• Kaffee - ISIN: US6289851031
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 201,60 US¢/lb

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Tatsächlich, der Preis für Kaffee Arabica überschritt Ende letzter Woche die Marke von zwei US-Dollar je Pfund. In der Spitze wurde Arabica am Freitag bei 209,5 US-Cent je Pfund gehandelt – einem neuen Sechseinhalbjahreshoch. Auch mit dem Schlusskurs von 189 US-Cent ergeben sich ein Wochenplus von 17 Prozent und ein Zweiwochenplus von 25 Prozent, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Grund des Preissprungs sei die Kältewelle in Brasilien, die letzte Woche mit Frost in wichtigen Arabica-Anbaugebieten, v.a. im größten Kaffeestaat Minas Gerais, einhergegangen sei. Schon früh hätten die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer auf die Gefahren reagiert: Sie hätten bereits in der CFTC-Berichtswoche zum 20. Juli ihre Netto-Long-Positionen bei Arabica deutlich ausgebaut. Diese lägen nun wieder auf dem Niveau von Mitte Juni, heißt es weiter.

„Auch in den Folgetagen dürfte sich der Aufbau fortgesetzt haben. Erst langsam ergibt sich ein etwas klareres Bild der Schäden. Auch wenn die aktuelle Ernte noch nicht vollständig eingebracht ist: Es dominiert die Sorge um die nächste Ernte im kommenden Frühjahr – Schäden an den Bäumen bis hin zu deren Absterben hätten massive Auswirkungen auf die Blüte und spätere Ernte“, so Helbing-Kuhl.

Erste Schätzungen der Einbußen lägen im Bereich von drei bis fünf Millionen Sack, reichten aber auch bis zu zehn Prozent der bisher auf bis 68 Millionen Sack und damit nahe Rekordniveau geschätzten Ernte 2022. Die Prognosebehörde Conab beschränke sich auf Angaben zur betroffenen Fläche: Nach ihrer vorläufigen Einschätzung seien bis zu 200.000 Hektar oder elf Prozent der brasilianischen Arabica-Fläche mehr oder weniger stark betroffen. Und noch sei die Kälteperiode nicht ausgestanden, heißt es weiter.

„Auch der Preis für Robusta-Kaffee wird mit nach oben gezogen. Er handelte am Freitag bei 1.993 US-Dollar je Tonne auf dem höchsten Niveau seit fast vier Jahren, schloss dann bei 1.899 US-Dollar mit einem Wochenplus von 7,5 Prozent“, so Helbing-Kuhl.

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