Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Volkswagen-Konzern steigerte die Fahrzeug-Auslieferungen im Jahr 2018 um 0,9 Prozent auf 10,834 Mio. Einheiten. Die Verkaufszahlen in China legten dabei um 0,5 Prozent auf 4,207 Mio. Fahrzeuge zu. Der Konzern-Umsatz stieg um 2,7 Prozent auf 235,85 Mrd. Euro.

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    Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen des Konzerns wurde leicht um 0,4 Prozent auf 17,1 Mrd. Euro erhöht. Nach Sondereinflüssen infolge des Diesel-Skandals in Höhe von 3,2 Mrd. Euro (Vj.: EUR 3,2 Mrd.) verbesserte sich das operative Ergebnis um 0,7 Prozent auf 13,9 Mrd. Euro. Die EBIT-Marge verringerte sich von 6,0 auf 5,9 Prozent. Nach Steuern und Anteilen Dritter verblieb ein von 11,2 auf 11,8 Mrd. Euro gesteigertes Ergebnis. Hieraus errechnet sich ein Ergebnis je Vorzugsaktie von 23,63 (Vj.: 22,34) Euro. Der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat für die Hauptversammlung im Mai beläuft sich für die Vorzugsaktie auf 4,86 (Vj.: 3,96) Euro.

    Der Vorstand erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2019 ein leichtes Plus bei den Fahrzeug-Auslieferungen. Ferner rechnet die Unternehmensführung damit, „dass die Umsatzerlöse des Volkswagen Konzerns um bis zu 5 Prozent über dem Vorjahreswert liegen werden. Für das operative Ergebnis des Konzerns und des Bereichs Pkw wird im Jahr 2019 mit einer operativen Umsatzrendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent gerechnet.“

    Trotz Problemen wie bei der WLTP-Umstellung oder Widrigkeiten auf dem chinesischen Markt habe der Volkswagen-Konzern erneut neue Rekorde bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis einfahren können, konstatiert NordLB-Analyst Frank Schwope. Allerdings dürften die Zeiten infolge zunehmender Handelskonflikte und mit Blick auf die hohen Investitionen in die Zukunftsthemen Elektromobilität und Autonomes Fahren rauer werden.

    Der Vorstand beschleunige nun die Investitionen hierfür und schraube auch die Zielgröße für die in der nächsten Dekade zu verkaufenden E-Autos von 15 Mio. auf 22 Mio. in die Höhe. Gleichzeitig stünden beim weltgrößten Autohersteller einschneidendere Einsparmaßnahmen an, berichtet Schwope. So sollen bei der Marke VW ab 2023 die Ergebnisse nachhaltig um 5,9 Mrd. Euro verbessert werden, was u.a. durch den Wegfall von 5.000 bis 7.000 Stellen erreicht werden soll, aber auch durch Einsparungen bei den Materialkosten und der Variantenvielfalt. Ähnliche Programme dürften auf weitere Konzernmarken ausgerollt werden.

    Der Konzern habe mittlerweile rund 664.000 Mitarbeiter, wenngleich nach der Transformation zur Elektromobilität deutlich weniger Personal erforderlich sei. Es sei nur vernünftig, in guten Zeiten mit dem Sparen anzufangen, empfiehlt Analyst Schwope. Die Analysten der NordLB bestätigen das Anlageurteil „Kaufen“ für die Volkswagen-Vorzugsaktie.

    Aus Sicht von Bankhaus Lampe-Analyst Christian Ludwig schaut das VW-Management eher optimistisch in die Zukunft. Trotz der Marktschwäche gehe das Unternehmen davon aus, dass es 2019 dank eines starken Produktmixes und eines rekordhohen Auftragsbestands insbesondere in Europa den Absatz steigern könne. Obwohl der Mittelwert der Guidance ein Abwärtsrisiko von bis zu 5 Prozent gegenüber seiner EPS-Schätzung für 2019 nahelege, bekräftige er daher das „Buy“-Rating, so Ludwig.

    Die Unternehmensleitung gab auf dem Kapitalmarkttag mutige Aussagen zur Elektromobilität ab und stellte heraus, dass VW sehr gut für das Wachstum mit der nächsten Generation von Elektroautos positioniert sei, da die erste Plattform (MEB) für den Volumenmarkt bereitstehe und die zweite sich in der Herstellung für die Premium-Marken (PPE = Premium Platform Electric) befinde.

    Volkswagen hat es sich zur Aufgabe gemacht, wirtschaftliche Größenvorteile zu nutzen. Sechs Elektroautos von drei verschiedenen Marken werden dann in Zwickau produziert. Dies ist möglich, weil die die MEB-Plattform unkompliziert Varianten ermöglicht.

    2019 werde das Jahr sein, in dem das Produktportfolio auf die CO2-Ziele der EU 2021 vorbereitet werde, was bedeute, dass die Forschungs-, Entwicklungs- und Investitionskosten leicht höher ausfallen können, so Experte Ludwig weiter. Dennoch erwarte CFO Witter mindestens 9 Mrd. Euro Free Cashflow aus dem Industriegeschäft, da der WLTP-bezogene Lageraufbau abgebaut werde.

    VW hält an den Zielen für 2020 fest: 6,5 bis 7,5 Prozent EBIT-Marge, mindestens 30 Euro EPS und ein industrieller Free Cashflow von mehr als 10 Mrd. Euro. Das DPS (Dividende pro Aktie) könnte aus Sicht von Lampe-Analyst Ludwig bis zu 9 Euro für 2020 betragen, wenn das Auszahlungsziel von 30 Prozent bereits erreicht werde. Der Markt erwarte nur 7 Euro, d.h. bei einem Erfolg von VW sei eine potenzielle Steigerung von 30 Prozent in Sicht.

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    Volkswagen AG Vz.