Hannover (Godmode-Trader.de) - Die Vonovia SE hat am 18. Dezember 2017 ein Übernahmeangebot im Volumen von rund 5,2 Mrd. Euro für die österreichische BUWOG AG angekündigt. Es handelt sich dabei um ein „freundliches“ Übernahmeangebot, das sowohl vom Vorstand der BUWOG als auch von dessen Aufsichtsrat unterstützt wird. Vor diesem Hintergrund unterzeichneten die beiden Unternehmen ein Business Combination Agreement. Eine erfolgreiche Übernahme ist an die Bedingung geknüpft, dass sich die Vonovia SE eine Mehrheit von mindestens 50 Prozent plus einer Aktie der BUWOG beschaffen kann. Die Veröffentlichung der detaillierten Angebotsunterlagen ist für den 5. Februar 2018 vorgesehen.

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    Im Rahmen des Übernahmeangebots ist geplant, 29,05 Euro für jede BUWOG-Aktie zu zahlen, womit ein Papier auf Basis des Schlusskurses vom Freitag (15.12.2017) von 24,61 Euro mit einem Aufschlag von 18,1 Prozent bewertet wird.

    Trotz ihres Sitzes in Österreich ist BUWOG stark in Deutschland investiert. Von den knapp über 49.000 Immobilieneinheiten befinden sich rund 27.000 in Deutschland und ca. 22.000 in Österreich. Der Vonovia-Vorstand stellt für das fusionierte Unternehmen jährliche Synergien von insgesamt rund 30 Mio. Euro in Aussicht, die größtenteils bis Ende 2019 gehoben werden sollen. Sowohl der Nettovermögenswert (NAV) je Aktie als auch das operative Ergebnis (FFO) sollen sich durch die Transaktion erhöhen.

    Nach der Übernahme des österreichischen Wettbewerbers conwert habe das Management der Vonovia erneut in Österreich „zugeschlagen“, schrieb Michael Seufert in einer Studie von Dienstag. Während conwert neben Wien im Wesentlichen ein deutsches Portfolio aufweise, ergänze die BUWOG-Akquisition insbesondere die Aktivitäten in Österreich, von denen man sich ursprünglich trennen wollte. Der Preis für die BUWOG, der deutlich über dem letzten Börsenkurs als auch über dem NAV liege, sei durchaus anspruchsvoll, könne aber aufgrund der damit verbundenen strategischen Ausweitung der Geschäftsaktivitäten nach Österreich gerechtfertigt werden. Vonovia habe zuvor seine Fühler bereits auf den französischen Markt ausgestreckt, wo man mit der Groupe SNI kooperieren möchte. NordLB-Analyst Seufert sieht Vonovia weiter auf Wachstumskurs und rät unverändert zum Kauf der Aktie.