Peking (Godmode-Trader.de) - Der Ausbruch des Coronavirus übt Druck auf die Verbraucherpreise in China aus. Die Nahrungsmittelpreise sprangen im Februar um 21,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Dies trieb den Index für die Verbraucherpreise (CPI) im Februar auf 5,2 Prozent an, nachdem er im Januar schon um 5,4 Prozent zugelegt hatte, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking berichtete.

Die Inflation der Lebensmittelpreise hat sich aufgrund von Unterbrechungen der Lieferkette und möglicherweise auch der Hamsterkäufe beschleunigt. Dies wurde jedoch durch einen starken Rückgang der Non-Food- und der Kerninflation mehr als ausgeglichen, wobei die Kernrate auf ein Neunjahrestief fiel. Dies deutet darauf hin, dass der Ausbruch des Coronavirus zu einer deutlichen Abschwächung des Nachfragedrucks geführt hat.

Die Erzeugerpreise fielen hingegen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, nachdem sie im Januar noch leicht um 0,1 Prozent gestiegen waren. Dies war hauptsächlich auf einen Rückgang der Rohstoffpreise zurückzuführen. Die Preise der Vorprodukte gingen ebenfalls leicht zurück, aber da viele Fabriken im letzten Monat geschlossen waren oder mit einem Arbeitskräftemangel zu kämpfen hatten, ist es wahrscheinlich, dass die Preisentwicklung noch nicht vollständig die Auswirkungen der schwächeren Nachfrage widerspiegelt.

„Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten weiter sinken. Der jüngste Rückgang der Ölpreise wird sich in einer niedrigeren Inflation für den Energiebereich niederschlagen“, kommentierte das Analysehaus Capital Economics. „Darüber hinaus dürften die Störungen auf der Angebotsseite nachlassen, wenn die Arbeiter wieder in die Fabriken zurückkehren“. Und die Nachfrage dürfte angesichts des nachlassenden globalen Wachstums und der Auswirkungen des Virus auf die inländischen Beschäftigungsbedingungen auf kurze Sicht gedämpft bleiben, so die Experten. Die rückläufige Kerninflation werde den Druck auf die Zentralbank PBoC erhöhen, die monetären Bedingungen weiter zu lockern.