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Ankara (Godmode-Trader.de) - Es läuft nicht so recht nach dem Willen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Da muss ein Bauernopfer her. Die Zentralbank will nicht so, wie er wohl will, und so könnte sein Geduldsfaden mit dem aktuellen Führungspersonal bald reißen. Unabhängigkeit der Notenbank? Geschenkt! Ein Reuters-Bericht suggeriert, dass die Absetzung des jetzigen Gouverneurs nur mehr eine Frage der Zeit ist. Es wäre die vierte innerhalb von zweieinhalb Jahren.

Der Staatschef habe das Vertrauen in Zentralbankchef Sahap Kavcioglu verloren, erfuhr die Nachrichtenagentur am Freitag von Insidern. „Von ihm wurde eine rasche Zinssenkung erwartet. Stattdessen wurde monatelang derselbe Zinssatz beibehalten", fügte eine eingeweihte Person hinzu. Erdogan treffe sich nicht mehr so oft mit Kavcioglu. Er soll enttäuscht darüber sein, dass Kavcioglu die hohe Inflation nicht erfolgreich bekämpft habe, so Reuters weiter. Erdogans Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun bezeichnete den Reuters-Bericht auf Twitter als "Fake News".

Die Inflationsrate erreichte zuletzt mit 19,58 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Sie entfernte sich damit weiter vom offiziellen Notenbankziel, das bei fünf Prozent liegt. Der hohe Preisdruck sollte die Notenbank eigentlich dazu verleiten, die Leitzinsen anzuheben, um ihn im Zaum zu halten.

Zuletzt wurde der Zins aber weiter gesenkt, auf 18 Prozent - offenbar nach Aufforderung von Erdogan. Denn dieser ist ein erklärter Gegner hoher Zinsen, ihm zufolge würgen diese die Wirtschaft ab. Die wiederholten Interventionen des Präsidenten haben das Vertrauen der Investoren in die türkische Währung schwinden lassen. Deren Abwertung birgt ein Inflationsrisiko, da das Land auf hohe Importe angewiesen ist, die in Devisen bezahlt werden müssen.

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