Ist es wirklich Zufall, dass derzeit die scheinbar aus dem Nichts auftauchenden „Gruselclowns“ die Schlagzeilen beherrschen, während die wirklichen Gruselgeschichten unserer Zeit von den Medien den Anstrich einer gewissen „Normalität“ verpasst bekommen?

Die Nato etwa entsendet plötzlich verstärkt Schiffe und Flugzeuge ins Mittelmeer? Wen kümmert´s?

Russland warnt den Westen vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten?

Egal. Hauptsache, in Fernsehen läuft Fußball und wir haben das neueste Pokemon-Monster erlegt.

Dabei kann schon heute jeder wissen, worauf das alles hinauslaufen wird, sollten jene Pläne umgesetzt werden, die sie seit vielen Jahrzehnten in der Schulblade schlummern: Die Zeichen stehen auf Waffengang.

Doch anstatt Farbe zu bekennen, und ihre Stimmen zu erheben gegen diesen Wahnsinn, ziehen es viele „Fachleute“ jetzt wieder vor, sich von der US-Notenbank einwickeln und an der Nase herumführen zu lassen:

In Kürze wird (wieder einmal) das Thema „Zinswende“ die Gemüter erhitzen. Schließlich steht eine Notenbanksitzung vor der Tür. Was für eine bedeutungsschwere Veranstaltung!

Zu dem lächerlichen Theaterstück, das die "Währungshüter" in schöner Regelmäßigkeit aufführen, heißt es im folgenden Artikel:

„Zinssteuerung ist das psychologische Spiel mit den Marktteilnehmern. Es gilt Erwartungen, Hoffnungen und Spekulationen zu managen und unter dauernder Anspannung und Aufmerksamkeit zu halten. So unglaublich es klingt, es ist die massenpsychologische Steuerung der Wahrscheinlichkeiten der Handlungen der Marktteilnehmer. Gesteuert wird es über die Derivatemärkte, beispielsweise über die Zins-Futures. Futures ist das treffende Wort für diese Art Märkte und Handelsvehikel, denn sie handeln in der Gegenwart eine Zukunft, die es nicht geben wird“.

Um eine Zukunft, die es hoffentlich ebenfalls nicht geben wird, weil sie einem veritablen Gruselkabinett entsprungen sein könnte, war es in einem Video gegangen, über das ich kürzlich zufällig gestolpert war:

Unter dem Titel „Aufmarsch der Mensch-Maschinen“ wurde darin von einem kalifornischen Startup Unternehmen berichtet, dem es gelungen sei, winzige Chips in ein menschliches Gehirn zu verpflanzen. Damit sei es möglich, so erläuterten es die beiden vortragenden Finanzexperten mit wichtiger Mine, Kapazität und Rechenleistung dieses Organs dramatisch zu steigern.

Und weiter, denn dieser Hinweis darf bei solchen Gelegenheiten natürlich nicht fehlen: Anleger, die jetzt auf diesen Zug aufspringen würden, könnten mit den Aktien dieser Unternehmen zu unermesslichen Reichtümern gelangen.

Natürlich. Andere Probleme haben wir ja auch nicht.

Im folgenden Artikel wird das Thema aufgegriffen – und der Bogen gespannt zu einer visionären Zukunft, die ganz nach dem Geschmack einiger selbsternannter Eliten sein dürfte: Der Mensch wird zur Maschine.

Sind wir alle eigentlich inzwischen so völlig verblödet, dass wir nicht erkennen, was hier gespielt wird?

Nicht ganz. Und damit kommen wir zu den erfreulicheren Dingen:

Ein wenig erinnerte mich besagtes „Gruselvideo“ mit seinen gechipten Gehirnen und den eilfertigen Expertenprognosen an einige Fernsehspots aus Kindertagen. Es muss in den 1970er Jahren gewesen sein, als ähnlich umtriebige Forscher prognostizierten, ungefähr im Jahr 2000 würden in allen Großstädten flächendeckend Fließbänder installiert sein – damit die Menschen keinen einzigen Schritt mehr zu Fuß gehen müssten.

Zu phantastisch? Sie werden es erleben!“, so lautete seinerzeit die Drohung, an die ich mich noch lebhaft erinnern kann.

Wie gut, dass unsere Wirklichkeit heute völlig anders aussieht, denn die erlebte Realität lässt interessante Rückschlüsse auf die Werthaltigkeit aktueller Prognosen zu:

Während heute immer mehr Menschen in Sport und Bewegung an der frischen Luft den willkommenen Ausgleich zu ihrer sitzenden Bürotätigkeit suchen, anstatt auf Fließbändern durch verstopfte Großstädte zu wandeln, wird uns wohl auch der „Maschinenmensch“ aktueller Vorhersagen erspart bleiben.

In meinem Bekanntenkreis jedenfalls stelle ich den genau gegenteiligen Trend fest: Die Menschen wollen nicht weniger, sondern mehr Natürlichkeit in ihrem Leben. Und anstatt noch mehr Technik, noch mehr Handys, Tablets, Google, Facebook, Twitter und ähnlichen Firlefanz, wünschen sich viele, wieder mehr mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.

Interessant ist, dass Medienanalysen genau diese Entwicklung bestätigen: Die Zeitschrift „Landlust“ etwa, mit dem schlichten Untertitel „Die schönen Seiten des Landlebens “ ist in einer Periode dramatischen Leserschwunds bei nahezu allen (!) Zeitungen und Zeitschriften eines der wenigen Printmedien, das seit geraumer Zeit konstante Auflagenzuwächse zu verzeichnen hat.

Immer mehr Menschen scheinen intuitiv zu spüren, dass sie eben doch ein Teil der Natur sind - und keine Maschinen. Weil diese Erkenntnis einhergeht mit Signalen, die darauf hindeuten, dass sich auch die geistige Umnachtung zu lichten beginnt, besteht Anlass zur Hoffnung:

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Wenn wir erkennen, dass unsere Welt von realen Werten zusammengehalten wird, und zwar exklusiv, nämlich von Wasser, Feuer, Erde, Licht, Luft, Bodenschätzen und Arbeitskraft, während das erkennbar immer stärker wankende Papiergeldkonstrukt mit all seinen Lügen, illusionären Versprechungen und realen Kriegsgefahren vor allem erdacht wurde, um uns zu unterdrücken und auszubeuten, dann könnte uns dies einen großen Schritt voranbringen.

Womöglich gelangen wir doch noch zu der Erkenntnis, dass eine Geldreform auf der Basis realer Werte keine unausdenkliche Katastrophe und auch kein Gruselszenario wäre, sondern lediglich eine unvermeidliche Weichenstellung in eine friedliche und lebenswerte Zukunft…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.