1. Das vom Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen ist im August von (leicht nach oben revidierten) 107,0 auf 99,6 Punkte gefallen (Bloomberg-Umfrage: 102,7 Punkte; DekaBank: 104,0 Punkte). Die Lagekomponente ging um 10,8 auf 123,4 Punkte zurück, die Erwartungskomponente sank um 5,1 auf 83,8 Punkte.

2. Bei der Betrachtung der Salden (d.h. positive Antworten minus negative Antworten) der Antworten auf die in den Gesamtindex eingehenden Teilfragen sticht insbesondere der starke Rückgang bei der Einschätzung der Arbeitsmarktlage ins Auge. Dies verwundert insofern, als die Arbeitslosenquote weiterhin sehr niedrig ist und auch für den August ein durchaus passabler Beschäftigungsanstieg zu erwarten ist (Datenveröffentlichung am Freitag; Bloomberg-Median: 125.000 Personen; DekaBank: 110.000 Personen). Deutliche Rückgänge gab es auch bei der Beurteilung der Wirtschaftslage sowie bei den Arbeitsmarkterwartungen und den wirtschaftlichen Erwartungen. Einzig die Einkommenserwartungen gaben interessanterweise nur geringfügig nach. Aus den weiteren Antworten der Umfrage ist herauszulesen, dass die konkreten Kaufpläne der Haushalte bezüglich Autos sowie bezüglich Häusern weiterhin vergleichsweise hoch sind, was ein gewisses positives Gegengewicht zu der starken Abwärtsbewegung des Verbrauchervertrauens bildet.

3. War man in den Vormonaten überrascht, dass die Verbraucherlaune allen Widrigkeiten so lange trotzen konnte, so verwundert der starke Stimmungsrückgang zu diesem Zeitpunkt. Denn seit drei Wochen sinken die Benzinpreise, die Lage am Arbeitsmarkt stellt sich weiterhin recht gut dar, und die langfristigen Zinsen gehen zurück, was sich im Hinblick auf die Verschuldung der Haushalte und deren Zinsbelastung positiv auswirken dürfte. Vermutlich waren es die extrem schwachen Daten vom Häusermarkt und die entsprechende Berichterstattung in der Presse, die nun zu der Verunsicherung geführt haben. Da das Verbrauchervertrauen des Conference Board ebenso wie das Konsumklima der Universität von Michigan wenig zuverlässige Indikatoren für den privaten Konsum sind, beeinflussen die heutigen Daten unsere Prognosen nicht. Wir gehen weiterhin davon aus, dass der private Konsum in den nächsten Quartalen moderat zunimmt. Insgesamt waren die heutigen Daten zwar enttäuschend, der absolute Wert des Verbrauchervertrauens passt jetzt jedoch deutlich besser zu unserer Konjunkturprognose als die optimistischen Werte der letzten Monate.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.