1. Das vom Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen ist im November von 85,2 auf 98,9 Punkte gestiegen. Mit solch einem fulminanten Anstieg – der stärkste seit April 2003 – hatten weder die von Bloomberg befragten Analysten noch wir gerechnet (Bloomberg-Median: 90,2 Punkte; DekaBank: 88 Punkte). Die Erwartungskomponente legte dabei um 18,7 Punkte auf 88,8 Punkte zu, die Lagekomponente um 6,2 Punkte auf 114,0 Punkte.

WERBUNG

2. Dank des inzwischen wieder spürbar gesunkenen Benzinpreises hat sich die Stimmung der Verbraucher seit ihrem Einbruch im September weitgehend erholt. Aber auch die temporäre Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation wegen des Hurrikans „Katrina“ und deren jetzt wieder zu erwartende Verbesserung dürfte zur Stimmungsaufhellung beigetragen haben. Denn im November sind insbesondere die Erwartungen bezüglich der allgemeinen Wirtschaftslage kräftig angestiegen, aber auch die Einkommenserwartungen und die Arbeitsmarkterwartungen legten zu. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der Arbeitsmarktlage nahm dagegen etwas schwächer zu.

3. Dank der Absatzerfolge bei Boeing setzten die Auftragseingänge für langlebige Güter im Oktober wieder zu einem neuen Höhenflug an: Sie stiegen gegenüber dem Vormonat um 3,4 %. Damit wurden die Märkte wie auch wir, die wir etwas optimistischer waren, positiv überrascht (Bloomberg-Median: 1,5 %; DekaBank: 2,0 %). In der Abgrenzung „ohne Transport“ legten die Auftragseingänge lediglich um 0,3 % zu, nachdem sie im September um 0,2 % gefallen waren.

4. In den Teilstatistiken war das Bild recht uneinheitlich. Der Bereich Transport legte um 11,4 % gegenüber dem Vormonat zu, nachdem er im September um 6,4 % verloren hatte. Hierbei stiegen die Auftragseingänge für zivile Flugzeuge um 50,4 % (September: -41,5 %), die für Automobile und Teile schrumpften dagegen um 2,2 %. Ansonsten war nur im Bereich Maschinenbau mit einem Plus von 2,1 % ein positiver Wert zu verzeichnen. Insbesondere die Aufträge für elektrische Ausrüstungen (-3,5 %) und für Computer und Elektronik (-1,3 %) waren den zweiten Monat in Folge rückläufig. Die Auftragseingänge für Investitionsgüter ohne Verteidigung konnten den starken Rückgang vom September (-8,2 % mom) im Oktober fast wieder aufholen – sie stiegen um 6,7 % gegenüber dem Vormonat. Insgesamt sind die Aussichten für die Auftragseingänge langlebiger Güter für den November recht positiv. Denn anhand der bisher vorliegenden Informationen über die Auftragseingänge bei Boeing ist zu erwarten, dass auch dieser Monat wieder mit guten Daten aufwarten wird.

5. Die für die frühzeitige Einschätzung der Investitionstätigkeit im gewerblichen Sektor wichtigen Auslieferungen (Shipments) für Investitionsgüter ohne Verteidigung nahmen im Oktober um 4,4 % mom zu (September: -3,0 %). Dies stützt unsere Prognose einer weiterhin ganz passablen Investitionsdynamik im vierten Quartal – derzeit gehen wir von einem Plus der gewerblichen Investitionen von 7,0 % (qoq, ann.) aus.

6. Finanzmarktreaktionen: Die Rentenmärkte reagierten mit Renditeanstiegen auf die beiden positiven Überraschungen. Von 14.30 Uhr (Veröffentlichung der Auftragseingänge) bis 16.30 Uhr (16.00 Uhr: Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens) stiegen die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen um etwa 6 Basispunkte auf über 4,45 % und die Renditen für Bundesanleihen um rund 5 Basispunkte auf über 3,45 %. Der Euro notierte gegenüber dem US-Dollar schwächer, er verlor seit 14.30 Uhr fast 0,3 Cents und notierte um 16.30 Uhr bei 1,1750.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.