1. Die Stimmung der privaten Haushalte hat sich im Oktober wieder deutlich verbessert. Mit 92,3 Punkten stieg das Konsumklima der Universität von Michigan im Oktober nicht nur stärker als erwartet an (Bloomberg-Umfrage: 86,5 Punkte, DekaBank: 87,0 Punkte), sondern erreichte damit den höchsten Wert seit Juli letzten Jahres. Sowohl die Lage- als auch die Erwartungskomponente erholten sich deutlich im Vergleich zum Vormonat. Die Gründe für die Stimmungsverbesserung sind offensichtlich: Die Aktienmärkte entwickelten sich zuletzt sehr gut, während die Benzinpreise im Oktober weiter gefallen sind.

2. Auf den ersten Blick scheinen die heutigen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen ziemlich schwach zu sein. Die Einzelumsätze sind im September um 0,4 % gegenüber dem Vormonat gefallen (Bloomberg- Umfrage: 0,2 %, DekaBank: 0,0 %). Der Bereich Autos und Autoteile verzeichnete eine Stagnation, sodass in der Abgrenzung ohne diesen Bereich ein Minus von 0,5 % gemeldet wurde (Bloomberg-Umfrage: 0,0 %, DekaBank: -0,2 %).

3. Der Blick in die Teilstatistiken wiederum zeigt, dass es sich in der Tat um erfreuliche Daten handelt. Denn der Rückgang der Einzelhandelsumsätze geht fast ausschließlich auf einen Einbruch bei den Umsätzen der Tankstellenbetreiber (-9,3 %) zurück. Dahinter verbirgt sich der deutliche Rückgang der Benzinpreise um durchschnittlich gut 40 Cent pro Gallone im September im Vergleich zum Vormonat. Rechnet man neben den Umsätzen der Autohändler auch die der Tankstellenbetreiber heraus, dann sind die Einzelhandelsumsätze sogar um 0,8 % gegenüber dem Vormonat angestiegen. Wir hatten in dieser Teilabgrenzung lediglich mit einem halb so hohen Anstieg gerechnet. Insbesondere die Bekleidungsgeschäfte konnten sich über ein kräftiges Umsatzplus freuen. Hier wird mit 10,7 % sogar die höchste Jahresveränderungsrate seit Beginn dieser Statistik (Januar 1992) ausgewiesen.

4. Der Rückgang der Benzinpreise hat für eine spürbare Entlastung der privaten Haushalte gesorgt. Diese Entlastung führt nicht nur zu einer besseren Stimmung, sondern auch dazu, dass die Konsumenten mehr Geld für andere Güter ausgeben. Allerdings wurde von den Konsumenten nicht die gesamte gewonnene Kaufkraft an anderer Stelle ausgeben. Ansonsten wären nämlich die Einzelhandelsumsätze insgesamt im September nicht gesunken, sondern hätten zumindest stagniert. Somit deuten die heutigen Daten an, dass ein Teil der gewonnenen Kaufkraft in die Sparquote fließen dürfte, sodass diese in den kommenden Monaten leicht steigen sollte.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.