1. Das vom Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen ist im September von (leicht nach oben revidierten) 100,2 auf 104,5 Punkte gestiegen (Bloomberg-Umfrage: 103,0 Punkte; DekaBank: 101,0 Punkte). Die Lagekomponente nahm um 3,8 auf 127,7 Punkte zu, die Erwartungskomponente um 4,6 auf 89,0 Punkte. Letztere erreichte damit sogar ein Fünfmonatshoch.

2. Bezüglich der Teilfragen, die in den Gesamtindex eingehen, kann aus der Saldenbetrachtung (d.h. positive Antworten minus negative Antworten) Folgendes geschlossen werden: Alle drei Teilfragen, die sich auf die Erwartungen beziehen, wiesen Verbesserungen auf. Allerdings sind diese bei den Einkommenserwartungen und bei den wirtschaftlichen Erwartungen etwas stärker als bei den Arbeitsmarkterwartungen. Analog entwickelte sich auch bei der Lagebeurteilung die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage deutlich besser als diejenige der Arbeitsmarktlage. Schließlich sind im Gegensatz zum Vormonat nun im September die Antworten auf die Teilfragen bezüglich der Anschaffungsneigung, bspw. von Autos oder Häusern, fast durchweg schwächer ausgefallen als im Vormonat. Ob Autokauf oder Hausbau bzw. Hauskauf, die leichten Rückgänge dieser Werte sind aber moderat geblieben und nirgends sind Langzeittiefstände zu beobachten gewesen.

3. Insgesamt sind die Daten für das Verbrauchervertrauen positiv zu werten. Es ist beruhigend, dass die Verbraucher definitiv nicht hysterisch auf den sich derzeit deutlich abschwächenden Immobilienmarkt reagieren. Zugegebenermaßen liegt der Verdacht nahe, dass die deutlicheren Stimmungsverbesserungen bezüglich der Wirtschaft und der Einkommen im Wesentlichen von dem massiven Benzinpreisrückgang herrühren. Der Benzinpreis ist in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit Anfang März gefallen. Angesichts der hohen Benzinausgaben der privaten Haushalte leuchtet es ein, dass dies ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden der Verbraucher ist. Andererseits zeigen die geringen Veränderungen bei den Arbeitsmarktfragen, dass eine gewisse Skepsis bezüglich der Stärke des Beschäftigungsaufbaus vorhanden ist. Im Großen und Ganzen ist jedoch die Stimmung der privaten Haushalte weiterhin gut, der private Konsum dürfte also weiterhin steigen. Wir bleiben auch mit den aktuellen Daten bei unserer Einschätzung, dass die Konsumdynamik in den nächsten Quartalen etwas schwächer sein wird als zuvor. Für einen schrumpfenden Konsum aufgrund der Entwicklung am Häusermarkt, wie es viele derzeit befürchten, sehen wir aber keine Anzeichen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.