wieder Tritt zu fassen scheint.

2. Das Leistungsbilanzdefizit hat sich im ersten Quartal von 223,1 Mrd. US-Dollar auf 208,7 Mrd. US-Dollar verringert (Bloomberg-Umfrage: 222,0 Mrd. US-Dollar DekaBank: 223 Mrd. US-Dollar). Damit sank das Defizit in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal von 7,0 % auf 6,4 %.

3. Die Leistungsbilanz umfasst drei Bilanzen, wobei der Hauptteil des Defizits auf die Handelsbilanz zurückgeht. Im ersten Quartal hat sich in dieser das Defizit auf 190,7 Mrd. US-Dollar erstmals seit über zwei Jahren im Vergleich zum Vorquartal verringert. Dieser Wert war durch die Handelsbilanzzahlen vom vergangenen Freitag bereits vorher bekannt. Neu sind die Informationen über die Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen und über die Bilanz der laufenden Übertragungen. Für erstere wurde mit gut zwei Mrd. US-Dollar ein geringer Überschuss ausgewiesen. Insbesondere die Einnahmen der Inländer aus weiteren privaten Einnahmen (wird gebucht wie Ausfuhren) bzw. die Einnahmen aus Direktinvestitionen waren mit Anstiegen um 7,1 Mrd. US-Dollar bzw. 2,6 Mrd. US-Dollar für diesen Bilanzüberschuss verantwortlich. Überschussmindernd waren dagegen vor allem die weiteren privaten Ausgaben (+7,7 Mrd. US-Dollar), während die Ausgaben für Direktinvestitionen sogar mit einem Rückgang um 3,7 Mrd. US-Dollar den Bilanzüberschuss zusätzlich ausgeweitet haben. Die Entwicklungen in der Bilanz der laufenden Übertragungen sind wenig spektakulär: Die Kapitalbeihilfen des Staates (wird gebucht wie Einfuhren) waren mit 4,7 Mrd. US-Dollar so gering wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Zum Bilanzdefizit trugen dann noch die Pensionszahlungen des Staates (1,7 Mrd. US-Dollar) und die privaten Überweisungen (13,4 Mrd. US-Dollar) bei.

4. Für die weitere Entwicklung der Leistungsbilanz ist die Handelsbilanz aufgrund ihres Gewichts von Interesse. Auf Sicht der kommenden Quartale ist hierbei entscheidend, ob sich die Nachfrage nach US-Exporten besser als die der inländischen Nachfrage entwickelt. Gewichtet man das globale Wachstum mit den US-Handelsgewichten, dann wurde im ersten Quartal zwar die Spitze des globalen Wachstums erreicht. Allerdings schwächt sich auch die inländische Nachfrage in den kommenden Quartalen tendenziell ab. Somit dürfte die Importdynamik ebenfalls schwächere Zuwachsraten aufweisen als in den letzten Quartalen. Da der Unterschied zwischen globalem Wachstum und inländischer Nachfrage in diesem Jahr noch verschwindend gering ist, rechnen wir erst im Jahr 2007 mit einer Verringerung des Handelsbilanzdefizits und damit des Leistungsbilanzdefizits. Die Relation aus Leistungsbilanzdefizit und nominalen Bruttoinlandsprodukt dürfte allerdings mit 7,0 % bereits im vierten Quartal 2005 die Spitze erreicht haben.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.