1. Die Leitzinserhöhungen der Fed zeigen inzwischen ihre Bremswirkungen im Wirtschaftswachstum: Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal nach vorläufigen Angaben lediglich um 1,6 % (qoq, ann.) gestiegen – dies war das schwächste Plus seit dem ersten Quartal 2003. Dies war schwächer als vom Markt erwartet, wir hatten dagegen mit einem Wert in dieser Größenordnung gerechnet (Bloomberg-Median: 2,0 %; DekaBank: 1,7 %).

2. Zwar kam vom privaten Konsum ein spürbarer Wachstumsbeitrag von 2,1 Prozentpunkten, doch durch die negative Entwicklung der privaten Wohnungsbauinvestitionen (-1,1 Prozentpunkte) und des Außenhandels (-0,6 Prozentpunkte) wurde ein stärkeres Wachstum verhindert. Bei letzterem konnte das eigentlich recht kräftige Wachstum der Exporte (6,5 % qoq, ann.) die noch stärkere Importaktivität (7,8 %) nicht kompensieren. Ähnliches gilt für die Anlageinvestitionen, die um 1,4 % geschrumpft sind, wofür allein die Wohnungsbauinvestitionen verantwortlich waren. Denn die gewerblichen Investitionen verzeichneten mit 8,6 % ein passables Plus. Die Lagerinvestitionen bilden eine hohe Hypothek für das vierte Quartal, es wurden nämlich erneut in nennenswertem Umfang (kaum weniger als im Vorquartal) Lager aufgebaut. Im Schlussquartal 2006 dürfte der Lageraufbau demnach schwächer ausfallen und damit negativ zum Wachstum beitragen. Der BIP-Deflator betrug 1,8 % (qoq, ann.) und kam damit erneut schwächer als erwartet (Bloomberg- Median: 2,8 %; DekaBank: 2,5 %).

3. Wie von uns erwartet „leidet“ die US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2006 sichtbar unter den höheren Leitzinsen. Dies zeigt insbesondere der nochmalige starke Rückgang bei den Wohnungsbauinvestitionen. Die aktuellen Indikatoren für den Wohnungsbau lassen darauf hoffen, dass die Bremswirkungen von dieser Seite schon bald ihr Ende gefunden haben werden. Für das Jahr 2007 erwarten wir entsprechend wieder stärkere Wachstumsraten, die sich im Bereich des Potenzialwachstums von gut 3 % bewegen dürften.

4. Das Konsumklima der Universität von Michigan wurde in seiner finalen Veröffentlichung gegenüber dem vorläufigen Wert von 92,3 Punkten auf 93,6 Punkte nach oben revidiert (Bloomberg- Median: 92,7 Punkte; DekaBank: 93,0 Punkte). Sowohl die gut laufenden Aktienmärkte als auch die weiter gesunkenen Benzinpreise heben die Laune der Verbraucher. Allerdings sollte hieraus nicht unmittelbar auf eine höhere Konsumaktivität geschlossen werden. Der private Konsum wird laut unserer Prognose in den kommenden Monaten nur moderat zulegen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 140 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.