Hannover (Godmode-Trader.de) - Die Analysten der NordlB belassen in einer am Montag vorgelegten Studie die Vorzugsaktie von Volkswagen nach der Meldung über Abgas-Manipulationen bei Dieselmotoren in den USA auf der Anlageeinstufung „Kaufen“ und reduzieren das Kursziel von 210 auf 155 Euro.

    Der Volkswagen-Konzern teilte man Wochenende mit, dass US-Behörden die Öffentlichkeit in den USA darüber informiert haben, „dass bei Abgastests an Fahrzeugen mit Dieselmotoren des Volkswagen Konzerns Manipulationen festgestellt worden sind und damit gegen amerikanische Umweltgesetze verstoßen worden ist.“ Presseberichten zufolge hatten die Fahrzeuge eine Software, die eine Abgasbegrenzung beim normalen Fahren abschaltet, diese jedoch bei Abgastests wiederum aktiviert. Gemäß den Berichten kann diese Manipulation Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar nach sich ziehen.

    Die Meldungen zur Abgasmanipulation kommen laut den Experten der NordLB „überraschend und zur Unzeit“. Gerade erst hätten sich die Verkaufszahlen in Nordamerika einigermaßen stabilisiert. Die Meldung könne nun zu erheblichen Absatzeinbrüchen auf dem nordamerikanischen Markt führen, auf dem sich der Wolfsburger Konzern bereits in den letzten Jahren schwer getan habe. Neben einer Strafzahlung in Milliardenhöhe, drohe dem Konzern zudem die Nachbesserung bei bzw. die Rücknahme von mehreren hunderttausend Dieselfahrzeugen in Nordamerika, was weitere Millionen- bzw. Milliardenkosten nach sich ziehen könnte. Zudem gelte es zu prüfen, ob auch auf anderen Märkten Manipulationen erfolgt seien und wer die Verantwortung für die Manipulationen trage.

    Der Kurs der Volkswagen-Vorzugsaktie habe am Montagmorgen in der Spitze bis zu 19 Prozent an Wert verloren, was für einen DAX-Konzern eine Seltenheit darstelle. Diese Reaktion halte man jedoch für übertrieben, so die Analysten. Sie würden das Kursziel „drastisch“ auf 155,00 Euro reduzieren, aber das Anlageurteil „Kaufen“ behalten, da in den nächsten Tagen eine Gegenbewegung des Kurses zu erwarten sei.