Der Syrienkonflikt tritt vorübergehend etwas in der Hintergrund hinsichtlich der internationalen Wahrnehmung, auch an den Finanzmärkten. DAX & Co. ziehen wieder nach oben, der Ölpreis fällt wieder. Wertvolle Zeit wurde gewonnen, insbesondere für die Politiker, die nun wieder am Zuge sind. Der Widerstand aus Bevölkerungen, Parlamenten und Medien hat einige unerwartete Neupositionierungen erforderlich gemacht bzw. wird dieses noch erfordern. Nicht nur jenseits des Großen Teichs, sondern auch jenseits des Rheins. Schließlich will eine ehemalige Kolonialmacht, die u.a. bereits in Libyen und Mali ausgiebig engagiert ist, nicht alleine auf weiter Flur stehen, sich gar strategisch, logistisch und finanziell überstrapazieren...

Ob es sich bei der gestrigen Gegenbewegung an den Märkten nur um ein kurzes Aufatmen vor dem weiteren Weg nach unten handelte oder etwa damit ein Ende dieser temporären Delle eingeleitet wurde, werden wohl die kommenden Tage zeigen. Ganz unkritisch sind die Monate September und Oktober unter börsenhistorischem Aspekt bekanntlich nicht – und nicht wenige reden bereits wieder in recht kurzfristiger Perspektive umfänglicheren Marktbewegungen das Wort und stellen entsprechende historische Vergleiche an. Fakt ist, das zahlreiche wichtige Baustellen noch immer nicht umfassend in Angriff genommen worden sind, beispielsweise im Bankensektor: Hier müssen es nach dem Willen der zu grundlegenden Reformen Unwilligen bzw. Unfähigen erst einmal ein paar Ladungen Teer und eine entsprechende Warnbeschilderung tun: Achtung Unebenheiten! Wohltuend positive Meldungen, beispielsweise einen nutzlosen, ja gefährlichen und überflüssigen Hochfrequenzhandel betreffend, erreichen uns übrigens aus Ecken und Regionen, wo wir sie so gar nicht vermutet hätten...

Auch der weltweite Datenabschöpfungsskandal bleibt ein zentrales Thema in den Medien, leider weniger in der breiteren öffentlichen Diskussion. Nun soll also auch die renommierte New York Times von Geheimdiensten unter Druck gesetzt worden sein, die von whistleblowern gelieferten Informationen nicht zu veröffentlichen. Zudem liest man von recht detaillierten Ausspähungen höchster politischer Repräsentanten in Lateinamerika. Ob man damit eine überfällige Dynamisierung eines weltweiten Aufschreis gegen diese unsägliche Staatsspionage endlich so richtig in Gang setzen wird? Oder wird man auch das wieder in mehr oder weniger [Link "schulterzuckendem Fatalismus hinnehmen...?" auf ein-besorgter-mensch.blogspot.de/... nicht mehr verfügbar]

===== N E W S =====

BRICS-STAATEN PLANEN OFFENBAR KOORDINIERTE WÄHRUNGSINTERVENTION

Indien prescht schon mal vor und plant die zusammen mit anderen Emerging-Markets-Schwergewichten die Aktivierung eines Fondsvolumen zwischen 100 Mrd. und 1,2 Billionen Dollar gegen den anhaltenden Kapitalabfluss.

ik-news

FRANKREICHS MÄCHTIGE FÜRCHTEN SYRIEN-ABSTIMMUNG IM PARLAMENT

Deswegen soll sie am besten gar nicht stattfinden: sonst stünde man – so oder so – womöglich irgendwann ganz allein auf weiter Flur...

DWN

MASSIVE PROTESTE GEGEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALREFORMEN IN MEXIKO

Straßenschlachten begleiten die scharfen innenpolitischen Auseinandersetzungen nach Amtsantritt der neuen konservativen Regierung. Kommt uns durchaus bekannt vor...

SPIEGEL

KALISTREIT ZWISCHEN RUSSLAND UND WEISSRUSSLAND WEITET SICH ZUM HANDELSKRIEG AUS

Nach der Festnahme des Uralkali-Chefs kommt nun die Retourkutsche aus Moskau: Stopp von Milch- und Fleischimporten aus sowie Drosselung von Rohstoffexporten nach Weißrussland. Sogar die seit langem geplante gemeinsame Wirtschaftszone steht nun auf dem Spiel...

Tagesspiegel

GRIECHENLAND WIRD NUN ENDGÜLTIG SPARMÜDE – SCHÄUBLE MACHT WEITERES BUDGETPROBLEM IN HELLAS AUS

Jetzt stößt auch Athens Regierung selbst an die Obergrenze der Belastungsfähigkeit: noch schärfere Troika-Diktate könnten das Ende der Regierungskoalition auslösen. Schäuble macht indes ein weitaus größeres Haushaltsloch für das kommende Jahr aus.

DWN (Ende des Spardiktates)

DWN (Haushaltsproblem 2014)

===== H I N T E R G R U N D =====

DIE TEUER ERKAUFTE REKORDBESCHÄFTIGUNG IN DEUTSCHLAND

Unter den 41,8 Millionen Beschäftigten gibt es nämlich u.a. rd. 7,5 Millionen Minijobber, 2,2 Millionen „Ich-AGs“, 2 Millionen unfreiwillige Teilzeitarbeitende und 820.000 Leiharbeiter. Aktueller Niedrigentlohnten-Anteil an der Gesamtbeschäftigung: 22 Prozent!

Neopresse

GOLDMAN SACHS RÄT ZU UMFÄNGLICHEM GOLDVERKAUF – UND GREIFT SELBST ZUGLEICH ZU

Prognosen und Empfehlungen auch und gerade dieses Geldhauses dürfen nicht nur gerne als Kontraindikatoren aufgefasst werden, sondern indizieren Betrug im großen Stil!

DWN

REGIERUNG SIEHT LEBENSVERSICHERUNGEN VOR GROSSEN PROBLEMEN

Berlin reagiert zwar auf die Hilferufe der letzten Woche, macht Unternehmen und Versicherten aber wenig Hoffnung auf baldige Besserung der Lage...

SPIEGEL

DIE UN-CHARTA UND IHRE VEREINBARKEIT MIT SOG. „STRAFAKTIONEN“

Von zwei Ausnahmen abgesehen sind Militäreinsätze mit UN-Recht unvereinbar, wie uns in diesem erhellenden Interview erläutert wird...

Deutschland-Radio

ZU GUTER LETZT — ISRAELISCHE SOLDATEN TANZEN AUF EINER PALÄSTINENSISCHEN HOCHZEIT

Eigentlich auf Patrouillenfahrt in Hebron/Westjordanland. Dienstpflichtvernachlässigung z.G. eines kleinen spontanen Dienstes zur Völkerverständigung. Man darf auf die Ergebnisse der dadurch angestoßenen Diskussion sehr gespannt sein...

[Link "Stern (Video)" auf www.stern.de/... nicht mehr verfügbar]

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