Frankfurt/ Caracas (Godmode-Trader.de) - In Deutschland ächzen viele Bürger unter eine Inflation im Bereich um die vier Prozent. In Venezuela würden sich die Menschen ob dieses Preisdrucks glücklich schätzen. Das südamerikanische Krisenland hat mit einer grassierenden Hyperinflation zu tun.

Nun musste wieder eine Währungsreform her, die das Schlimmste eindämmt. Es ist bereits die dritte in den vergangenen Jahren. Die venezolanische Landeswährung Bolivar hat seit Oktober sechs Nullen weniger. Der Schritt der Zentralbank erleichtert die Buchhaltung, da die Inflation in den letzten zwölf Monaten über 1.700 Prozent erreicht hat, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Digitaler Bolivar“ heißt die Währung jetzt. Das hat seine Gründe. Zwar wird es von der Notenbank auch neue Scheine geben. Doch mit Bargeld zahlt heute kaum noch jemand in Venezuela. Laut Schätzungen werden rund 98 Prozent aller Transaktionen mit Karten oder digitalen Zahlungs-Apps getätigt, wie die FAZ weiß. Lediglich in ländlichen Gegenden stoße die bargeldlose Wirtschaft an ihre Grenzen, hieß es.

2019 hat die Hyperinflation, die kaum vorstellbar auf zeitweise mehrere 100.000 Prozent explodiert war, die Regierung zu Korrekturen veranlasst. Einschränkungen im Devisenhandel wurden aufgehoben, Transaktionen in ausländischen Währungen zugelassen, der offizielle Wechselkurs dem Marktkurs angeglichen. Der extreme Preisdruck ließ darauf hin auf hohem Niveau nach. Zugleich nahm die Dollarisierung der venezolanischen Wirtschaft an Fahrt auf.