• Tesla liefert in China wieder deutlich mehr aus
    • CureVac-Impfstoff nicht vor August
    • ZEW-Konjunkturerwartungen sinken überraschend
    • IWH: Weniger Firmeninsolvenzen im Mai
    • Deutsche Industrie produziert im April weniger
    • DIHK: Unternehmen erholen sich nur langsam von der Pandemie
    • USA streben Handelsabkommen mit Taiwan an
    • Japans Wirtschaft schrumpft weniger stark
    • About You legt Preisspanne für IPO fest
    • Apple setzt auf Datenschutz und smarte Funktionen

    Markt

    • Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag erneut relativ antriebslos gezeigt. Der DAX beendete den Tag mit einem Minus von 0,23 Prozent bei 15.640,60 Punkten. Konjunkturdaten aus Deutschland fielen schwächer als erwartet aus. Die Industrie produzierte im April weniger, die ZEW-Konjunkturaussichten fielen aktuell etwas zurück. Nichts Dramatisches, aber der weitere Aufschwung legt offenbar eine Pause ein. Eher enttäuschende Daten könnten derzeit auch gute Daten sein, wenn es um das Thema Überhitzung der Wirtschaft und steigende Preise gehe, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Schlechte Daten ermöglichten es den Anlegern, noch ein bisschen länger auf eine unverändert expansive Geldpolitik der Notenbanken zu setzen. Am Donnerstag kommen Inflationsdaten aus den USA, auf die die Marktteilnehmer genau schauen werden.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Daimler-Chef Ola Källenius zeigt sich optimistisch bis mindestens ins kommende Jahr. „Ich denke, 2022 könnte sogar noch stärker werden als 2021, aber Voraussagen sind immer schwierig", sagte der Manager dem Branchenmagazin "Automotive News Europe". Während es viele unbekannte externe Faktoren gebe, werde die Fahrzeugnachfrage wahrscheinlich im zweiten Halbjahr dieses Jahres anziehen. Dieser Trend dürfte sich ins kommende Jahr hinein fortsetzen.
    • Der Stahlhändler Klöckner & Co profitiert von den steigenden Stahlpreisen. Das Unternehmen rechnet im laufenden zweiten Quartal mit deutlich mehr operativem Gewin. So soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im zweiten Quartal zwischen 260 und 290 Mio. Euro betragen statt wie bisher veranschlagt zwischen 130 und 160 Mio.
    • Der Elektroautohersteller Tesla hat im zuletzt problematischen chinesischen Markt im Mai eine Erholung verzeichnet. Die Auslieferungen aus chinesischer Produktion lagen mit 33.463 Fahrzeugen um 29 % über dem Vormonatsniveau. Tesla umgeht mit seinem Vertriebsmodell lokale Autohäuser vor Ort und setzt auf Online-Bestellungen von Kunden. Wegen längerer Lieferzeiten bilden die Auslieferungen daher die Nachfrage von womöglich einigen Monaten zuvor ab.
    • Zahlreiche bekannte Internetseiten waren Dienstvormittag gar nicht oder nur schlecht erreichbar. Betroffen waren unter anderem die „New York Times“. Ursache war eine Störung beim Cloud-Anbieter Fastly, über den viele große Internetseiten betrieben werden, darunter auch Paypal.
    • Der iPhone-Konzern Apple befindet sich Reuters zufolge in Gesprächen mit chinesischen Zulieferern über Batterien für sein kommendes Elektroauto. Entsprechende Verhandlungen würden sich aber noch in einer frühen Phase befinden.
    • AMC Entertainment-Insider haben inmitten der durch Absprachen von Privatanlegern angeheizten Rally Aktien des Kinobetreibers verkauft. Laut einer Studie von Insider-Filings, die von der Analysefirma InsiderScore durchgeführt wurde, haben sieben AMC-Insider Teile ihrer Anteile seit dem 28. Mai verkauft.
    • Nach einem Umsatzplus von 44 Prozent im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres beim Anbieter von Online-Styling-Services Stitch Fix hat sich das Ergebnisminus auf rund 19 von 34 Mio. Dollar reduziert. Beide Kennziffern fielen besser aus als Analysten erwartet hatten.
    • Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat ursprünglich mit einem Zulassungsantrag für seinen Covid-19-Impfstoff noch im Juni gerechnet. Nun verzögert sich der Antrag offenbar weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte nach Reuters-Informationen, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA nicht mit einer Zulassung "vor August“ rechne. Über die Spahn-Aussage hatte zuvor schon Business-Insider berichtet. Grund für die Schwierigkeiten und Verzögerungen sind offenbar noch nicht fertige klinische Studien für die Zulassung.
    • Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS sieht größere Übernahme kritisch. „Durch Übernahmen kann man sich vielleicht Größe einkaufen, aber nicht nachhaltigen Erfolg", sagte DWS-Chef Asoka Wöhrmann dem „Handelsblatt“. So habe die DWS in der Vergangenheit viel zu lange gebraucht, um übernommene Firmen zu integrieren. „Ein potenzielles Zielunternehmen muss schon sehr gut zu uns passen, damit sich ein Deal am Ende auszahlt.“ Wöhrmann will aber eine größere Fusion nicht grundsätzlich ausschließen. „Wenn wir einen attraktiven Partner finden, der uns zu einer führenden Position in Europa und auf dem globalen Markt verhilft, denken wir natürlich auch über transformatorische Transaktionen nach."
    • Die Online-Gebrauchtwagenplattform Aramis Group strebt für den 18. Juni den Börsengang in Paris an. Die Tochtergesellschaft der Auto-Allianz Stellantis bietet für je 23 bis 28 Euro neue Aktien sowie Anteile aus dem Bestand der beiden Gründer zum Kauf an. Das entspricht einem Bruttoerlös von mindestens 388 Mio. Euro.
    • Die Zulassung des Alzheimer-Wirkstoffs Aducanumab des US-Konzerns Biogen hat auch Morphosys gestützt. Von Goldman Sachs hieß es, für Morphosys und andere Biotech-Firmen sei die Nachricht erfreulich, denn sie hätten ebenfalls klinische Studien zu Alzheimer-Mitteln in der Pipeline.
    • Der iPhone-Konzern Apple hat zum Auftakt der wegen Corona nur virtuell stattfindenden Entwicklerkonferenz ein neues Betriebssystem vorgestellt. Die iPhone-Software soll Text in Fotos auslesen können, auf den Geräten wird automatisches Übersetzen in andere Sprachen möglich, die Videochat-App Facetime wird funktionell erweitert. Zugleich stärkt Apple den Schutz der Privatsphäre mit neuen Funktionen wie neuen Funktionen gegen die Nachverfolgung des Nutzerverhaltens bei E-Mails und im Webbrowser Safari.
    • Der Online-Modehändler About You hat für seinen geplanten Börsengang die Preisspanne auf 21 bis 26 Euro je Anteilsschein festgesetzt. Bei der Privatplatzierung sollen voraussichtlich 28,6 Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bis zu 8,4 Mio. bereits bestehende von Alteigentümern platziert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Mitte der Spanne entspreche einer Marktkapitalisierung von rund 4 Mrd. Euro. Der Streubesitz werde voraussichtlich bei 21,2 bis 21,7 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals liegen. Der Mindestbruttoerlös aus den neuen Aktien soll bei 600 Mio. Euro liegen.
    • Der Medienkonzern Bertelsmann übernimmt 25 Prozent der Anteile an der brasilianischen Afya für 500 Mio. Euro. Bertelsmann erwerbe neben dem Anteil von 25 Prozent 46 Prozent der Stimmrechte an Afya, wie der Gütersloher Konzern mitteilte. Die an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Afya ist der führende Anbieter für medizinische Aus- und Weiterbildung in Brasilien und setzte 2020 rund 200 Mio. Euro um.
    • Der Flugzeugbauer Airbus hat im Mai sieben Bestellungen erhalten und 50 Verkehrsflugzeuge an 32 Kunden ausgeliefert. Seit Jahresbeginn hat der Konzern damit insgesamt 220 Maschinen an 61 Kunden übergeben.
    • Der Tabakkonzern British American Tobacco wird zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Der Vorstand geht nun davon aus, den Umsatz 2021 bei konstanten Wechselkursen um über 5 Prozent zu steigern. Die bisherige Prognose hatte ein Wachstum zwischen 3 und 5 Prozent vorgesehen.

    Konjunktur & Politik

    • In den USA ist die Zahl der offenen Stellen im April auf einen neuen Rekordwert von 9,3 Millionen gestiegen, wie das US Bureau of Labour Statistics ermittelt hat. Ebenso bezeichnend ist, dass die Rate der freiwilligen Kündigungen ebenfalls ein neues Allzeithoch markierte, während die Kündigungen von Arbeitgeberseite auf ein neues Allzeit-Tief sanken. Der Report bestätigt einmal mehr die Annahme, dass US-Amerikaner zur Zeit offenbar kaum Anreize haben sich in ein Beschäftigungsverhältnis zu begeben.
    • Die EU-Kommission steht wegen eines Karlsruher Verfassungsurteils zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank vor einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. Die formale Entscheidung solle bis Mittwoch im schriftlichen Verfahren fallen, erfuhr die dpa aus EU-Kreisen. Das BVerfG hatte die Wertpapierkäufe der EZB kritisiert und damit zum ersten Mal ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs beanstandet. Eigentlich hat EU-Recht in der Staatengemeinschaft Vorrang vor nationalem Recht. Die EZB ist zudem politisch unabhängig. Diese Prinzipien sahen Kritiker durch das Urteil gefährdet. Deutschland hat nun einige Monate Zeit, schriftlich auf die Bedenken der EU-Kommission zu reagieren. Sollten die Kritikpunkte nicht ausgeräumt werden, könnte die Behörde Deutschland vor dem EuGH verklagen.
    • Das Defizit in der US-Handelsbilanz belief sich im April auf 68,9 Mrd. Dollar, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Experten hatten einen Fehlbetrag von 68,5 Mrd. erwartet. Im März war das Handelsdefizit auf einen Rekordwert von revidiert 75 Milliarden Dollar geklettert.
    • Einem Medienbericht zufolge belegen Mitschnitte eines im Juli 2019 geführten Telefongesprächs, dass Rudy Giuliani, der Anwalt des damaligen US-Präsidenten Trump, ukrainische Beamte unter Druck gesetzt habe, unbegründeten Vorwürfe gegen seinen Kontrahenten Joe Biden nachzugehen.
    • Im ersten Quartal des laufenden Jahres ist die Wirtschaftsleistung (BIP) der Eurozone im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent geschrumpft, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Eine vorherige Schätzung hatte noch einen Rückgang um 0,6 Prozent ergeben. Auch im Schlussquartal 2020 war die Wirtschaft gesunken, allerdings ebenfalls weniger stark als bisher bekannt. Der BIP-Rückgang wurde von 0,7 auf 0,6 Prozent korrigiert.
    • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Juni um 4,6 Punkte auf 79,8 Zähler gesunken, wie das ZEW-Institut am Dienstag in Mannheim mitteilte. Analysten hatten hingegen einen leichten Anstieg auf 86,0 Punkte erwartet. Im Mai hatte der Indikator mit 84,4 Punkten allerdings den höchsten Stand seit 21 Jahren erreicht. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage verbessert sich stark und liegt im Juni um 31,0 Punkte über dem Wert des Vormonats. Der Lageindikator beträgt nun minus 9,1 Punkte. Die wirtschaftliche Situation in Deutschland wird laut ZEW inzwischen beurteilt wie vor der Corona-Pandemie im August 2019. „Die wirtschaftliche Erholung schreitet voran. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sinken zwar im Juni, befinden sich aber auf einem sehr hohen Niveau. Der Rückgang der Erwartungen dürfte größtenteils auf die erheblich bessere Beurteilung der Wirtschaftslage zurückzuführen sein, die inzwischen auf Vorkrisenniveau gestiegen ist. Die Finanzmarktexpertinnen und –experten gehen für das nächste halbe Jahr daher weiterhin von einer kräftigen Konjunkturerholung aus“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.
    • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Mai gesunken. 682 Personen- und Kapitalgesellschaften wurden bundesweit im Mai 2021 als insolvent gemeldet, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mitteilte. Der Wert lag damit um 11 Prozent unter den April-Zahlen und 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. „Die von vielen Beobachtern vorhergesagte Insolvenzwelle ist (...) bisher ausgeblieben und für die nähere Zukunft auch nicht zu erwarten", sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. Die meisten Unternehmen hätten auch nach der Pandemie noch ein funktionierendes Geschäftsmodell. Angesichts weiterer Öffnungen und Lockerungen sowie noch immer bestehender staatlicher Unterstützungsmaßnahmen sei kein sprunghafter Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu erwarten.
    • Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertage (DIHK) erholen sich die Deutschen Firmen nur schleichend von den Folgen der Corona-Pandemie. In Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft steht beinahe jedes fünfte Unternehmen finanziell vor dem Aus, wie laut „Handelsblatt" eine Sonderauswertung der DIHK-Konjunkturumfrage zeigt. Gesamtwirtschaftlich klagten 24 Prozent der gut 27.000 vom DIHK befragten Unternehmen über sinkendes Eigenkapital.
    • Die USA wollen mit Taiwan ein Handelsabkommen abschließen. Die Verhandlungen über eine Rahmenvereinbarung würden bald beginnen, sagte US-Außenminister Antony Blinken im US-Kongress in Washington. Die Ankündigung dürfte in China auf massive Gegenwehr stoßen. Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. Die Beziehungen zwischen der Inselrepublik und der Volksrepublik haben sich zuletzt deutlich verschlechtert.
    • Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland (Industrie, Bau und Energieversorger) war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April saison- und kalenderbereinigt um 1,0 Prozent niedriger als im Vormonat März. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich der Aussaßt allerdings kalenderbereinigt um 26,4 Prozent. Vor Jahresfrist hatten weite Teile der Industrie aufgrund der Corona-Pandemie ihre Produktion gedrosselt oder zeitweise eingestellt. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, lag die Produktion im April saison- und kalenderbereinigt 5,6 Prozent niedriger.
    • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) per Dienstagmorgen binnen 24 Stunden 1.204 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.785 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 22,9 an (Vortag: 24,3; Vorwoche: 35,2).
    • Die japanische Wirtschaft ist zum Jahresbeginn nicht so stark geschrumpft wie zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sei endgültigen Daten zufolge im Zeitraum Januar bis Ende März um annualisiert 3,9 Prozent gesunken, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Mitte Mai hatte Tokio den Rückgang noch auf 5,1 Prozent geschätzt.
    • Europäische Firmen wollen künftig noch stärker auf das China-Geschäfte bauen. In einer Befragung der EU-Handelskammer in Peking gaben 59 Prozent der Firmen an, ihre Aktivitäten in China weiter ausbauen zu wollen.

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