1. Selten hat ein Arbeitsmarktbericht die Erwartungen so präzise getroffen wie dieses Mal: Die Zahl der Beschäftigten (außerhalb der Landwirtschaft) stieg im November um 215.000 Personen an. Dies war geringfügig mehr als die von Bloomberg befragten Analysten und wir prognostiziert hatten (Bloomberg- Median: 210.000 Personen, DekaBank: 200.000 Personen). Die beiden Vormonate wurden um insgesamt 13.000 Personen nach oben revidiert. Der besonders vom Hurrikan betroffene Monat September wartet nun nach den neuesten Zahlen sogar mit einem leichten Beschäftigungsanstieg von 17.000 Stellen auf, nachdem vor der Erstveröffentlichung (-35.000) noch geunkt worden war, „Katrina“ könnte bis zu 500.000 Jobs gekostet haben. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,0 % (Bloomberg-Median: 5,0 %, DekaBank: 4,9 %). Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten um 0,2 % gegenüber dem Vormonat zu, hier wurde der ohnehin schon kräftige Vormonat von zuvor 0,5 % auf jetzt 0,6 % nach oben revidiert. Mit dem moderaten Anstieg im November dürften jedoch die Befürchtungen eines sich schnell aufbauenden Lohn- und damit Inflationsdrucks wieder weitgehend entkräftet worden sein.

2. Nach den Verwirbelungen, die die Hurrikans „Katrina“ und „Rita“ angerichtet hatten, scheint die Arbeitsmarktstatistik jetzt wieder einigermaßen im Lot zu sein – das BLS berichtete, dass im November keine Hurrikan-bedingten Anpassungen bei den Schätzungen mehr vorgenommen wurden. In einigen Teilbereichen der Zahlen sind die Nachwirkungen der Hurrikans zwar noch sichtbar, doch diese gleichen sich letztlich weitgehend aus. So stieg die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe um 11.000 Personen (Bloomberg-Median und DekaBank: 5.000), im Baugewerbe um kräftige 37.000 Personen und beim Staat um 21.000 Personen. Alle drei Zunahmen dürften weitgehend auf die Wiederaufbauarbeiten in der Golfregion zurückzuführen sein. Dagegen legten die Beschäftigtenzahlen im Einzelhandel um enttäuschende 9.000 zu, und dies nach drei schwachen Monaten. Und auch im Bereich Freizeit und Gastronomie sind die Rückgänge der beiden Vormonate mit dem Plus von 29.000 im November nicht wettgemacht worden. So schnell geht der Wiederaufbau also nicht, als dass alle Einkaufszentren, Hotels und sonstigen touristischen Einrichtungen schon wieder in Betrieb wären. Alle weiteren Bereiche entwickelten sich unauffällig und durchaus zufriedenstellend.

3. Eines dürfte inzwischen sicher sein: Der Beschäftigungsaufbau verläuft deutlich schwächer als dies lange Zeit von den US-Experten erwartet wurde. Das heißt jedoch nicht, dass die konjunkturelle Entwicklung enttäuschend wäre. Denn die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt, dass die Einkommenszuwächse aus Löhnen und Gehältern kräftig genug sind, um die Konsumdynamik und damit das Wachstum zu stützen. Für die kommenden Monate sind im Durchschnitt weitere Beschäftigungszuwächse von 200.000 und mehr zu erwarten. Dies dürfte dazu beitragen, dass die US-Wirtschaft auch im ersten Halbjahr 2006 noch über dem Potenzialwachstum von 3 ¼ % wachsen wird. Dann allerdings sollten die Zinsanhebungen der Fed langsam spürbare Bremswirkungen entfalten – auf den Arbeitsmarkt und auf die Konjunktur insgesamt.

4. Finanzmarktreaktionen: Da die Zahlen weitgehend den Erwartungen entsprachen, waren an den Finanzmärkten außer kurzzeitigen Ausschlägen keine nennenswerten Reaktionen auf die Zahlen zu beobachten.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.