Im Anschluss an eine Rezession haben im US-Aktienmarkt die Small Caps und Substanzwerte traditionell besonders gut abgeschnitten. Grund ist ihre Fähigkeit, das Wachstumspotenzial der jüngsten Entwicklungen besonders wirkungsvoll für sich zu nutzen: in diesem Fall die Small-Cap-Rally sowie die Wiederbelebung der Märkte in China und Indien.

Zukünftig wird sich jedoch das Augenmerk der Investoren letztendlich wieder größeren und damit stabileren Unternehmen zuwenden, die mit nachhaltigen Erträgen in der Größenordnung von acht bis zehn Prozent aufwarten können. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die mit einem ausreichenden freien Cashflow in ihr eigenes Geschäft investieren, Aktien zurückkaufen oder sich an Fusionen und Übernahmen (M&A) beteiligen können. Solche Unternehmen sind für jede Konjunkturphase gut gerüstet. Letztendlich geht es weniger darum, ob Small oder Large Caps, Wachstums- oder Substanzwerte bevorzugt werden. Entscheidend ist vielmehr der Preis, der für die Titel gezahlt werden muss.

Volatile Märkte eröffnen langfristig orientierten Anlegern unter Umständen attraktive Kaufgelegenheiten. Zwar kann niemand genau vorhersagen, wann die Märkte fallen oder steigen. Eine Strategie, wonach die Bestände immer dann ausgebaut werden, wenn die Kurse fallen, kann sich aber als ausgesprochen vorteilhaft erweisen. Während der letzten 50 Jahre hat der S&P 500 Index elf Marktkorrekturen von über 20 Prozent erlebt. Ein Investment vor 50 Jahren von 100 US-Dollar in den Index hätte Ende 2005 einen Ertrag von über 67.000 US-Dollar erzielt. Bei einem Konjunkturrückgang übernehmen dann die Wachstumsaktien, die „sicheren“ Large Caps, wieder die Führung. Einige traditionelle Substanzunternehmen, die während des Aufschwungs besonders gut abgeschnitten hatten, wiesen erst kürzlich im Zuge der konjunkturellen Abkühlung hohe Bewertungen auf. Umgekehrt zeichneten sich bei einigen traditionellen Wachstumsunternehmen aber auch unglaublich niedrige Bewertungen ab.

Der Federal Reserve (Fed) ist es bisher gelungen, die Inflationsgefahr erfolgreich zu bannen und dabei gleichzeitig ein Umfeld für eine stetige konjunkturelle Erholung zu schaffen. Eine von soliden Unternehmensgewinnen, gesunden Bilanzen und hoher M&A-Aktivität geprägte Volkswirtschaft gibt Anlass zu Optimismus. Die US-Aktienmärkte profitieren derzeit von gesunden Fundamentaldaten. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass der schwache Immobilienmarkt die weitere wirtschaftliche Entwicklung dämpfen könnte. Unternehmen mit höherer Marktkapitalisierung bieten Value-orientierten Anlegern in langsameren Aufschwungsphasen eine überzeugende Aussicht.

Pros:
- Moderates Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig niedriger Inflation ermöglicht der Fed, die Zinsen früher als erwartet zu senken
- Solide Gewinne, gesunde Bilanzen und hohe M&A-Aktivität schaffen eine positive Unternehmenslandschaft
- Anzeichen für eine sanfte Landung nehmen zu und erlauben eine Neubewertung des Aktienmarktes

Kontras:
- Bei einer restriktiveren Geldpolitik der Fed nähme die Wahrscheinlichkeit einer unsanften Landung zu
- Konsumeinbrüche bei drastischer Schwächung des Wohnimmobilienmarktes
- Steigende Löhne und Rohstoffpreise belasten die Gewinne

Quelle: BlackRock MLIM

BlackRock Merrill Lynch Investment Managers ist eine der größten börsennotierten Investment-Management-Firmen weltweit. Per Ende Juni 2006 beliefen sich die verwaltete Kundengelder von BlackRock und MLIM insgesamt auf 1,046 Billionen US-Dollar. Das Unternehmen verwaltet Vermögenswerte für institutionelle und private Investoren weltweit mit einer breiten Palette von Anlageprodukten aus den Bereichen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Geldmarkt- und alternativen Investments.