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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Finanzmarktbeobachter erforschen gerne Zusammenhänge zwischen den Wirtschaftswachstumsraten eines Landes und den wahrscheinlichen Renditen, die dessen Aktienmarkt bieten könnte. Die Realität gestaltet sich oft viel komplizierter, wie die Finanzexperten der DWS in einer Publikation aus der Serie „Chart der Woche“ schreiben.

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Zum einen gehe es den Anlegern mehr um die Unternehmensgewinne als um ganze Volkswirtschaften. Selbst im Inland könnten die Erträge mehr als eine Volkswirtschaft insgesamt wachsen oder schrumpfen, je nachdem, wie sich die Rentabilität des Unternehmens entwickle. Das gelte insbesondere für zyklische Wendepunkte. In den späten Phasen des Konjunkturzyklus sei es zum Beispiel nicht ungewöhnlich, dass niedrige Arbeitslosenquoten Lohndruck erzeugten, den manche Unternehmen nur schwer weitergeben könnten. Die Wirtschaft möge dann noch etwas länger wachsen – oder sich sogar überhitzen, heißt es weiter.

„Aber beim Gewinnwachstum mancher Unternehmen sieht es in einem solchen Stadium bereits um einiges düsterer aus. Ein weiteres Problem betrifft multinationale Unternehmen, die den Großteil ihrer Umsätze und Gewinne außerhalb ihres Heimatlandes erzielen. Und natürlich können die nationalen Aktienmärkte in Bezug auf ihre Branchenzusammensetzung sehr unterschiedlich sein“, so die DWS-Experten.

Zur Veranschaulichung vergleichen die DWS-Experten das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Frankreich und Deutschland und deren Aktienmärkte in den letzten 20 Jahren. Ab 2002 sei Frankreich schneller gewachsen als Deutschland, habe aber ab 2005 eine vergleichsweise langsamere Entwicklung erlebt. Frankreich sei 2009 besser in der Lage gewesen, die Große Rezession zu bewältigen. Deutschland sei schließlich bis 2014 die Aufholjagd gelungen und es habe Frankreich überholen können. Im Gegensatz dazu hätten sich französische Aktien (gemessen an den MSCI-Indizes beider Länder) bis Ende 2006 besser entwickelt, bevor sie einen langen und anhaltenden Abstieg erlebt hätten. Erst in den letzten zwei Jahren habe sich dieser Trend deutlich umzukehren können, als die französische Wirtschaft angefangen habe, die deutsche zu übertreffen, heißt es weiter.

„Die Muster an den Aktienmärkten beider Länder spiegeln im Wesentlichen die Quellen des Wirtschaftswachstums und des Ertragswachstums wider. Die deutsche Wirtschaft und Börse ist viel stärker von zyklischen Exportgütern abhängig, mit hohen Gewichtungen für Industrie, Automobilhersteller und Materialien wie Chemikalien. Auch bleiben Banken und Versicherungen an der Frankfurter Börse weiterhin stärker gewichtet als in Paris. Der französische Markt ist ausgewogener und defensiver, mit höheren Gewichten für margenstarke Konsumgüter, dank starker französischer Markennamen. Diese sind in Zeiten drohender Konjunkturabschwächung tendenziell sehr gefragt. Das alles zeigt, dass die Anleger vorsichtig sein müssen, wenn sie versuchen, von den Wirtschaftswachstumsraten Schlüsse für die zukünftige Börsenentwicklung eines Landes zu ziehen“, so die DWS-Finanzexperten.