• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 71,505 $/Barrel

New York/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Das Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Russlands Staatschef Wladimir Putin zu Wochenbeginn hat am Ölmarkt für Turbulenzen gesorgt. Allein am Montag fiel der Brent-Preis um mehr als 4 Prozent. Stand er vor nicht allzu langer Zeit noch bei 80 Dollar/Barrel, tendiert er aktuell in Richtung 70 Dollar.

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Auf dem Treffen hatte Putin gesagt, Amerika und Russland seien wichtige „Öl- und Gasmächte“ – und sie könnten bei der Regulierung der globalen Energiemärkte in Zukunft enger kooperieren. Er sagte, beide Länder könnten weder an zu hohen noch an zu niedrigen Ölpreisen ein Interesse haben. Auch Trump ist nicht an einem hohen Ölpreis gelegen - vor allem wohl mit Blick auf die US-Benzinpreise im Vorfeld der Kongresswahlen.

Trump hat mehrere Male getwittert, der Ölpreis sei aus seiner Sicht zu hoch, und dafür unter anderem die OPEC als Schuldigen gebrandmarkt. Seine Drohungen in Richtung Saudi-Arabien wirkten. Das in vielem von den USA abhängige Land hat seine Ölförderung schnell bis an die Kapazitätsgrenze hochgefahren. Auch Russland hat ein Interesse, dass die Preise nicht zu hoch steigen, denn ansonsten könnte die Wirtschaft Schaden nehmen. Energieminister Nowak hatte auch, auch um den Ölpreise zu glätten, Ende letzter Woche eine Produktionsanhebung um 200.000 Barrel pro Tag in Aussicht gestellt, die bei Bedarf auch höher hätte ausfallen sollen.

Dazu passt: Am Dienstag wurden Zahlen veröffentlicht, dass die Entwicklung in diese Richtung geht. Agenturmeldungen zufolge, die sich auf eine mit den Daten vertraute Person berufen, erreichte das Produktionsniveau in Russland Mitte Juli 11,22 Mio. Barrel pro Tag, berichtete die Commerzbank. Dies entspricht einer Anhebung um 273.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Niveau von Ende 2016. Russland habe damit die im Abkommen vereinbarte Produktionskürzung von rund 300.000 Barrel pro Tag nahezu vollständig wieder rückgängig gemacht, so die Analysten. „Dass dies offensichtlich jetzt schon geschehen ist, ist eine Überraschung“.