London (GodmodeTrader.de) - Aviva Investors, die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva, hat seine bisherige Übergewichtung von Schwellenländer-Aktien auf neutral zurückgefahren. Diese Änderung der bisherigen Asset-Allokation ist laut dem aktuellen Aviva Investors „House View“-Ausblick für das dritte Quartal 2018 nur eine von mehreren Anpassungen. Grund dafür sind die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den USA, die die Aussichten für die globalen Märkte und die Wirtschaft entscheidend prägen.

    Aviva Investors rechnet in den USA bis Ende 2019 mit sechs weiteren Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed. Zudem könnte das starke Wirtschaftswachstum in den USA das globale BIP-Wachstum in diesem Jahr auf vier Prozent ansteigen lassen, was dem höchsten Wachstumstempo seit 2011 entspräche. In anderen Märkten dürften die Wachstumserwartungen gedämpfter sein, da die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan die Zinsen voraussichtlich nicht vor Mitte nächsten Jahres anheben dürften, heißt es weiter.

    Protektionismus gilt als die größte Bedrohung für die globalen Märkte. Die USA hätten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden US-Dollar verhängt. Zudem drohen sie damit, diese Maßnahmen für chinesische Produkte im Wert von bis zu 400 Milliarden US-Dollar auszuweiten. Sollte sich der derzeitige Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu einem ausgewachsenen Handelskrieg ausweiten, dürften die Wachstumserwartungen für die großen Exporteure - darunter China, Japan, die asiatischen Schwellenländer und die Eurozone - Aviva Investors zufolge stark zurückgehen.

    Michael Grady, Senior Economist und Strategist bei Aviva Investors, sagt: „Angesichts dieser Wachstumsaussichten bleiben wir zwar für globale Riskoanlagen zuversichtlich, gehen aber dennoch von höheren Marktrisiken aus. Wir haben unsere Erwartungen bei den Aktienrenditen, insbesondere für Aktien mit höherer Handels- und Dollarsensitivität, nach unten angepasst. Gleichzeitig haben wir aber unsere Einschätzungen für US-Aktien angehoben.“

    Man dürfe nicht außer Acht lassen, dass das Risiko steigender Spannungen in den globalen Handelsbeziehungen zunehme. Die America-First-Politik von Präsident Trump könnte ein Störfaktor für die nächsten zwei Jahre sein, heißt es weiter. „Daher betrachten wir diese Entwicklungen als Volatilitätstreiber, die die Märkte überwinden müssen - solange sie die globale Erholung nicht gefährden. Es würde uns jedoch nicht überraschen, wenn Volatilitätsspitzen oder Mini-Crashs häufiger auftreten würden. Die Unterstützung der Zentralbanken nimmt langsam ab und die Märkte sind gezwungen wieder zu lernen, die zugrundeliegenden Risiken neu zu bewerten“, so Grady.